Osnabrück. Wer per Zug nach Nürtingen am Neckar fährt, passiert gewöhnlich auch den Stuttgarter Hauptbahnhof, inklusive Milliardengrab „Stuttgart 21“. Leichte Niedergeschlagenheit und Zweifel an deutscher Ingenieurkunst machen sich breit. In Nürtingen ändert sich das schlagartig, das „Ländle“ wird seinem Macher-Image doch noch gerecht. Besuch bei Thomas Speidel: dreifacher Familienvater, passionierter Segler, Elektrotechnik-Ingenieur, Gründer und Geschäftsführer von ads-tec Energy, Wegbereiter für mehr Tempo in der Elektromobilität – und diesjähriger Träger des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Speidel teilt sich die mit 500.000 Euro zu Europas höchstdotierten Umwelt-Auszeichnungen zählende Ehrung mit Moorforscherin Dr. Franziska Tanneberger. Am 27. Oktober überreicht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Preis in Mainz.
Friedrich Hölderlin und eine protzige Litfaß-Säule
An diesem Junitag ist Deutschland noch im EM-Fieber. Die Fußball-Europameisterschaft läuft, und das Nagelsmann-Team ist noch nicht ausgeschieden. Auch Nürtingen lässt sich nicht lumpen, bietet Großbild-Leinwände mit Neckar-Blick. Die 40.000-Einwohner Stadt, rund 30 Kilometer südöstlich von Stuttgart, rühmt sich ihres Dichtersohns Friedrich Hölderlin, der ab 1774 mit Mutter und Geschwistern viele Jahre hier lebte. Nürtingen empfängt seine Gäste mit einem eher unscheinbaren Bahnhof – als ob dieser Teil des Toto-Lotto-Ladens nebenan wäre. Beim Gang über die Europastraße hält man unweigerlich vor der Einrichtung des Kreisjugendrings Esslingen: Protzig präsentiert sich dort eine Litfaß-Säule – wie aus der Zeit gefallen. Später, im Gespräch mit Speidel, bekommt das noch Bedeutung. Die Plakate werben für Dudley Taft und seine „Guitar Kingdom-Tour 2024“ und eine „80’s Party – too hot to sleep“ im Schwarzen Keller. Leider schon vorbei, genau wie die „Punk-Rock-Musiknacht am 4. Mai – ein Eintritt Bändel für 4 Bands“.
Grundlagen der Physik – und das große Ganze von Energiewende bis Netzausbau
Fernab von Bahnhof und Nürtingens fein herausgeputzter Fachwerk-Altstadt befindet sich Speidels Betrieb im Stadtteil Oberensingen im Gewerbegebiet Bachhalde – das Gebäude modern-kompakt mit viel Holzinterieur, lichtdurchflutet. Neben Nürtingen ist ads-tec Energy noch an anderen Standorten vertreten, darunter Köngen bei Esslingen, Klipphausen bei Dresden und Auburn im US-Bundesstaat Alabama. Speidel, 57, begrüßt in blauem Jackett, weißes Hemd oben locker geöffnet, das Haar kurz, an der Linken: eine solarbetriebene Sportuhr. Er kommt zügig zur Sache, als er merkt, dass er dem Gast einige Grundlagen der Physik erläutern muss. Tatsächlich ist das, wofür er Ende Oktober den Deutschen Umweltpreis der DBU erhält, nun ja: ziemlich komplex. Aber Speidel macht das klasse, erklärt auch für Laien verständlich, worum es bei den ads-tec-Entwicklungen namens ChargeBox und ChargePost geht: Ultraschnelles Laden für E-Fahrzeuge, mehr Tempo bei der Sektorenkopplung – also die vielseitige Energieverwendung als Strom, Wärme und Mobilität. Und: dabei mit weniger Eingriffen seitens Politik und mehr Zutrauen in Gesellschaft und Unternehmen, so das Credo von Speidel. Es geht darum, klimaschädliche Treibhausgase (THG) wie Kohlendioxid zu reduzieren – und auch um einen WC-Spülkasten, das Lucky-Luke-Prinzip und die digitale Litfaß-Säule. Es geht auch ums große Ganze: Klimaneutralität in der Europäischen Union bis 2050 und in Deutschland bis 2045, also nicht mehr THG-Ausstoß, als an Treibhausgasen wieder gebunden werden kann. Die Energiewende. Der stotternde Netzausbau. Aber der Reihe nach.
Was Werbepanels mit Elektromobilität zu tun haben können
„Bei ChargeBox und ChargePost handelt es sich um Schnelllader mit integrierter Lithium-Ionen Batterie“, sagt Speidel und nennt vier Geschäftsmodelle dieser etwa drei Tonnen schweren Blechgehäuse mit einem Platzbedarf von etwas mehr als einem Quadratmeter Grundfläche, die flexibel an Straßen, Firmengebäuden, in Wohngebieten oder urbanen Ballungsräumen unabhängig von herkömmlichen Tankstellen platzierbar sind und jeweils zwei E-Fahrzeuge mit Strom superschnell betanken können – wobei die Ladesäulen bei der ChargeBox separat, bei dem ChargePost Bestandteil des Gehäuses sind. Speidel zählt einige mögliche Optionen der ads-tec Systeme auf. Und erklärt das anhand eines Schweizer Taschenmessers: Wie das Vielzweck-Werkzeug aus der Alpenrepublik seien ChargeBox und ChargePost jeweils Multi-Tools – nicht nur Speicher oder Ladestationen, sondern vielfältig einsetzbar. Speidel: „Mit einer einzigen Investition kann ressourcenschonend mehr für das Energiesystem der Zukunft erreicht werden.“ Die Vermeidung von Netzausbau zähle ebenso dazu wie das Schnellladen von E-Autos, Arbitrage mit Gewinnmarge durch Kauf von billigem und Verkauf von teurem Strom, Netzstabilisierung bei überlastetem Netz durch Energie-Rückspeisung ins Netz mittels der Batteriespeicher, die Integration lokaler Photovoltaik-Erzeugung – und die digitale Litfaß-Säule. „Wir haben große Werbepanels beim ChargePost eingebaut, 75 Zoll groß, richtige Billboards“, sagt Speidel. Dudley Taft würde sich freuen.
Mehr als 60 Patentanmeldungen – und das Lucky-Luke-Prinzip
Mehr als 60 nationale und internationale Patentanmeldungen verbucht Speidel bislang. Ein Coup ist das batteriegepufferte Schnellladesystem. Der Trick: Ohne das Netz zu überlasten, ziehen ChargeBox und ChargePost langsam Strom, speichern ihn per Batterie und können damit ein Fahrzeug in einem Schwall minutenschnell betanken. „Wie beim WC-Spülkasten – langsam Wasser füllen, rasch abgeben“, so Speidel. Oder, anderes Beispiel, wie das Lucky-Luke-Prinzip: Die Tender der im Comic beschriebenen Dampfloks sind aus Riesenspeichern mit Wasser befüllt worden. „Sonst hätte das wegen der kleinen Wasserleitungen ja ewig gedauert“, sagt Speidel. Er wählt die Worte wohlüberlegt, nur manchmal regt er sich doch etwas auf. „Es kann nicht sein, dass die Genehmigung von Ladesäulen bis zu zwölf Monate dauert. Die Installation selbst ist in einer Woche erledigt!“ Speidel holt kurz Luft. „Es ist Irrsinn, wie wir seit Jahrzehnten Mobilität betreiben. Das begreifen alle, die die Sendung mit der Maus verstehen.“
„Sonst zerreißt es einen“: Was die Familie beim Sturm in der Adria gerettet hat
Und dann kommt der Segler in ihm durch. Er erzählt vom radikalen Kurswechsel, dem „harten Cut“ der eigenen Firma 2010 vom Ausrüster für Verbrennermotoren zu einem Pionier der Elektromobilität, von seinem Credo „Go for it!“, davon, das Alte loszulassen. „Sonst zerreißt es einen.“ Das wurde ihm und seiner Familie einst beim Bootsausflug in der Adria deutlich. Starker Sturm in der Nacht. Schiffe schlagen aneinander. „Wir mussten uns losmachen und durchs schwere Wetter. Zögern ist keine gute Idee, wenn der Kurs neu gesetzt werden muss.“ Seine Familie ist ihm sehr wichtig, betont er. Hat er einen Rat für seine drei Kinder? Speidel überlegt kurz: „Werde, was Du bist. Und wenn Du tolle Bilder malen kannst, dann werde nicht Elektrotechniker – bloß, weil Dein Vater das gemacht hat.“
Daten, Zahlen, Fakten, Hintergründe und Reportagen im DBU-Umweltpreis-Blog: https://www.dbu.de/umweltpreis/umweltpreis-blog/
HÖMMA 24 – Das Jazzfestival in Oberhausen
Achte Ausgabe – Frauen und Jazz
18. - 20. Oktober 2024
„Lass dich nicht von dem abbringen, was du unbedingt tun willst. Wenn Liebe und Inspiration vorhanden sind, kann es nicht schiefgehen.“ (Ella Fitzgerald, „First Lady of Jazz“, 1917 – 1996)
Die achte Ausgabe des Oberhausener Jazzfestivals HÖMMA (hochdeutsch: „hör mal zu!“) bietet geballte Frauenpower: Vom 18. bis zum 20. Oktober 2024 werden hauptsächlich Frauen die Bühnen der Stadt Oberhausen jazzen.
Als „Hömma“-Organisator Uwe Muth auf eine von Monika Grütters in ihrer Zeit als Staatsministerin für Kultur und Medien herausgegebene Statistik stieß, die besagt, dass Frauen im Jazz mit um die 20 Prozent nicht nur unterrepräsentiert sind, sondern von diesen Frauen nur 15 Prozent keine Sängerinnen sind, machte er sich auf die Suche nach Posaunistinnen, Schlagzeugerinnen oder Pianistinnen - und wurde fündig. Das Resultat: Alle sechs Konzerte des diesjährigen Festivals sind weiblich geprägt. Bislang sind Jazzmusikerinnen in Deutschland oft noch Exotinnen.
Wie spannend und wirkungsmächtig Live-Musik-Events sein können, die mit Rollenerwartungen brechen, hat sich in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Konzerten im Rahmen des Festivals gezeigt - so auch 2023 bei dem gefeierten Auftritt der Drummerin Lisa Wilhelm und dem von ihr gegründeten Quartett.
Jazzenthusiasten – aber auch alle anderen Musikfans - dürfen sich auf hochkarätige Konzerte an verschiedenen Locations im Stadtgebiet freuen. Den Auftakt am Freitag, dem 18. Oktober im Ebertbad bildet das Konzert der in der Schweiz lebenden Künstlerin Afra Kane, die sich mit ihrem Mix aus Jazz, Soul und Funk souverän über Genregrenzen hinwegsetzt. Uwe Muth ist überzeugt: „Nichts ist so vielfältig wie Jazz. Mit Afra Kane haben wir eine schöne Eröffnung auch für Pop-Interessierte.“
Paare mit Kinderwunsch haben oft viele Fragen, weil der Prozess, schwanger zu werden, nicht nur komplex, sondern auch hochemotional ist und länger dauern kann. Die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung, hat Antworten auf die häufigsten Fragen.
Wie lange es dauert, schwanger zu werden, kann stark variieren. Faktoren, wie u. a. Alter, Gesundheit und Lebensstil, spielen eine entscheidende Rolle. Bei jungen Paaren unter 35 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, höher als bei Paaren über 40 Jahren, weil die Fruchtbarkeit mit dem Alter abnimmt.
Der beste Zeitpunkt für ungeschützten Sex ist während der fruchtbaren Tage der Frau. Diese sind in der Mitte des Menstruationszyklus, etwa zwölf bis 16 Tage vor der nächsten erwarteten Periode. Mit einem Eisprungkalender oder Ovulationstest, der die beiden fruchtbarsten Tage erkennt, lässt sich ein möglichst günstiger Zeitpunkt bestimmen.
Bad Mergentheim - "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen", weiß der Volksmund. Unumgängliche oder wichtige Aufgaben sollte man direkt erledigen. Denn mit der Zeit summieren sich diese, verursachen mehr Stress und müssen ohnehin irgendwann erledigt werden. Das hindert aber die meisten Bundesbürger nicht daran, manches dennoch auf die lange Bank zu schieben. Eine Umfrage der Universität Münster aus dem Jahr 2019 ergab: Nur jeder Fünfzigste behauptet von sich, Dinge niemals hinauszuzögern. Für das wiederholte Aufschieben von Aufgaben trotz besseren Wissens hat die Psychologie einen eigenen Begriff definiert: Prokrastination. Das Wort ist abgeleitet aus den Lateinischen "procrastinatio" und bedeutet so viel wie "Vertagung auf morgen". Die gute Nachricht: "Es gibt gute Strategien, dieses Verhalten zu überwinden", sagt Dr. Martina Walter. Die Diplom-Psychologin ist Leitende Psychologin am Psychotherapeutischen Zentrum der Kitzberg-Klinik im baden-württembergischen Bad Mergentheim.
Das Phänomen der "Aufschieberitis" hat viele psychologische und soziale Ursachen: Zum einen kann die Angst, dass man bei einer Aufgabe versagen könnte oder nicht die eigenen Erwartungen oder die der anderen erfüllt, überwältigend sein. "Diese Angst führt oft dazu, dass man die Aufgabe aufschiebt, um das unangenehme Gefühl des möglichen Versagens zu vermeiden", sagt Dr. Walter. Große oder komplexe Aufgaben können eine überfordernde Wirkung haben: Wenn der Umfang oder die Schwierigkeit einer Aufgabe zu groß erscheint, kann dies zu Lähmung und Aufschieben führen, weil man nicht weiß, wo man anfangen soll. Auch Perfektionismus kann zur Blockade führen: Perfektionisten möchten eine Aufgabe perfekt erledigen, was den Druck erhöht und dazu führen kann, dass sie die Aufgabe aufschieben, bis sie glauben, alle Voraussetzungen für ein perfektes Ergebnis zu haben. Schließlich spielt auch mangelnder Antrieb eine Rolle. Auch ohne effektive Zeitmanagement-Strategien fällt es vielen ebenfalls schwer, Aufgaben zu priorisieren und rechtzeitig zu beginnen.

Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

Rathaus im Stil der Weserrenaissance. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde ist wieder aufgebaut und ist noch heute Tagungsort des Stadtrates.

Das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms ist ein Wahrzeichen von Paderborn, und findet sich auch an vielen weiteren Orten in der Paderstadt wieder.

Abdinghofkriche ist ungefähr gleich alt wie der Dom und wurde als Klosterkirche gegründet. Heute ist sie so etwas wie der Evangelische Dom in Paderborn.






Liboriuskapelle in Paderborn

Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

Das Brakeler Rathaus im im Renaissance-Stil. Davor steht die Rolandssäule, welche auch als Pranger genutzt wurde.

Der Käsemarkt in Nieheim ist sehenswert. Internationale Käsehersteller treffen hier zusammen und bieten ihren Käse an.

Käsehersteller aus dem Brezenzer Wald zu Gast in Nieheim!

Warburg liegt ziemlich mit am äußersten Rand vom Hochstift Paderborn, Höxter.
