Sep. 21, 2026

AvD nimmt Winter- und…

Mit zwei neuen Reifentests liefert der Automobilclub von Deutschland (AvD) Autofahrern…
Okt. 02, 2026

Noch 10 Tage…

Der Countdown läuft Nur noch 10 Tage: Die Landesgartenschau geht mit einer leuchtenden…
Studie: Hormus-Blockade setzt globale Lieferketten unter Druck
Transport ©Gerald Kaufmann
  • 19. März 2026

Studie: Hormus-Blockade setzt globale Lieferketten unter Druck

Von Ines Matzelle | Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)

– Deutschland vor allem indirekt betroffen

Wien, am 19.3.2026 – Die aktuelle Blockade der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel – wird zum zunehmenden Risiko für die Weltwirtschaft. Eine neue Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), des Complexity Science Hub (CSH) und der TU Delft zeigt: Eine länger andauernde Schließung der Straße von Hormus könnte erhebliche Auswirkungen auf globale Lieferketten und Energiemärkte haben. Die Studie untersucht erstmals systematisch, wie stark Länder und Branchen weltweit von den Exporten jener fünf Golfstaaten abhängig sind, deren maritimer Handel vollständig durch Hormus verläuft: Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait und Bahrain. Insgesamt exportieren diese fünf Staaten Waren im Wert von rund 1,2 Billionen US-Dollar pro Jahr, wobei Energieprodukte wie Rohöl, Flüssiggas und raffinierte Erdölprodukte mit rund 800 Milliarden US-Dollar den größten Anteil der betroffenen Handelsströme ausmachen.

„Die Straße von Hormus ist einer der kritischsten Engpässe der Weltwirtschaft. Eine längere Blockade würde nicht nur Energiemärkte treffen, sondern auch zahlreiche globale Lieferketten unter Druck setzen“, erklärt Studienautor und ASCII-Direktor Peter Klimek.

Dauer der Blockade entscheidet über wirtschaftliche Folgen

Mithilfe des eigens entwickelten Schifffahrtsmodells TIDES wurden verschiedene Szenarien mit 10.000 simulierten Tankern und 1.315 Häfen weltweit untersucht. Das Ergebnis: Kurze Blockaden von bis zu zwei Wochen hätten nur begrenzte wirtschaftliche Folgen. Dauert eine Störung jedoch länger als vier Wochen, können sich Verzögerungen entlang globaler Lieferketten aufschaukeln. Bei einer 56-tägigen Blockade würden sich die Verzögerungen im globalen Tankerverkehr deutlich verstärken, da sich verpasste Hafenfenster, Staus in Häfen und verschobene Fahrpläne gegenseitig verstärken. Kurzfristig rechnen die Forschenden mit Preissteigerungen und Marktvolatilität und nicht mit unmittelbaren Lieferausfällen und Versorgungsengpässen. Strategische Reserven, Lagerbestände und alternative Lieferanten könnten kurzfristige Engpässe abfedern. Langfristige Blockaden könnten jedoch zu anhaltend hohen Energiepreisen, steigenden Produktionskosten und sinkender Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien führen.

„Je länger eine Störung dauert, desto stärker wirken sich Kettenreaktionen in globalen Lieferketten aus. Die wirtschaftlichen Folgen steigen dann überproportional an“, erklärt Stefan Thurner, Studienautor und Präsident des Complexity Science Hub (CSH).

Weltwirtschaft stark von Energieexporten aus der Golfregion abhängig

Am stärksten abhängig von den Exporten der Golfstaaten sind große asiatische Volkswirtschaften. China importiert jährlich Waren im Wert von rund 97 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Indien mit 74 Milliarden, Japan mit 63 Milliarden, Südkorea mit 30 Milliarden und Thailand mit 22 Milliarden US-Dollar. Diese Länder beziehen große Mengen an Rohöl, Flüssiggas und raffinierten Erdölprodukten aus der Region. Neben Energieprodukten spielen auch andere Rohstoffe eine Rolle: Zwischen 2019 und 2023 stammten rund 31 % der weltweiten Harnstoffexporte (Urea) aus der Golfregion. Die fünf untersuchten Staaten exportieren zusammen 8 bis 10 % der globalen Düngemittelproduktion im Wert von rund 13,5 Milliarden US-Dollar jährlich. Ein weiterer strategischer Bereich sind Spezialgase für die Halbleiterproduktion, etwa Neon, Helium oder Argon. Hier liegen die Exporte aus den untersuchten Golfstaaten bei rund 3 Milliarden US-Dollar jährlich. 

Energieabhängigkeit konzentriert sich europaweit auf wenige Länder

Für Europa zeigt die Analyse ein differenziertes Bild. Die EU importiert jährlich rund 47 Milliarden US-Dollar aus den fünf Hormus-abhängigen Golfstaaten, wobei sich die Risiken stark auf einige wenige Länder konzentrieren. Italien ist mit 9,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr der größte Importeur innerhalb der EU und bezieht große Mengen Flüssiggas aus Katar im Wert von rund 4,4 Milliarden US-Dollar sowie Propan im Wert von etwa 3,2 Milliarden US-Dollar. Auch Belgien ist stark exponiert: Vor allem über das LNG-Terminal in Zeebrugge importiert das Land jährlich rund 5,8 Milliarden US-Dollar an katarischem Flüssiggas, während über Antwerpen bedeutende Diamantenhandelsströme aus den Vereinigten Arabischen Emiraten laufen. Das Vereinigte Königreich weist mit 12,9 Milliarden US-Dollar pro Jahr sogar die höchste Exponierung Europas auf, davon rund 5,9 Milliarden US-Dollar Gasprodukte aus Katar. Deutschland und Frankreich sind dagegen breiter diversifiziert. Deutschland importiert rund 5,7 Milliarden US-Dollar, Frankreich etwa 8,1 Milliarden US-Dollar aus den betroffenen Staaten.

Deutschland: Direkte Abhängigkeit gering, aber verwundbar durch steigende Energiepreise

Deutschland importiert jährlich Waren im Wert von rund 5,7 Milliarden US-Dollar aus Golfstaaten und weist dabei eine vergleichsweise breite Diversifizierung sowohl bei Produkten als auch bei Lieferländern auf. Den größten Anteil haben die Vereinigten Arabischen Emirate mit 4,2 Milliarden US-Dollar, vor allem durch den Import von Schiffen, Yachten und Industrieausrüstung statt klassischer Konsumgüter. Katar trägt mit 0,6 Milliarden US-Dollar bei, insbesondere durch Propan und Spezialgase, die auch in der Halbleiterproduktion und industriellen Prozessen eine strategisch wichtige Rolle spielen. Weitere Anteile entfallen auf Kuwait (0,4 Milliarden US-Dollar) und Iran (0,3 Milliarden US-Dollar), unter anderem mit Teppichen und Pistazien. Insgesamt sorgt die breitere Streuung und die geringere Abhängigkeit von schwer ersetzbaren Energieimporten dafür, dass Deutschland im Vergleich zu Ländern wie Italien oder dem Vereinigten Königreich als widerstandsfähiger gilt. Dennoch bestehen indirekte Risiken: Steigende Energiepreise, insbesondere für Gas, könnten vor allem energieintensive Branchen wie die chemische Industrie erheblich belasten.

„Die direkte Abhängigkeit Deutschlands ist vergleichsweise gering – die eigentliche Verwundbarkeit liegt in den indirekten Effekten. Steigende Energiepreise wirken wie ein Multiplikator entlang der gesamten Wertschöpfungskette und treffen insbesondere die energieintensive Industrie. Genau hier entscheidet sich, wie stark geopolitische Spannungen letztlich auf die Realwirtschaft durchschlagen“, sagt Studienautor und ASCII-Direktor Peter Klimek.

Studie plädiert für schnelle Deeskalation

Für politische Entscheidungsträger in Europa ergeben sich aus der Analyse vor allem drei zentrale Schlussfolgerungen: Entscheidend ist eine rasche Deeskalation, um Unterbrechungen im Schifffahrtssystem kurz zu halten und zu verhindern, dass sich Verzögerungen entlang globaler Lieferketten ausweiten und größere wirtschaftliche Folgen auslösen. Gleichzeitig empfiehlt die Studie eine Vorsorgeplanung für länger andauernde Störungen, da die Auswirkungen ab etwa einem Monat überproportional ansteigen können und sich Verzögerungen entlang globaler Lieferketten verstärken. Schließlich spielt auch eine klare und transparente Kommunikation von Behörden eine wichtige Rolle, um Marktunsicherheiten zu vermeiden. 

„Kurzfristige Störungen lassen sich in der Regel bewältigen. Kritisch wird es, wenn eine Blockade länger anhält – auch wenn dies aus aktueller Sicht unwahrscheinlich ist – und sich Verzögerungen entlang globaler Lieferketten aufschaukeln. Umso wichtiger sind schnelle politische Lösungen, Vorbereitung auf längere Krisenszenarien und eine transparente Kommunikation, damit Märkte nicht durch Panikreaktionen und Hamsterkäufe zusätzlich destabilisiert werden“, schließt Studienautor und ASCII-Direktor Peter Klimek.


Über die Studie

Die Studie „When the Strait Closes: Trade Dependencies and Shipping Disruption Scenarios for the Strait of Hormuz“ analysiert globale Handelsabhängigkeiten von Exporten aus fünf Golfstaaten sowie mögliche Folgen einer Blockade der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Grundlage sind internationale Handelsdaten für 2022–2023 sowie Simulationen mit dem eigens entwickelten maritimen Transportmodell TIDES, das den weltweiten Tankerverkehr mit rund 10.000 Schiffen und 1.315 Häfen abbildet. Damit untersucht die Studie erstmals systematisch, wie sich unterschiedliche Blockadeszenarien auf globale Lieferketten und Energiehandel auswirken könnten. Link zur Studie: www.ascii.ac.at.


Ressort: Themen

Das Portal für
Paderborn, Höxter und Warburg

webverzeichnis

Autopflege Zubler
Webcomponenten
Joomla, Anmeldesysteme, Newsletter
Elsener Straße 24 b - 33102 Paderborn
Das Portal für Paderborn, Höxter und Warburg
Kloster Corvey ©Gerald Kaufmann

Kloster Corvey, Stiftskirche

Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

Paderquellgebiet ©Gerald Kaufmann

Paderquellgebiet

Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

Rathaus Paderborn ©Gerald Kaufmann

Rathaus Paderborn

Rathaus im Stil der Weserrenaissance. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde ist wieder aufgebaut und ist noch heute Tagungsort des Stadtrates.

Das Drei-Hasen-Fenster ©Gerald Kaufmann

Das Drei-Hasen-Fenster

Das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms ist ein Wahrzeichen von Paderborn, und findet sich auch an vielen weiteren Orten in der Paderstadt wieder.

Abdinghofkriche in Paderborn ©Gerald Kaufmann

Abdinghofkriche in Paderborn

Abdinghofkriche ist ungefähr gleich alt wie der Dom und wurde als Klosterkirche gegründet. Heute ist sie so etwas wie der Evangelische Dom in Paderborn.

Paderborner Dom ©Gerald Kaufmann

Paderborner Dom

Rathaus Höxter ©Gerald Kaufmann

Rathaus Höxter

Wisent in Hardehausen ©Gerald Kaufmann

Wisent in Hardehausen

Kleines Viadukt bei Altenbeken ©Gerald Kaufmann

Kleines Viadukt bei Altenbeken

Waschfrauen an der Pader ©Gerald Kaufmann

Waschfrauen an der Pader

Liboriuskapelle ©Gerald Kaufmann

Liboriuskapelle

Liboriuskapelle in Paderborn

Keiserpfalz ©Gerald Kaufmann

Kaiserpfalz in Paderbortn

Platz zwischen Dom und Kaiserpfalz. Im Hintergrund die

Kapuzinerkirche ©Gerald Kaufmann

Kapuzinerkriche

Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

Rathaus Brakel ©Gerald Kaufmann

Rathaus Brakel

Das Brakeler Rathaus im im Renaissance-Stil. Davor steht die Rolandssäule, welche auch als Pranger genutzt wurde.

Nieheim Fachwerkhaus

Großes Fachwerkhaus in Nieheim

Der Käsemarkt in Nieheim ist sehenswert. Internationale Käsehersteller treffen hier zusammen und bieten ihren Käse an.

Käse und Käsemacher

Käse und Käsemacher

Käsehersteller aus dem Brezenzer Wald zu Gast in Nieheim!

Warburg am Tag! ©Gerald Kaufmann

Warburg am Tag! ©Gerald Kaufmann

Warburg liegt ziemlich mit am äußersten Rand vom Hochstift Paderborn, Höxter.

Adam Eva

Adam und Eva Haus. Daneben der Erzengel

Historische Fachwerkhäuser unweit der Paderqellen am Dom.

Neuestes

Anja und Jens Stevens

DIE FAMILIENUNTERNEHMER auf dem Petersberg

Oktober 19, 2026
Verantwortung, Austausch und Engagement „Am Ende sind es nicht Gebäude oder Organisationen, die Zukunft gestalten. Es sind Menschen, die Verantwortung übernehmen: Für ihre Unternehmen. Für ihre Mitarbeiter. Für ihre Familien.“ Anke Eickhoff, Vorständin von DIE FAMILIENUNTERNEHMER im Regionalkreis…
Weihbischof Matthias König

Erzbistum Paderborn und Hilfswerk missio Aachen rufen zu Kollekte auf

Oktober 19, 2026
Weltmissionssonntag: Erzbistum Paderborn und Hilfswerk missio Aachen rufen zu Kollekte auf – Politisches Zeichen gegen Nationalismus und Egoismus Größte katholische Spendenaktion weltweit: Erzbistum Paderborn 2025 mit fast 135.500 Euro dabei Paderborn. Das Erzbistum Paderborn und das Hilfswerk…
Feel-Good-Challenge

Jetzt wieder mitmachen und „GLÜCKLICH/T SEIN!“

Oktober 16, 2026
Mitmachaktion des Erzbistums Paderborn ruft vom 25. Oktober bis 6. Dezember 2026 zu kleinen Gesten mit großer Wirkung auf Paderborn (pdp) Wenn der Herbst es draußen kälter werden lässt, spenden kleine Zeichen der Zuwendung Wärme zwischen Menschen: ein Lächeln, ein freundliches Wort und ganz…
Daniel Ritter

Neue Zinsrealität: „Warten ist nicht die beste Option“

Oktober 15, 2026
Frankfurt am Main – Viereinhalb Prozent Bauzinsen – für viele Menschen ist das derzeit eine wichtige Zahl, an der sich die Debatte über Wohneigentum mitentscheidet. Dabei führt der Vergleich mit den vergangenen Jahren leicht in die falsche Richtung. Die Zinsen von unter einem Prozent in den Jahren…

Neuestes

HNF im November 2023

Sagenhaft Hall 9000
Sagenhaft! – Geschichte und Fantasien der Künstlichen Intelligenz Vortrag im Heinz Nixdorf MuseumsForum Schon vor Jahrhunderten gab es Vorstellungen davon, eine technische Komponente zu…

4. Tag des Wasserstoffs auf Gut Gnadental

16-Tonnen-Radbagger mit H2-Verbrenner der DEUTZ AG im Innenhof von Gut Gnadental
Wasserstoff im Realitäts-Check – Wo stehen wir, wo geht es hin? „Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.“ Alexander von Humboldt (1769-1859), Naturforscher und…

Meist gelesen




Paderborn und Höxter

erleben!

---


Hochstiftanzeiger!

Finde was zählt!