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Babyboomer im Markt halten – wenn die Anreize stimmen
VDI-Direktor Adrian Willig
  • 04. Februar 2025

Babyboomer im Markt halten – wenn die Anreize stimmen

Von Sarah Janczura | VDI e. V.

Babyboomer im Ingenieurberuf als Wirtschaftsfaktor: 7,2 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung im Jahr 2037 möglich

Die Babyboomer-Generation ist entscheidend für den Ingenieur- und IT-Sektor. Bis zu 340.000 Fachkräfte könnten in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen – mit potenziell gravierenden Folgen. Doch gezielte Anreize könnten diese Lücke verkleinern, wie der Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auf einer Pressekonferenz betonen.

Der VDI/IW-Ingenieurmonitor verzeichnet derzeit 129.170 unbesetzte Stellen in Ingenieur- und IT-Berufen. Trotz des Rückgangs der offenen Stellen um 21,8 Prozent im dritten Quartal 2024 bleibt der Fachkräftemangel kritisch. Bis 2035 drohen laut dem Institut der deutschen Wirtschaft bis zu 340.000 Beschäftigte in akademischen MINT-Berufen aus Altersgründen den Arbeitsmarkt zu verlassen – eine Gefahr für Deutschlands Innovationskraft. Um genügend Fachkräfte zu gewinnen, sind neben weiteren Maßnahmen auch gezielte Anreize für ältere Beschäftigte unerlässlich. „Erfahrung ist der Motor für Innovation. Dieses Potenzial müssen wir nutzen“, sagt VDI-Direktor Adrian Willig.

Prof. Axel Plünnecke, Leiter des Themenclusters Bildung, Innovation und Migration am IW ergänzt: „Mittelfristig prägen strukturelle Entwicklungen wie Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung den Fachkräftebedarf stärker als konjunkturelle Schwankungen.“

Gezielte Maßnahmen für erfahrene Fachkräfte könnten die Beschäftigung im Jahr 2037 um 58.400 Personen steigern und eine zusätzliche Wertschöpfung von 7,2 Milliarden Euro ermöglichen. 2032 könnte die Gesamtbeschäftigung bereits um 37.600 Personen erhöht werden und eine zusätzliche Wertschöpfung von 4,7 Milliarden Euro erzielen.

Diese Berechnungen basieren auf einem konservativ kalkulierten Wertschöpfungsbeitrag von 124.000 Euro pro Beschäftigten in akademischen Berufen.

Damit Unternehmen und Gesellschaft von der Erfahrung der Babyboomer-Generation profitieren, schlägt der VDI drei Maßnahmen vor:

1. Flexiblere Übergangsmodelle in den Ruhestand: Viele Fachkräfte möchten weiterhin arbeiten – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Flexible Rentenregelungen und attraktive Teilzeitmodelle ermöglichen es, Wissen und Erfahrung länger zu erhalten.

2. Attraktive Arbeitsbedingungen für ältere Ingenieure und Ingenieurinnen: Angepasste Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen und gezielte Weiterbildungen machen den Beruf auch im fortgeschrittenen Alter attraktiv. Unternehmen sollten hier gezielt ansetzen und Modelle wie Job-Sharing prüfen.

3. Wissenstransfer über Generationen hinweg: Erfahrung weitergeben heißt Zukunft gestalten. Strukturierte Mentoring-Programme helfen, Wissen im Unternehmen zu halten und den Nachwuchs gezielt zu fördern.

„Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass der demografische Wandel auch eine Chance ist. Jetzt gilt es, diese Entwicklung weiter voranzutreiben“, so Willig. Prof. Plünnecke führt aus: „Die Erwerbsanreize im Rentenalter sollten gestärkt werden, um Fachkräfte, die noch voller Energie stecken, zu halten.“

Aus Sicht des VDI ist beim Thema Fachkräftesicherung eine langfristige Strategie essenziell: In der Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ befasst sich der Verein mit Experten und Expertinnen u.a. mit den künftigen Qualifikationsanforderungen der IT- und Ingenieurberufe.

Fachlicher Ansprechpartner:
Ingo Rauhut, Arbeitsmarktexperte im VDI e.V.
Telefon: +49 211 6214-697
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

VDI als Gestalter der Zukunft

Mit unserer Community und unseren rund 130.000 Mitgliedern setzen wir, der VDI e.V., Impulse für die Zukunft und bilden ein einzigartiges multidisziplinäres Netzwerk, das richtungweisende Entwicklungen mitgestaltet und prägt. Als bedeutender deutscher technischer Regelsetzer bündeln wir Kompetenzen, um die Welt von morgen zu gestalten und leisten einen wichtigen Beitrag, um Fortschritt und Wohlstand zu sichern. Mit Deutschlands größter Community für Ingenieurinnen und Ingenieure, unseren Mitgliedern und unseren umfangreichen Angeboten, schaffen wir das Zuhause aller technisch inspirierten Menschen. Dabei sind wir bundesweit, auf regionaler und lokaler Ebene in Landesverbänden und Bezirksvereinen aktiv. Das Fundament unserer täglichen Arbeit bilden unsere rund 10.000 ehrenamtlichen Expertinnen und Experten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen.




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