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Genossenschaften als erfolgreiche Lösung für die 50+1-Regelung im Profifußball
Zum Abschluss des Kanzler-Besuchs gab es dann eine Currywurst in der Heimspielerkabine (von rechts nach links) Genoverband-Vorstand Peter Götz, Markus Töns, MdB, Kanzler Olaf Scholz und Matthias Tillmann, Vorstand der Auf Schalke eG ©FC Schalke 04
  • 05. Februar 2025

Genossenschaften als erfolgreiche Lösung für die 50+1-Regelung im Profifußball

Von Genoverband e.V. | Daniel Illerhaus

Bundeskanzler Scholz mit Genoverband-Vorstand Peter Götz zu Gast bei der Fördergenossenschaft Auf Schalke eG

Gelsenkirchen. „Eine Fördergenossenschaft ist das geeignete Modell, um die Zukunft von Fußballvereinen wie FC Schalke 04 selbstbestimmt, basisdemokratisch und wirtschaftlich erfolgreich zu gestalten.“ Mit diesen Worten erläuterte Peter Götz, Vorstand des Genoverbandes, Bundeskanzler Olaf Scholz am Dienstag, 4. Februar, in der Veltins-Arena von Schalke 04 die Vorteile einer Genossenschaft. Scholz hatte die Fördergenossenschaft Auf Schalke eG besucht, um sich über die Genossenschaft des Profi-Fußballvereines zu informieren. Der Genoverband ist der Prüfungs- und Betreuungsverband der Genossenschaft und hatte die Gründung von Auf Schalke eG von der Idee bis zur Gründung begleitet.

Wie Götz betonte, erfülle das genossenschaftliche Modell besonders gut die 50+1-Regel im deutschen Fußball: „Diese besagt, dass nicht externe Investoren den deutschen Profifußball bestimmen sollen, sondern immer die Mitglieder der Vereine. Über die Genossenschaft kann nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Finanzierung von Profifußball-Vereinen demokratisch und nach Mitgliederwillen geregelt werden.“

So seien die Mitglieder der Auf Schalke eG auch ihre Geldgeber und stärkten über die Mitgliedschaft in der Genossenschaft den Fußballverein. „Das unterscheidet eine Genossenschaft grundlegend von externen Investoren bei Fußballvereinen“, erläuterte der Verbandsvorstand. Denn externe Investoren hätten vor allem das Interesse, ihre Profite und ihren Einfluss ausweiten. Das sei in Genossenschaften völlig anders. Sie handeln laut Götz immer im Interesse ihrer Mitglieder und setzen dabei auf Solidarität, Mitbestimmung und gleiche Rechte. So hat jedes Mitglied nur eine Stimme, unabhängig davon, wie viele Anteile es an der Genossenschaft erworben hat. Der Verbandsvorstand: „Auf diese Weise können in einer Fördergenossenschaft wie im Falle von FC Schalke 04 Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit langfristig und solidarisch mit den Mitglieder- und damit den Vereinsinteressen verbunden werden.“

Auf Schalke eG ist zurzeit eine der prominentesten Genossenschaften in Deutschland. Denn sie ist die erste Genossenschaft eines Profi-Fußballvereins in NRW und die zweite – nach der Football Cooperative St. Pauli 2024 eG (FCSP eG) des FC St. Pauli – bundesweit. Möglichst viele der 190.000 Vereinsmitglieder von FC Gelsenkirchen- Schalke 04 sollen auch Mitglieder der neuen Genossenschaft werden, um den Fußballverein für die Zukunft gut aufzustellen. Seit dem Zeichnungsstart am 22. Januar haben 5.300 Mitglieder ihren Eintritt in die Fördergenossenschaft erklärt und Anteile in Höhe von 5 Millionen Euro gezeichnet.

Mit dem Kapital seiner Mitglieder will die Genossenschaft auch Anteile an der Stadiongesellschaft von Schalke 04 erwerben – mit den dadurch generierten finanziellen Mitteln soll der Verein dann seine Verbindlichkeiten reduzieren. Zusätzlich ist geplant, Stadionanteile der Veltins-Arena von Dritten zurückzukaufen. Außerdem hat der FC Schalke 04 über die Genossenschaft die Möglichkeit, Geld zurück in den Verein zu holen und so unabhängiger von externen Geldgebern zu werden.




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