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„Verantwortung zum Frieden in unserem Land gemeinsam wahrnehmen“
Auch die Teilnehmenden beim Treffen der Leitenden in den Pastoralen Räumen des Erzbistums Paderborn setzten mit diesem Banner der Mitmachaktion WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT! ein Zeichen für Menschenwürde und gegen Ausgrenzung ©Erzbistum Paderborn.
  • 05. Februar 2025

„Verantwortung zum Frieden in unserem Land gemeinsam wahrnehmen“

Von Presse-Team des Erzbistums Paderborn | Erzbischöfliches Generalvikariat

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz warnt vor Ausgrenzung und Feindseligkeit / Initiative WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT! des Erzbistums Paderborn setzt Zeichen für Frieden und Demokratie, gegen Extremismus

Paderborn (pdp). Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz warnt wenige Wochen vor der Bundestagswahl eindringlich vor Ausgrenzung, Feindseligkeit und einer Verrohung der Sprache. Eine Initiative des Erzbistums Paderborn verleiht dieser Forderung Nachdruck: Unter dem Titel WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT! ruft die Aktion dazu auf, Zeichen für Frieden, Demokratie und gegen Extremismus zu setzen.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hält sich derzeit als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz im Irak auf. Im Januar hat er an einem Bischofstreffen in Israel teilgenommen. „Durch meine Reisen habe ich eindrücklich erlebt, wie sehr Extremismus und Feindseligkeit ein Land, eine Gesellschaft und den gegenseitigen Zusammenhalt zerstören können“, beschreibt Erzbischof Dr. Bentz.

„Natürlich ist die Situation im Nahen Osten nicht unmittelbar mit der in der Bundesrepublik vergleichbar. Doch zeigt sie deutlich: Auch wir müssen die Verantwortung für den Frieden und die Demokratie in unserem Land mit gemeinsamer Kraft wahrnehmen“, mahnt Erzbischof Dr. Bentz. „Wir müssen jeglicher Form von Extremismus gemeinsam Einhalt gebieten.“ Die Deutsche Bischofskonferenz habe bereits im Februar 2024 ihre Haltung zu rechtsextremistischen Tendenzen mit der Erklärung „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ unmissverständlich deutlich gemacht.

Verrohung fange bei der Sprache an

„Öffentliche Auseinandersetzungen und politische Debatten dürfen durchaus hart in der Sache sein“, so Erzbischof Dr. Bentz weiter. „Aber es beschädigt unsere freiheitliche Verfasstheit, wenn dabei Grenzen des Anstands und Respekts überschritten werden.“ Sprache und der Umgang mit ihr seien gerade für Christinnen und Christen ein sensibles Gut, das in einer Demokratie geschützt werden müsse. „Wie sollen etwa künftige Koalitionspartner konstruktiv miteinander arbeiten und kompromissfähige Lösungen für das Miteinander aller finden, wenn Kommunikationsbrücken beschädigt oder abgebrochen werden?“, fragt der Paderborner Erzbischof. Angesichts der vielen drängenden Aufgaben einer künftigen Regierung scheine es ihm wichtig, den Blick und die Sprache der Politik wieder auf das Verbindende und gemeinsam Mögliche der demokratischen Parteien zu lenken.

Migration: Überforderung anerkennen, Menschenwürde achten

Alle Aspekte der Migration sollten als gesellschaftliche Herausforderung erkannt und ernstgenommen werden, fordert Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Land, Behörden und Kommunen würden ihr Möglichstes tun, um geflüchtete Menschen aufzunehmen und ihnen zu helfen. „Aber viele Menschen, die sich engagieren oder unmittelbar davon betroffen sind, stehen unter einer permanenten Überforderung. Etwa im Kita- und Schulbereich, im Gesundheitssektor oder bei der Integrationsarbeit sind Überlastungsanzeigen deutlich wahrnehmbar.“ Dass vor diesem Hintergrund auch Frustration wachse, sei grundsätzlich nachvollziehbar und gleichsam als Sorge anzuerkennen wie als Aufgabe anzugehen. „Bei allen Lösungsansätzen, in allen Diskussionen, ob politisch oder beispielsweise auch in den sozialen Medien, dürfen wir jedoch niemals die Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe vermissen lassen. Jeder Mensch besitzt eine unveräußerliche Menschenwürde. Dies gilt für geflüchtete Menschen ebenso wie für Andersdenkende.“

Gerade vor den Bundestagswahlen sei ein starkes Plädoyer für Menschenwürde und gegen Diskriminierung nötig, fasste Erzbischof Dr. Bentz zusammen. Unter dem Titel „WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT!“ rufe eine Initiative des Erzbistums Paderborn deshalb dazu auf, gemeinsam Zeichen für Frieden und Demokratie, gegen Extremismus zu setzen. „Wir stehen vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Im Ringen um tragfähige Lösungen brauchen wir einen realistischen Blick ebenso wie Besonnenheit beim Abwägen von Argumenten. Der Respekt der anderen Meinung und konstruktive Auseinandersetzungen müssen Wesensmerkmale einer freiheitlich verfassten Demokratie sein“, macht Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz deutlich.

Initiative WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT! soll Blick für Möglichkeiten und Grenzen schärfen

Die Initiative WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT! lädt alle Engagierten und Interessierten, Kirchengemeinden, Gruppen und Vereine, Schulen und Kitas, Familien und Communities ein, gemeinsam sichtbare Zeichen für Frieden, Demokratie, Menschenwürde und Nächstenliebe zu setzen – und „Halt!“ zu sagen, um Diskriminierung, Ausgrenzung und Benachteiligung zu stoppen. Das ist auf vielfache Weise möglich: mit Mitmach-Aktionen, Plakaten, Bannern, Social-Media-Vorlagen oder Postkarten. Über einen Kreativwettbewerb wird das Plädoyer für Menschenwürde und Nächstenliebe auch wirkungsvoll in die Schulen gebracht. Die Initiative startet zu den Bundestagswahlen im Februar 2025 und wird fortlaufend über das Jahr mit immer neuen Angeboten und Aktionen ergänzt, um den Zusammenhalt im Erzbistum Paderborn bei gesamtgesellschaftlichen Fragen zu fördern.

Zum Video-Beitrag von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz: https://youtube.com/sh...ture=share

Zur Aktionsseite WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT!
https://wir-sagen-zusammenhalt.de




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