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HA Schult: Der Wertgigant vor dem Landtag
„Wertgiganten“ ©Ansgar M. van Treeck
  • 18. Oktober 2021

HA Schult: Der Wertgigant vor dem Landtag

Von Jörg Schwarz | Journalismus, PR & Lyrik

am Dienstag, dem 26. Oktober 2021, stellt der Künstler HA Schult sein Kunstwerk „Der Wertgigant“ vor dem Landtagsgebäude in Düsseldorf vor.

Die Skulptur ist sechs Meter hoch, drei Tonnen schwer und besteht ausschließlich aus weggeworfenem Elektroschrott - alte Laptops, Kühlschränke, Handys, Waschmaschinen und vieles andere.

Erschaffen aus defekten Elektrogeräten startete der Wertgigant in München seine Reise durch Deutschland, um seine Geschichte zu erzählen. Aktueller Halt: Düsseldorf. Die Statue nicht nur ein weiteres Kunstobjekt HA Schults, sondern Ausdruck eines enormen Umweltproblems: Die gigantische Skulptur repräsentiert den Elektroschrott, den deutsche Haushalte in 72 Sekunden produzieren. Innerhalb von nur 20 Stunden entsteht so eine Armee von 1.000 Wertgiganten.

HA Schult, Zeit seines Lebens Aktivist und Mahner gegen Umweltzerstörung und übermäßigen Konsum, setzt mit der sechs Meter hohen Skulptur ein Zeichen für „Umwelt statt Unwelt“. Sein Credo lautet bis heute: „Nur die Kunst bewegt die Zeit.“

1958 in Düsseldorf schaute ich, als Student aus dem Fenster der Kunstakademie und stellte mir vor, dass sich eines Tages am Horizont die Alpen aus Müll und Schrott der neu entstehenden Konsumgesellschaft türmen würden.

1986 stand ich auf der Chinesischen Mauer bei Peking und sagte zu meinen Begleitern: "Eines Tages wird der Berg leerer Cola-Flaschen höher und länger sein als Eure Grosse Mauer."

Heute 2021 ist es soweit, die Studie "Reparieren statt Wegwerfen!" von Wertgarantie zeigt uns, mit ihren erschreckenden Zahlen, wie weit es mit uns gekommen ist: täglich produzieren wir in Deutschland soviel Elektroschrott, dass ich daraus jeden Tag tausend "Wertgiganten" bauen könnte.

Die Konsumgesellschaft der frühen Wirtschafts- wunderjahre ist längst zur Wegwerfgesellschaft einer Epoche geworden, die unser aller Tun und Sein in Frage stellt.

<1968 sagte ich im Münchner "Alten Simpl" als junger Künstler am Tisch mit Willy Brandt, Hans- Jochen Vogel und Reimut Jochimsen, eines Tages werde die Umwelt die Politik entscheiden. Da rief mein Freund "Hotte" Ehmke über den Tisch: "Halt Deinen dummen Mund. Das wissen wir auch, geh' damit zur CDU, wir wollen endlich Kanzler sein!"

Heute 2021, 63 Jahre danach, in den Wochen einer neuen Regierungsbildung, kann die Politik, den weltweiten Gegebenheiten folgend, trotz des Blicks auf den vierjährigen stossweisen Atem der Demokratie, ihre Augen nicht mehr verschliessen.

Daher geht mein ganz besonderer Dank an den Hausherrn des Landtags NRW, dem Landtags- präsidenten André Kuper, dass er dem Auftritt des Wertgiganten ein Forum bietet.

Ich danke auch, vor allem der Versicherung Wertgarantie und deren CEO Patrick Döring dafür, dass sie mit Ihrer Studie die Gesellschaft aufrütteln wollen und die abenteuerliche Wanderschaft des Wertgiganten, durch die konsumgeschwängerte Landschaft der Republik ermöglichen.

Zwischen Wirtschaft, Politik und Kunst entstand in den Monaten unserer Zusammenarbeit, ein Klima, das Hoffnung macht. G e m e i n s a m plädieren wir, für die Abkehr vom Ungeist der Wegwerfgesellschaft.

Die Freiheit einer Gesellschaft ist so gross, wie die ihrer Kunst. Lassen wir uns diese Freiheit nutzen, zugunsten der folgenden Generationen.

1939 geboren, wuchs HA Schult in den Trümmern von Berlin auf. 1958 bis 1961 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei K.O. Götz. Weitere Studenten waren Gerhard Richter, Sigmar Polke und Franz Erhard Walther. 1976 Venedig 1983 New York 1994 St. Petersburg 1999 Flughafen Köln-Bonn Als Umweltkünstler der ersten Stunde hat er, lange vor dem Club of Rome und vor Gründung einer Grünen Partei, das ökologische Ungleichgewicht unseres Planeten in die Umlaufbahn der Medien gebracht. 2009 gründete er mit Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer das ÖkoGlobe-Institut an der Universität Duisburg-Essen.


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