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Ein zweites Leben für Solarmodule
Weiternutzen statt wegwerfen: Das Startup Better Sol hat ein Verfahren entwickelt, um ausgemusterte aber noch leistungsfähige Solarmodule weiterzuverwenden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Vorhaben mit rund 125.000 Euro gefördert ©Better Sol GmbH
  • 05. März 2026

Ein zweites Leben für Solarmodule

Von Klaus Jongebloed | DBU

DBU fördert Startup Better Sol mit rund 125.000 Euro

Osnabrück/Braunschweig. Die Stromerzeugung in Deutschland aus erneuerbaren Energien hat laut Statistik Ende 2025 mit einem Anteil von rund 64 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Neben Windkraft legte vor allem die Photovoltaik zu. Die Herausforderung dieser Dynamik: zunehmend ausgemusterte Solarmodule. Um deren Abfallmenge zu reduzieren und eine vorzeitige Entsorgung zu verhindern, entwickelt das Braunschweiger Startup

Better Sol

ein Verfahren zur Rettung gebrauchter, aber noch leistungsfähiger Solarmodule. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Startup mit rund 125.000 Euro gefördert.

Garantierte Leistung der gebrauchten Solarmodule

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verbucht Photovoltaik mittlerweile einen Anteil von etwa 24 Prozent und ist damit der zweitwichtigste Energieträger der inländischen Stromerzeugung. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde sieht darin „einen Beweis, dass die hiesige Infrastruktur und Wirtschaft in großem Umfang nachhaltig gestaltet werden können.“ Damit die Bemühungen für mehr erneuerbare Energien nicht ins Stocken geraten, müssen nach seinen Worten gebrauchte, aber noch leistungsfähige Materialien „durch geschickte Kreislaufwirtschaft für eine Weiternutzung erhalten werden“. Das Startup Better Sol setzt für Photovoltaik-Energie genau dort an. Das Team um Mitgründerin Luisa Schulze hat mittels DBU-Förderung ein System entwickelt, um das Nutzungspotenzial ausgemusterter Solarmodule zu bestimmen. Schulze: „Wir wollen geeignete Solarplatten mit garantierter Leistung und einer transparenten Leistungsprognose wieder in den Markt zurückbringen.“

Transparente Qualitätsmerkmale bringen Erfolg am Markt

Die Qualität gebrauchter Photovoltaik-Anlagen bestimmt das Team von Better Sol mit einem in Teilen automatisierten Testsystem inklusive einer selbst entwickelten Software auf Basis künstlicher Intelligenz (KI). „Wir führen zunächst eine mehrstufige optische Prüfung durch,“ erklärt Schulze. Dabei werden sowohl grobe Beschädigungen als auch jede Solarzelle einzeln untersucht. Im Anschluss folgt Schulze zufolge eine Leistungsüberprüfung. „Es geht um die Frage, wie viel Watt das Produkt noch im Vergleich zur ursprünglichen Leistung liefert“, so die Better Sol-Mitgründerin. Auch die elektrische Sicherheit werde eingehend geprüft. Schulze: „All diese Daten führt unsere Software automatisiert zu einer detaillierten Leistungsprognose zusammen.“ Jedes funktionstüchtige Modul erhalte ein Label mit den Testdaten und einer zugewiesenen Leistungsklasse, erst dann werde der Rest endgültig zum Recycling aussortiert. „Außerdem gibt es für jedes Modul ein umfangreiches Prüfprotokoll. Wir halten die Qualitätsbestimmung so transparent wie möglich, damit alle Kundinnen und Kunden die für sie optimale Solarpaneele wählen können“, so Schulze. Nur mit diesen einfach nachvollziehbaren Qualitätsmerkmalen werden nach ihren Worten die gebrauchten Solarplatten am Markt angenommen.

Jede zweite Solarpaneele kann erneut genutzt werden

Der Großteil ausgemusterter Solarplatten stammt laut Schulze vor allem von Solarparks, bei denen regelmäßig größere Mengen an Modulen ausgewechselt werden. „Wenn private Betreiberinnen und Betreiber sich Solarpaneele auf ihr Haus bauen, haben die Module normalerweise eine lange Nutzungsdauer“, so Schulze. Doch bei großen Solarparks sei die Situation anders. Die Better Sol-Mitgründerin erklärt: „Die Betreiber tauschen häufig größere Mengen an Solarmodulen recht früh in ihrem Lebenszyklus durch neuere, leistungsstärkere Modelle aus.“ Die Folge: Eine höhere Menge erneuerbarer Energien, aber auch die Aussortierung vieler Solarpaneele trotz jahre- oder jahrzehntelanger Restnutzungsdauer. „Im Schnitt ist jedes zweite gebrauchte Solarmodul noch für eine erneute Nutzung geeignet. Mehr grüner Strom und weniger Abfälle sind also gleichzeitig möglich“, so Schulze. Better Sol wolle verhindern, dass diese wertvollen Rohstoffe und noch funktionierende Technik auf dem Müll landen.

Solarmodule dort testen, wo sie ausgemustert werden

Im Gegensatz zur Herkunft der gebrauchten Solarmodule ist ihre Zielgruppe deutlich diverser. Schulze: „Hochwertige, gebrauchte Photovoltaik-Anlagen sind oft interessant für Privathaushalte oder die Dächer größerer Fabrikhallen.“ Der Vertrieb erfolge direkt über die Internetseite von Better Sol. Ein nächster Schritt in der Entwicklung: Das Startup plant eine mobile Version der Testanlage, „um die Solarmodule dort zu testen, wo sie ausgemustert werden“, so Schulze. Mit einer zusätzlichen Automatisierung des Testsystems sollen künftig auch größere Ausmusterungen von Solarparks bewältigt werden.

Über die Green Startup-Förderung

Mit der Green Startup-Förderung unterstützt die DBU Gründerinnen und Gründer, die auf innovative und wirtschaftlich tragfähige Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln. Mehr Informationen gibt es unter https://www.dbu.de/startup.


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