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2.814 Verkehrstote: Höchste Zeit zum Handeln!
2.814 Verkehrstote: Höchste Zeit zum Handeln! ©Christoph Rieger, DVR
  • 25. Februar 2026

2.814 Verkehrstote: Höchste Zeit zum Handeln!

Von Christoph Rieger | Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e. V.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat heute bekanntgegeben, dass im Jahr 2025 in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 2.814 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind. Zum Vergleich: 2024 starben 2.770 Menschen, 2023 waren es 2.839 und 2022 2.788 Todesopfer.

„Die Zahlen sind gestiegen – das bereitet uns große Sorge“, sagt Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). „Jeden Tag stirbt alle drei Stunden ein Mensch auf unseren Straßen. Besonders gefährlich sind Landstraßen, auf denen die meisten tödlichen Unfälle passieren. Wir setzen auf das Bundesministerium für Verkehr, das jetzt als zentraler Akteur vorangehen und gemeinsam mit den Landesregierungen Maßnahmen umsetzen muss – auch wenn sie politisch unbequem sind. Tempolimits auf Landstraßen sind eine wirksame Maßnahme, um Menschenleben zu retten.“

Tempolimits absenken, um Leben zu retten

Um die Zahl der Verkehrstoten spürbar zu senken, fordert der DVR, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen mit einer Fahrbahnbreite bis sechs Metern von 100 auf 80 km/h abzusenken. An Kreuzungen und Einmündungen spricht sich der DVR für Tempo 70 aus.

„Tempolimits sind ein Ausdruck von Verantwortung für Menschenleben“, betont Manfred Wirsch. „Das Grundgesetz garantiert jedem das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht darf im Straßenverkehr nicht relativiert werden – und politische Entscheidungen müssen diesem verfassungsrechtlichen Anspruch gerecht werden.“

Ablenkung am Steuer konsequent überwachen

Im Kontext der steigenden Verkehrstotenzahlen empfiehlt der DVR den Bundesländern, den Einsatz von „Handy-Blitzern“ zu verstärken, um Verstöße gegen das „Handyverbot“ am Steuer flächendeckend zu dokumentieren. Nach dem erfolgreichen Pilotbetrieb in Rheinland-Pfalz seit 2025 sollte eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage geschaffen werden, um zukünftig einen Flickenteppich an Einzelregelungen zu vermeiden.

„Verkehrssicherheit ist kein Luxus, sondern Pflicht“, sagt Manfred Wirsch. „Wenn Menschen immer häufiger wegsehen, müssen automatisierte Systeme umso genauer hinschauen. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag hat sich unserer Forderung im Januar bereits angeschlossen – nun sollten Bund und Länder folgen.“

Unfallhäufungsstellen entschärfen

Verkehrssicherheitsarbeit ist Teamwork: Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam handeln. Der DVR ruft die Verantwortlichen auf, die zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität, dem Verkehrsetat des Bundes, dem Straßenfinanzierungspaket sowie den Landes- und Kommunalprogrammen gezielt einzusetzen, um Unfallhäufungsstellen zu entschärfen. Auf Landesebene sollten Mittel für die bauliche Umgestaltung gefährlicher Kreuzungen und Abschnitte sofort abrufbar sein, etwa als ständige Budgets bei den zuständigen Landesbetrieben.

Nach einer datenbasierten Analyse von Unfallhäufungsstellen können Unfallkommissionen gezielt Maßnahmen festlegen und diese zur Umsetzung freigeben. Dazu zählen unter anderem die Entschärfung und gegebenenfalls Verbreiterung von Kurven, die Verbesserung von Sichtachsen und Beleuchtung sowie die Ergänzung von Abbiegespuren, Bordsteinen, passiven Schutzeinrichtungen und Querungsinseln. Ebenso können Fahrbahnmarkierungen und Ampelschaltungen verbessert, Barrierefreiheit hergestellt und intelligente Verkehrsbeeinflussungssysteme – etwa durch LED-Warnanzeigen – eingesetzt werden.

„Daten zeigen uns die Gefahren, Fachleute entwickeln wirksame Maßnahmen und der Haushalt gibt uns die Mittel. Nun brauchen wir politische Entschlossenheit, damit Menschen nicht weiter an teilweise seit Jahren bekannten Unfallhäufungsstellen sterben. Die Zeit des Redens ist vorbei, jetzt müssen mehr Taten zur Rettung von Menschenleben folgen”, so Manfred Wirsch.

Verkehrssicherheitsarbeit auf neues Level heben

Das 2020 beschlossene Verkehrssicherheitsprogramm 2021-2030 der Bundesregierung betont, man dürfe sich auf den bislang erreichten Erfolgen „nicht ausruhen“ und müsse negative Trends „stoppen“. Der Bund verstehe sich dabei als „zentraler Akteur, Initiator und Koordinator“ und wolle die Verkehrssicherheitsarbeit auf ein „in Umfang und Qualität neues Level“ heben.

„2.814 Verkehrstote sind 2.814 Gründe, jetzt entschlossen zu handeln“, sagt Manfred Wirsch. „Der DVR steht dem Bundesverkehrsministerium beratend und partnerschaftlich zur Seite, um die Umsetzung wirksamer Maßnahmen zu begleiten.“




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