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Gefahr für Mensch und Tier: 880.000 Unterschriften für das Ende der Pelztierzucht
Virus und Pelztier © VIER PFOTEN | Oikeutta eläimille
  • 20. Oktober 2021

Gefahr für Mensch und Tier: 880.000 Unterschriften für das Ende der Pelztierzucht

Von Susanne von Pölnitz | VIER PFOTEN

VIER PFOTEN fordert mehr Tierschutz zur Prävention zukünftiger Pandemien

Hamburg/Rom – Vor dem G20-Gipfel in Rom kommende Woche hat die Fur Free Alliance der italienischen G20-Delegation eine Petition mit mehr als 880.000 Unterschriften übergeben, die ein Ende der Pelztierzucht fordert. Darin wird an die Staats- und Regierungschef:innen der G20-Staaten appelliert, anzuerkennen, dass Pelztierfarmen nicht nur Leib und Leben der Tiere bedrohen, sondern auch eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen darstellen. Das ist zuletzt anhand der Ausbreitung des Coronavirus in Hunderten Nerzfarmen deutlich geworden.

Nerze sind sehr empfänglich für das Coronavirus, das sich auf den Farmen, in denen Tausende Tiere auf engstem Raum und unter unhygienischen Bedingungen gehalten werden, schnell ausbreitet. Seit April 2020 waren mehr als 440 Nerzfarmen in zwölf Ländern von der Corona-Pandemie betroffen. Millionen Nerze hatten sich infiziert und wurden daraufhin getötet. Und die Zahlen steigen weiter.

Gesundheitsbehörden wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen vor dem Gesundheitsrisiko, das Nerzfarmen darstellen – sowohl für die Tiere als auch für den Menschen. Forscher:innen befürchten außerdem, dass sich auf den Nerzfarmen Virusvarianten herausbilden könnten, gegen die bisherige Impfstoffe weniger wirksam sind.

Trotz alldem halten die meisten Länder, die Pelztierfarmen betreiben, derzeit weiter daran fest und gestatten die Haltung von Nerzen unter unveränderten Bedingungen. Der G20-Gipfel in Rom bietet den Staats- und Regierungschef:innen nun die ideale Gelegenheit, die Gefahren anzuerkennen, die von der Pelztierzucht ausgehen und diese zu beenden.  

„Die Ausbreitung des Coronavirus in Nerzfarmen zeigt deutlich, dass Tierschutz ein integraler Bestandteil der Pandemieprävention sein muss. Die Pelztierzucht muss unmittelbar beendet werden, um die Gesundheit von Menschen und Tieren zu schützen“, sagt Thomas Pietsch, Internationaler Kampagnenleiter Pelz bei VIER PFOTEN.

„Die Corona-Ausbrüche haben die gezeigt, dass die unmenschlichen und wenig nachhaltigen Bedingungen in Pelztierfarmen die idealen Voraussetzungen für die Ausbreitung und Mutation eines Virus bieten. Wir fordern die Staats- und Regierungschefs auf, diese Gefahren anzuerkennen und zu handeln, um die Pelztierzucht ein für alle Mal zu beenden“, sagt Joh Vinding, Vorsitzender der Fur Free Alliance.

Die Coronakrise befeuert den Niedergang der Pelzindustrie, der bereits im vollen Gange ist. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben bereits zwanzig Länder die Pelztierzucht abgeschafft. Immer mehr Hersteller verzichten in ihren Kollektionen auf Pelz – auch, weil die Nachfrage nach ethisch korrekten Produkten bei Verbraucher:innen wächst. Die Nachfrage nach Pelz dagegen ist in den vergangenen Jahren gesunken.

Fur Free Retailer Program
Das „Fur Free Retailer"-Programm ist die weltweit führende Initiative, um pelzfreie Unternehmen mit Kunden zu vernetzen, die nach ethisch hergestellten Produkten suchen. Das Programm ist eine Initiative der Fur Free Alliance (FFA), die in über 25 Ländern der Welt aktiv ist. Die Allianz ist ein internationaler Zusammenschluss von über 50 Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die sich gemeinsam für ein Ende der Zucht und Tötung von Tieren wegen ihres Fells einsetzen. 


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