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UNESCO-Welterbe Zollverein: Wie Wandel gelingen kann
Prof. Dr. Hans-Peter Noll und Prof. Heinrich Theodor Grütter präsentieren die Publikationen zu Nachhaltigkeit und Inklusion ©Stiftung Zollverein, Jochen Tack
  • 28. Oktober 2025

UNESCO-Welterbe Zollverein: Wie Wandel gelingen kann

Von Markus Pließnig | Stiftung Zollverein

Stiftung Zollverein präsentiert Publikationen zu Nachhaltigkeit und Inklusion

Autonome Autos auf denkmalgeschützten Wegen, der Plan der Klimaneutralität bis 2030 und barrierefreie Zugänge zu Veranstaltungshighlights wie der Zollverein-Eisbahn: Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist zu einer weltweiten Referenz für Wandel geworden. Wie sich dieser Wandel konkret in Bezug auf Nachhaltigkeit und Inklusion gestaltet, hat die Stiftung Zollverein nun umfassend zu Papier gebracht – mit den Publikationen „Zollverein nachhaltig – Wie Wandel gelingen kann“ und „Welterbe für alle – Inklusion auf Zollverein“.

Handlungsleitendes Konzept statt Einzelmaßnahme

Zollverein – das war für das Vorstandsteam Prof. Dr. Hans-Peter Noll und Prof. Heinrich Theodor Grütter schon immer mehr als ein Denkmal. Zollverein – das ist ein Möglichkeitsraum. Und dass die Stiftung in Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung des Standorts eine Vorbildrolle einnimmt, bestätigt der Erhalt des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2026 in der Branche „Kulturwirtschaft“. „Wir verfolgen nicht nur ein eigenes Leitbild in Anlehnung an die von den Vereinten Nationen formulierten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, sondern auch ein umfängliches Nachhaltigkeitskonzept, das sich auf fünf Handlungsfelder konzentriert. Es ist uns ein besonders Anliegen, die Entscheiderinnen und Entscheider von morgen zu überzeugen. Zollverein, das ist ein Welterbe für alle – und das gilt es zu bewahren“, erklärt Prof. Dr. Hans-Peter Noll. Die fünf Handlungsfelder des Konzepts sind: Klimaschutz, Transformation, Zollverein Park, Zukunftsstandort sowie Welterbe für alle.

Die nachhaltige Entwicklung des Geländes leitet die Stiftung Zollverein auf allen Ebenen: ökologisch, sozial, wirtschaftlich und kulturell. Prof. Heinrich Theodor Grütter sagt: „Zukunft entwickelt sich nicht im Stillstand – das zeigt sich auf Zollverein sehr deutlich. Ein Ort, der für Maschinen statt für Menschen gebaut wurde und die Umwelt mit hohen Emissionen belastet hat, ist heute ein Ort mit Weitblick, der sich für Biodiversität, Diskussionen, Innovationen und Kultur öffnet.“ Um den Wandel Zollvereins weiter anzutreiben, wurden mit der Abteilung „Strategische Standortentwicklung“ entsprechende Strukturen innerhalb der Stiftung geschaffen.

Gesellschaftlicher Auftrag statt Schlagwort

Auf dem 100 Hektar großen Gelände befinden sich 90 Bestandsgebäude, die ursprünglich weder für ihre heutige Nutzung vorgesehen waren noch für die Ewigkeit erbaut wurden. Zudem unterliegen sie dem Denkmalschutz und den Anforderungen der UNESCO. „Diese Gegebenheiten des Geländes sowie die Bausubstanz stellen uns vor Herausforderungen. Doch das hält uns nicht davon ab, an unserer Vision eines Ortes für alle festzuhalten und den Standort weitgehend barrierefrei und inklusiv zu gestalten“, sagt Prof. Dr. Noll. Der Fokus der Stiftung Zollverein liegt auf der Öffnung des Geländes und der Angebote für alle – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung und Alter. Prof. Grütter erklärt: „Welterbestätten repräsentieren die gesamte Menschheit – daher muss es unser Anspruch sein, dass Zollverein im Umkehrschluss allen Menschen zugänglich ist. Die Zeiten der ‚verbotenen Stadt‘ liegen längt hinter uns.“

Über die Stiftung Zollverein

Die Stiftung Zollverein hat den Auftrag, das UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen zu bewahren und zu entwickeln und ist Eigentümerin der übertägigen Gebäude und Anlagen. Die „schönste Zeche der Welt“ gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe. Seitdem werden Zeche und Kokerei Zollverein als identitätsstiftendes Denkmal bewahrt und mit musealen Angeboten, Konzerten und Veranstaltungen kulturell bespielt. Mit rund 1,7 Mio. Besuchen jährlich ist Zollverein die größte Touristenattraktion im Ruhrgebiet und mit zahlreichen Unternehmen aus der Kreativ- und Innovationswirtschaft ein wachsender Wirtschaftsstandort.




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