Anbau und Verarbeitung von Urgetreide erfordern ein gewisses Know-how. Im vermutlich weltgrößten Urgetreide-Versuch mit Dinkel, Emmer und Einkorn wurde dies nun auch abschließend für Einkorn bestätigt. Prof. Dr. Friedrich Longin von der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim in Stuttgart testete zusammen mit seinem Team 148 Einkorn-Sorten an mehreren Anbauorten auf ihre Eigenschaften auf dem Feld, in der Mühle und in der Bäckerei. „Dabei konnten wir in der Feldleistung ebenso wie beim Mahlen und Backen enorme Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten feststellen. Wer Einkorn erfolgreich nutzen möchte, sollte auf eine Sorte setzen, die einen sicheren Ertrag liefert und beim Backen auf handwerkliches Können zurückgreifen“, fasst der Experte seine Ergebnisse zusammen. Nachzulesen sind sie im Detail hier: Grosses Einkorn Projekt
Einkorn (Triticum monococcum ssp. monococcum) ist eine der ältesten Getreidearten und gehört, wie Emmer und Dinkel, botanisch zur großen Familie der Weizen. Ursprünglich stammt Einkorn aus dem fruchtbaren Halbmond, der Gegend zwischen Euphrat und Tigris im heutigen Syrien und Iran. Er gehörte schon zur Nahrung der Menschen als diese noch Jäger und Sammler waren. So fand man zum Beispiel bei der Gletschermumie Ötzi Einkorn als Proviant.
Im Laufe der Zeit verlor das Getreide immer mehr an Bedeutung und wird heute weltweit nur noch in einem sehr geringen Umfang angebaut. Aber die Nachfrage nach urigen Produkten und Alternativen zu Weizen steigt wieder, bei den Hobbybäcker:innen fast noch schneller als bei den Profis. Doch mit der nachlassenden Nachfrage verschwand auch das Wissen, wie Einkorn am besten angebaut und verarbeitet kann.
Deswegen startete die Landessaatgutanstalt der Universität Hohenheim zusammen mit der Strube Research GmbH & Co. KG und dem Detmolder Institut für Getreide- und Fettanalytik (DIGeFa) ein für Einkorn einmalig großes Forschungsprojekt. Aus verschiedenen Genbanken trugen die Forschenden die verfügbaren Sorten zusammen. Mit mehreren Dutzend auf dem Markt erhältlichen Einkorn-Neuzüchtungen wurden somit insgesamt 148 Einkornsorten ausgewählt, die an bis zu fünf unterschiedlichen Standorten im Feld und im Qualitätslabor getestet wurden. Als Vergleich dienten zwei Weizensorten.
Dabei wurden insgesamt über 100 Merkmale jeder Sorte untersucht. Ein besonderer Fokus lag auf Eigenschaften, die für alle Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette am wichtigsten sind. So legen Landwirt:innen Wert auf Aspekte wie Ertrag, Standfestigkeit und Winterhärte, Merkmale wie Korngröße und Kernausbeute sind für Müller:innen wesentlich und Wasseraufnahme, Teigstabilität sowie Gebäckvolumen für Bäckereien und Verbraucher:innen.
Zusammenfassend ist der Ertrag von Einkorn im Vergleich zu Weizen deutlich niedriger. Der Rohertrag beträgt je nach Sorte zwischen 38 und 61 dt/ha. Dabei hat Einkorn eine deutlich größere Wuchshöhe und kippt vor allem bei Starkregen leicht um. Fachleute sprechen von Lagerbildung. Die Frosthärte von Einkorn hingegen war deutlich besser als bei den getesteten frostharten Winterweizensorten Julius und Genius.
Zudem konnten die Forschenden eine große Schwankungsbreite zwischen den einzelnen Sorten bei allen getesteten Merkmalen feststellen. „Wir fanden in den Genbanken Sorten mit sehr unterschiedlichen Merkmalen“, so Prof. Dr. Longin. „Durch Selektion und Züchtung kann man mit relativ wenig Aufwand das Anbaurisiko und die Ertragssicherheit verbessern und somit die Wettbewerbsfähigkeit von Einkorn erhöhen.“
Schon jetzt könne aber durch die richtige Sortenwahl der Ertrag beim Einkorn um mehr als 30 Prozent gesteigert und das Anbaurisiko halbiert werden. Die im Anbau wichtigen Einkornsorten Monomax und LDPhi seien bei diesen Merkmalen deutlich besser als die meisten anderen getesteten Einkornsorten, fährt der Experte fort.
Diese beiden Sorten schnitten auch beim Mahlen leicht überdurchschnittlich ab. „Insgesamt zeigen die deutlichen Unterschiede zwischen den 148 Einkornsorten, dass es sich für die Landwirt:innen und Müller:innen lohnt, die richtigen Einkornsorten auszuwählen“, fasst Prof. Dr. Longin zusammen.
Um die Backeigenschaften von Einkorn-Mehl testen und vergleichen zu können, entwickelte die DIGeFa zunächst einen Standard-Mahl- und -backversuch, der speziell auf die Eigenschaften von Einkorn zugeschnitten wurde. „Auch bei der Backqualität konnten wir eine große Variationsbreite zwischen den Einkornsorten feststellen“, beschreibt Prof. Dr. Longin. „Es gibt einige wenige Sorten, die sehr gute Teig- und Backeigenschaften aufweisen. Leider sind diese aber sowohl im Ertrag wie in der Standfestigkeit auf dem Feld schlecht.“ Und eine verbesserte Agronomie sei aktuell wichtiger in der Wertschöpfungskette als Backqualität, weil selbst die beste Qualität beim Einkorn immer noch deutlich anders sei als bei Weizen oder Dinkel.
Allerdings lassen sich aus den Versuchen wichtige Erkenntnisse für die Backpraxis ableiten: „Wir können erste Erfahrungen aus der Praxis bestätigen, dass die Rezeptur angepasst werden muss, wenn man Brot oder Brötchen mit einem hohen Einkorn-Anteil herstellen will“, so Prof. Dr. Longin. „Diese Teige sind noch empfindlicher als Teige auf Dinkel-Basis, wenn sie zu stark und zu lange geknetet werden. Lieber nur mischen und wenig kneten“, so das Fazit des Experten:
„Zudem steigern eine lange Teigführung mit vielen Ruhezeiten, eine Reduktion der Hefemenge, die Nutzung von Quell- oder Brühstücken sowie die Arbeit mit Vorteigen oder Sauerteigen die Backqualität erheblich“, fährt der Wissenschaftler fort. „Wenn dies beachtet wird, kann man schöne Gebäcke mit tollem Geschmack und langer Frischhaltung erzielen.“ Dafür bieten sich Brottypen wie urige Wurzeln oder klassische Vollkornbrote in Kastenform an. Alternativ eignet sich Einkorn wegen seiner gelben Mehl-Farbe und dem attraktiv nussigen Geschmack sehr für Waffeln, Kekse, Obstschnitten und weiteres Süßgebäck.
Mit diesen Ergebnissen ist der vermutlich weltgrößte Urgetreide-Versuch abgeschlossen, bei dem drei fast identische Studien durchgeführt wurden – jeweils eine mit Dinkel, Emmer und nun mit Einkorn. Mit den Planungen und Saatgutvermehrungen für alle diese Projekte startete die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Longin vor genau zehn Jahren.
„Insgesamt haben wir in dieser Zeit bei Dinkel über 30.000 Datenpunkte erfasst, beim Einkorn mehr als 45.000 und beim Emmer sogar knapp 50.000. Dazu kommen nochmal jeweils rund 10.000 genetische Marker für die Aufklärung der Vererbung der getesteten Merkmale“, berichtet Prof. Dr. Longin. Letztendlich bestätigte sich in allen Versuchen eine Erkenntnis: Die Etablierung einer (alten) Art ist kein Selbstläufer, sondern erfordert Kenntnis zu wichtigsten Kennzahlen entlang der Wertschöpfungskette.
Zwei Backbücher von Prof. Dr. Longin beschäftigen sich mit dem Backen auch mit Urgetreide und dessen Effekten auf die Gesundheit. Sie stehen zum kostenlosen Download bereit:
„Mein Brot. Einfach. Gut.“ vermittelt allen Interessierten, wie man ganz einfach gutes Brot und Brötchen backen kann: Backbuch
„Gesund & Lecker — Brot. Selber. Backen. Keine Angst vor Weizen, Brot & Vollkorn“ will die Angst vor Weizen und Brot nehmen und gleichzeitig undogmatisch aber lecker an mehr Vollkorn heranführen: Vollkornbackbuch
Vildbjerg/Paderborn, 09.02.2023 – Zuwachs in Paderborn: Im März eröffnet Kvik, das dänische Unternehmen aus Vildbjerg, Mitjütland, sein erstes Küchenstudio in der Stadt. Neben Küchen bietet Kvik auch Badezimmer und Schranklösungen an. Das Besondere: Alle Designs der Dänen sind aus nachhaltigen Materialien gefertigt und haben sehr kurze Lieferzeiten. Zudem überzeugen die Produkte durch überraschend niedrige Preise. Ein Rundumpaket also, über das sich die Ostwestfalen freuen dürfen.
Dänische Küchendesigns, moderne Badezimmer und clevere Schranklösungen – auf den frisch renovierten 280m² bietet Thomas Dumke, Franchisenehmer und Geschäftsführer des neuen Kvik Küchenstudios in Paderborn, seinen Kundinnen und Kunden das gesamte Repertoire von Kvik an. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den verschiedenen Möglichkeiten, welche die vielen Designs bieten: bei Kvik gibt es für jedes Budget und jeden Geschmack das passende Produkt. „Mein Team und ich sind sehr flexibel und können ganz individuell nach den Wünschen der Kundinnen und Kunden planen“, erklärt Thomas Dumke. „Wenn der Kunde beispielsweise eine große Küche mit Kochinsel, Dampfgarer und zwei Backöfen möchte und viel Budget eingeplant hat, können wir dies genauso umsetzen wie eine kleine Küchenzeile. Der Wunsch der Kunden ist unsere oberste Priorität – daher gibt es bei uns auch keine versteckten Kosten.“
Die diesjährigen Schweizermeisterschaften der Curling-Elite finden vom 11. bis 18. Februar 2023 in Genf statt. Die besten Schweizer Männer- und Frauenteams spielen im Centre Sportif Sous-Moulin während einer Woche um den Schweizermeistertitel und um die Qualifikation für die Curling Weltmeisterschaft.
Die Ausgangslage könnte nach den teils teamübergreifenden Formationsänderungen kaum spannender sein. Das Teilnehmerfeld der Frauen wird von den amtierenden Weltmeisterinnen und Titelverteidigerinnen aus Aarau um Skip Silvana Tirinzoni angeführt. Mit St. Moritz (Skip Keiser Raphaela) ist auch das Vize-Schweizermeisterteam aus dem Vorjahr vertreten, welches diese Saison erstmals an einem Grand Slam teilnehmen konnte. Beim Bieler Team übergab Irene Schori die Rolle des Skips an die neu ins Team dazu gestossene Michèle Jäggi, die wie Schori wertvolle Erfahrung ins Haus mitbringt. Doch auch die Teams aus Zug (Skip Hürlimann Corrie) und Wallisellen (Skip Wüest Nora) sind heiss auf die Medaillen und werden ihr Können unter Beweis stellen. Gespielt wird eine doppelte Round Robin. Rang 1 qualifiziert sich direkt für das Finalspiel am Samstag, 18.02.2023 um 10:30 Uhr. Die Ränge 2 und 3 spielen ein Halbfinale. Das Schweizermeisterteam qualifiziert sich für die im März stattfindende Curling WeltmeisterschaftCurling Weltmeisterschaft in Schweden.
100. Todestag von Wilhelm Hohoff mahnt zum Gedenken an einen Wegbereiter der katholischen Sozialforschung
Paderborn (pdp). Der Priester Wilhelm Rudolf Hohoff gilt als einer der Wegbereiter des katholischen Sozialismus, einer politisch-theologischen Richtung der 1920/30er Jahre. Der Geburts- und Todestag des Geistlichen folgen im Kalender direkt aufeinander: Vor 175 Jahren wurde Wilhelm Hohoff am 9. Februar 1848 in Medebach geboren, vor 100 Jahren starb er am 10. Februar 1923 in Paderborn. Als „roter Priester“, der sich in seinem intensiven publizistischen Schaffen unter anderem mit den Lehren von Karl Marx auseinandersetzte, stieß Wilhelm Hohoff zu Lebzeiten innerhalb der katholischen Kirche auf Ablehnung: Für seine unbequemen Impulse wurde er von seiner Diözese Paderborn sogar öffentlich gerügt. „Wilhelm Hohoff hat durch seine Publikationen einen wichtigen Dialog-Beitrag innerhalb der Theologie und dabei besonders für die Christliche Gesellschaftslehre und Sozialpastoral geleistet“, würdigt Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck das Lebenswerk des Geistlichen.

Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

Rathaus im Stil der Weserrenaissance. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde ist wieder aufgebaut und ist noch heute Tagungsort des Stadtrates.

Das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms ist ein Wahrzeichen von Paderborn, und findet sich auch an vielen weiteren Orten in der Paderstadt wieder.

Abdinghofkriche ist ungefähr gleich alt wie der Dom und wurde als Klosterkirche gegründet. Heute ist sie so etwas wie der Evangelische Dom in Paderborn.






Liboriuskapelle in Paderborn

Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

Das Brakeler Rathaus im im Renaissance-Stil. Davor steht die Rolandssäule, welche auch als Pranger genutzt wurde.

Der Käsemarkt in Nieheim ist sehenswert. Internationale Käsehersteller treffen hier zusammen und bieten ihren Käse an.

Käsehersteller aus dem Brezenzer Wald zu Gast in Nieheim!

Warburg liegt ziemlich mit am äußersten Rand vom Hochstift Paderborn, Höxter.
