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Oft gelingt „der TÜV“ auf Anhieb
TÜV NORD-Prüferin und –Prüfer bei der Arbeit. ©TÜV NORD
  • 05. November 2020

Oft gelingt „der TÜV“ auf Anhieb

Von Saskia Hollatz | PickMeUp

Mehr als 57 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an den TÜV-STATIONEN in Paderborn die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue Plakette. Bei mehr als 58 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Aber: 31,7 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die TÜV-Plakette auf das hintere Kennzeichen geklebt werden konnte. Absolut verkehrsunsicher waren zwei Autos.

Und noch zwei Zahlen aus der TÜV NORD-Statistik, die jetzt veröffentlicht wurde: Der durchschnittliche PKW, der hier vor Ort an den TÜV-STATIONEN geprüft wurde, war 10,1 Jahre alt und hatte mehr als 114.000 Kilometer auf dem Tacho.

TÜV NORD-weit sinkt die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln wieder nach einem leichten Anstieg im Vorjahr. Der insgesamt positive Trend ist in den Augen der TÜV-Sachverständigen Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung. Dadurch werden die Autofahrer aufgefordert, sich um den guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu kümmern – zum Nutzen für die Sicherheit auf unseren Straßen.

Michael Schlüting, der Leiter einer der TÜV-STATIONEN sagt: „Es ist gut, dass die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln wieder sinkt. Schließlich bauen die Hersteller in der Regel gute Autos und legen auch Wert auf Langzeitqualität. Zusätzlich engagieren sich die Autohäuser und Werkstätten für hohe Qualitätsmaßstäbe bei ihren Wartungs-und Reparaturarbeiten. Die Fahrzeughalter wiederum sind angehalten, fällige Inspektionstermine auch wahrzunehmen. Dann haben Fahrzeuge bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel und die Autofahrerinnen und Autofahrer können ihre individuelle Mobilität mit Sicherheit genießen. Vor Fahrtantritt sollte aber jeweils ein kurzer Check der Beleuchtungsanlage erfolgen.“

Dass nämlich die Beleuchtungsanlage mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich leicht gesunken. Daran haben auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik (z. B. LED) sicher ihren Anteil.

Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die jeweils im Oktober unter anderem vom Kfz-Gewerbe und dem TÜV durchgeführt wird, dient auch dem Ziel, Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen gerade vor der dunklen Jahreszeit abzustellen.

Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Achsen, Räder, Reifen“, „Umweltbelastung“ und „Bremse“.

Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen TÜV NORD-Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 10,0 Prozent. Nach sieben Jahre liegt die Quote bei 16, 3 Prozent. Als Elfjährige schließlich weisen 29,0 Prozent der Autos erhebliche Mängel auf und müssen zur Reparatur in die Werkstatt.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 48.487 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 131.696 Kilometern auf dem Tacho.

Aufgepasst: Wer noch mit einer blauen Plakette für 2020 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin bei seinem TÜV geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der ‚fälligen‘ Plaketten von Blau auf Gelb und so ist zum Beispiel für Ordnungshüter schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde.

Als das Auto mit den geringsten Mängeln im gesamten TÜV-Report 2021 wird der Mercedes GLC, der auch die Kategorie SUV dominiert, gelistet. In den einzelnen Fahrzeugklassen belegen folgende Fahrzeuge die Siegerplätze: Mini: Opel Adam, Kleinwagen: Audi A1, Kompaktklasse: Hyundai I30, Mittelklasse: Opel Insignia, Van: Mercedes B-Klasse, Sportsvan und SUV: Mercedes GLC. Je nach

Altersklasse schneiden Mercedes GLC und Porsche 911 sehr gut ab. Als Mängelriesen finden sich Dacia Duster, VW Sharan, Dacia Logan und Renault Kangoo auf der TÜV-Liste.

Den TÜV-Report, der typspezifische Fahrzeugmängel dezidiert auflistet und damit zu einem wichtigen Ratgeber beim Gebrauchtwagenkauf wird, gibt es an jeder TÜV-STATION und im Zeitschriftenhandel zu kaufen. Er kostet 4,90 €.


Ressort: Hochstift

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