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Selbsthilfeinitiative: „Post-Vac-Syndrom wird zum ernsthaften Problem werden!“
Dennis Riehle
  • 13. August 2022

Selbsthilfeinitiative: „Post-Vac-Syndrom wird zum ernsthaften Problem werden!“

Von Dennis Riehle | Konstanz

Bundesweiter Ansprechpartner für Betroffene von Impfkomplikationen

Die Selbsthilfeinitiative zu Impfkomplikationen im Landkreis Konstanz sorgt sich um eine stark steigende Zahl an Meldungen von Betroffenen eines „Post-Vac-Syndroms“ als Folge einer Corona-Schutzimpfung. Wie der Leiter des Angebots bestätigt, haben sich die Zuschriften von Patienten im zweiten Quartal 2022 vervierfacht: „Mittlerweile haben uns seit Ausbruch von Covid-19 und der darauf folgenden Impfkampagne insgesamt 1064 Personen angeschrieben, die nach der Immunisierung länger andauernde Beschwerden haben“, erklärt Dennis Riehle. Der 37-Jährige, der selbst auf alle drei Impfungen gegen das Virus mit entsprechenden Problemen reagiert hat und bis heute unter diesen Symptomen leidet, unterstreicht dabei sowohl, dass die Mails und Anrufe aus der gesamten Bundesrepublik eingehen und es sich gleichzeitig bei 95 Prozent der Fälle um Impfkomplikationen handelt, die länger als drei Monate seit der Impfung andauern. „Hier kann also nicht mehr von allein vorübergehenden Nebenwirkungen des Piks gesprochen werden, sondern es handelt sich eindeutig um fortbestehende Schädigungen und Beeinträchtigungen, die teilweise dramatisch sind“, so Riehle – und fasst die erhobenen Erkenntnisse wie folgt zusammen:

„38 Prozent der uns mitgeteilten Beschwerden betreffen den neurologischen Bereich, beispielsweise Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Schmerzen oder Nervenentzündungen. Weiterhin sind 34 Prozent in den immunologischen Komplex einzusortieren, beispielsweise rheumatische Beschwerden, Fieberschübe, Abgeschlagenheit oder andauernder Husten. 22 Prozent umfassen kardiovaskuläre Probleme wie Blutdruckregulationsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Nachwirkungen einer Herzmuskelentzündung und Kurzatmigkeit. Hinzu kommen 45 Prozent diffuser Symptome von Sehstörungen, Gelenksteifigkeit, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen und auffällige Laborwerte bei Leber und Niere. Viele Betroffene haben dabei Störungen aus unterschiedlichen Körperbereichen berichtet und eine ganze Bandbreite an Erscheinungen des Post-Vac-Syndroms geäußert“. Zusammenfassend ähnelten die Beschreibungen den Folgen eines Long-Covid sehr und stünden diesem in ihrer Schwere und zeitlichen Ausprägungen in Nichts nach.

Riehle widerspricht damit auch den Einlassungen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach, der die Impfkomplikationen als weitaus weniger bedeutsam eingestuft hatte: „Mehrmalige Kontaktaufnahmen zu ihm blieben ohne Antwort. Wir hätten ihm gerne Fallberichte vorgelegt, die seine Sichtweise möglicherweise verändert und einen dringenden Handlungsbedarf hätten erkennen lassen. Leider wird man als Betroffener eines Post-Vac-Syndroms noch immer viel zu oft als Impfgegner abgestempelt. Dabei waren es doch wir, die sich aus Überzeugung haben immunisieren lassen und auf die Vakzine vertraut haben. Da kann man uns nicht vorwerfen, dass wir der Impfung gegenüber skeptisch seien“. Entsprechend distanziert sich die Selbsthilfeinitiative auch von jeglicher Ideologie oder politischen Vereinnahmung: „Wir zweifeln nicht an der Impfung und leiten aus unserem persönlichen Einzelschicksal keine Empfehlung gegen die Impfung ab. Das ist eine Entscheidung jedes Individuums, da mischen wir uns nicht ein“. Allerdings fordert Riehle einen deutlich stärkeren Fokus auf die Problematik: „Dass Petitionen abgelehnt werden, die die Einrichtung weiterer Spezialambulanzen für Impfgeschädigte fordern, betrübt mich sehr. Wenngleich bei der Vielzahl der verabreichten Impfungen die Zahl der Komplikationen noch immer verhältnismäßig gering sei, ist die Geschichte jedes Betroffenen ernstzunehmen. Denn nicht selten sind es Menschen, die durch das Post-Vac-Syndrom derart eingeschränkt sind, dass sie ihren Beruf aufgeben müssen und schlagartig gehandicapt sind“, so Riehle.

Der Großteil der Menschen, die sich bei ihm meldeten, sind verzweifelt und hilflos: „Die Betroffenen haben viele Fragen. Bisher ist bei uns noch keine Selbsthilfegruppe in Präsenz oder online zustande gekommen, weil 98 Prozent der Kontaktsuchenden lediglich Beratung wünschen. Dabei geht es um die Vermittlung an Fachärzte und Kliniken, Möglichkeiten der weitergehenden Diagnostik und Behandlung von Impfkomplikationen oder entschädigungsrechtliche Ansprüche“, erklärt Riehle, der derzeit bis zu 15 Anfragen pro Tag erhält. Nachdem er als gelernter Psychosozialer und Integrationsberater mit Zertifizierungen in Prävention, Gesundheitsförderung, Sozialrecht und Grundlagenmedizin ausgebildet ist, können ihm nicht nur die Erfahrungen aus seinem eigenen Post-Vac-Syndrom bei der Beantwortung der Anliegen helfen, sondern auch seine berufliche Qualifikation und Kenntnis. „Ich erwarte eine weiter zunehmende Zahl an Betroffenen. Denn unser Immunsystem war in der Geschichte selten einer solch dicht aufeinanderfolgenden Gabe von Vakzinen ausgesetzt und deshalb ist jede zusätzliche Impfung eine Gratwanderung. Wir wissen einfach nicht, wie der Körper auf vier Corona-Immunisierungen, zusätzlich vielleicht noch Grippeschutzimpfungen oder den Piks gegen Gürtelrose und Affenpocken reagiert. Und letztlich sinkt der Mehrwert der SARS-CoV-2-Impfung mit jeder weiteren Immunisierung, denn die Studien belegen nach meinem Dafürhalten keinesfalls, dass der Schutz mit einer wachsenden Zahl an Stichen zunimmt – eher im Gegenteil. Wir werden uns also auf eine wachsende Gruppe an impfgeschädigten Personen einstellen müssen. Und da hilft es auch nicht, dieses Phänomen fortwährend zu leugnen“, erklärt Dennis Riehle abschließend.

Beratung für Betroffene und Angehörige bundesweit kostenlos über Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..


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