
Paderborn (pdp). Dass Ordenschristen „mittendrin!“ sind – mitten in der Welt, in der Kirche, im Glauben, mitten im Leben, in der Gesellschaft – das wurde insbesondere am Mittwoch der Libori-Woche, 29. Juli 2026, erfahrbar. Weihbischof Matthias König feierte mit zahlreichen Ordensfrauen und Ordensmännern, Missionarinnen und Missionaren im Hohen Dom ein festliches Pontifikalamt. Doch nicht nur in der Bischofskirche des Erzbistums Paderborn prägten die Ordens-Christen durch ihre sichtbare Präsenz mit Ordensgewändern sowie durch Begegnungen und Gespräche „ihren“ Tag der Libori-Festwoche. Der bewährte Klostermarkt im Zelt vor dem Dom sowie die erstmals eingesetzte Segensgondel auf dem Liboriberg brachten die Vielfalt des Ordenslebens zum Ausdruck.
Die Präsenz und Wahrnehmbarkeit von Ordensleuten und Missionaren in der Öffentlichkeit habe sich in den zweiundzwanzig Jahren seines Wirkens als Weihbischof radikal verändert: Sie sei von über 3.000 Ordenschristen auf 750 Ordensschwestern und wenige Ordensmänner gesunken, veranschaulichte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt. Die meisten Menschen seien noch nie einem Ordenschristen begegnet. Geschehe dies allerdings dennoch, dann sei diese „exotische Lebensform“ durchaus interessant.
Auch wenn viele Gemeinschaften in der bestehenden Form auslaufen und viele Werke der Orden zu Ende gehen würden, sei das Leben und das damit verbundene Zeugnis von Ordenschristen dennoch wichtig – und bleibe wichtig, ermutigte der Bischofsvikar des Erzbistums Paderborn für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission, sowie für Institute des geweihten Lebens und für Gesellschaften des apostolischen Lebens. „Wer nicht mehr physisch ‚mittendrin‘ ist, kann es geistlich sein. Wie viele alt gewordene Schwestern und Brüder haben sich das Gebetsapostolat für die Welt und die Menschen zum Lebensinhalt gemacht! Sie wollen ‚im Herzen der Kirche die Liebe‘ sein“, konkretisierte Weihbischof König ausgehend vom Leitwort des Liborifestes. „Welch ein Segen geht davon aus, auch wenn wir es nicht messen können.“
Das Schwindende und Vergehende am geistlichen (Ordens-)Leben, die Veränderungen in der Mission, aber auch das Bestehende und Neue werde durch das Libori-Leitwort „mittendrin“ auf den Punkt gebracht, bekräftigte Weihbischof Matthias König zum Abschluss seiner Predigt. „Gott bleibt unter uns Menschen. Er ist mittendrin. Wir sind nie Gott-verlassen. Durch die Begegnung mit Ihm – auch jetzt beim Liborifest – können wir Mut fassen, ihn offensiv vor der Welt zu bekennen, ihn zu den Menschen tragen, damit auch sie sehen: ER ist mittendrin!“.
Ordensfrauen und Ordensmänner, Missionarinnen und Missionare aus dem Erzbistum Paderborn, die in der Weltkirche wirken, aber auch Missionare, die aus der Weltkirche kommend im Erzbistum Paderborn im Einsatz sind, feierten den Gottesdienst mit und verliehen ihm ein internationales Flair. Missionarinnen und Missionare auf Zeit (MaZler) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Muttersprachlichen Gemeinden im Erzbistum Paderborn waren beim festlichen Pontifikalamt ebenfalls „mittendrin“.
Der Vorstand der Paderborner Ordenskonferenz (POK) hatte den Gottesdienst gemeinsam mit dem Ordensreferat im Erzbischöflichen Generalvikariat vorbereitet. Eine Schola aus Ordenschristen gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Schwester Theresita aus dem Bergkloster Bestwig leitete die Schola.
Nach dem Gottesdienst trafen sich Ordens-Christen und Missionare mit Weihbischof Matthias König und der Ordensreferentin, Dr. Rosel Oehmen-Vieregge, zum gemeinsamen Mittagessen – eine Möglichkeit des Austauschs und der Vernetzung: „Ich bin sehr dankbar, dass der heilige Liborius Brücken schlägt zwischen verschiedenen Orden und Gemeinschaften hier im Erzbistum Paderborn, von lokalen in weltkirchliche Bezüge“, unterstrich Weihbischof König.
Vernetzung und Austausch waren ebenfalls beim Treffen von Weihbischof Matthias König mit den aus dem Erzbistum Paderborn kommenden und in der Weltkirche tätigen Missionarinnen und Missionaren im Tagungshaus Liborianum möglich. In vertrauensvoller Atmosphäre informierten die Missionarinnen und Missionare über ihre Arbeit in der Weltkirche.
Ordensgemeinschaften aus dem Erzbistum Paderborn richteten beim Liborifest im „Zelt vor dem Dom“ auf Einladung des Paderborner Metropolitankapitels traditionell einen Klosterladen ein. Ordens-Christen – Benediktinerinnen der Abtei in Herstelle, Benediktiner der Abtei Königsmünster in Meschede, Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel aus dem Bergkloster Bestwig, Schwestern der Christlichen Liebe in Paderborn, Franziskanerinnen aus Salzkotten, Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Neuenbeken sowie die Gemeinschaft der Seligpreisungen aus Paderborn – bieten hier zu Libori ihre Produkte zum Kauf an. Libori-Besucher können Töpferartikel, Marmeladen, Liköre, Backwaren, Backmischungen, Ikonen, gestrickte Socken, Brotaufstriche, Kerzen, Seifen und vieles mehr erwerben. Das besondere Angebot der Klöster dabei: Ordens-Christen stehen für Gespräche und Begegnungen „auf dem Sofa“ bereit.
Einen geistlich-spirituellen Brückenschlag vom Paderborner Dom über den Klostermarkt vor dem Dom bis hin zur Kirmes auf dem Liboriberg bildet die erstmals eingerichtete Segensgondel der Ordens-Christen im Libori-Riesenrad. Das neue Projekt der Paderborner Ordenskonferenz wurde von Schwester Gertrudis Lüneborg OSF von den Olper Franziskanerinnen mit viel Organisationstalent und Herzblut umgesetzt und fand beim Betreiber des Riesenrades, Willi Kipp, einen begeisterten Unterstützer. Jetzt kommt die Initiative allen Libori-Besucherinnen und -Besuchern mit einem Segen zugute: Noch bis Freitag, 31. Juli, erhalten Menschen, die einen Segen wünschen, ein kostenloses Ticket für die „Segensgondel“ des Riesenrades. Dort fährt in der Zeit von 14 bis 17 Uhr eine Ordensfrau oder ein Ordensmann in der Gondel mit und segnet die Mitfahrenden – hoch über den Dächern von Paderborn. „Wir glauben, dass ein Segen allen Menschen guttut, und wenn dieser Segen dann auch noch in luftiger Höhe des Riesenrades in unserer Segensgondel gespendet wird, dann sind alle dem Himmel und Gott noch etwas näher“, freut sich Schwester Gertrudis auf die Begegnungen.
Im Pontifikalamt dienten auch zahlreiche junge Menschen als Messdienerinnen und Messdiener. Weihbischof König bedankte sich bei ihnen für ihren Dienst „mittendrin“, „mitten in der Kirche“. Sie seien gesandt, die Freude des Liborifestes und die Botschaft von der Liebe Gottes in ihre Heimat zu tragen. Die Ministrantinnen und Ministranten kommen aus den Pastoralen Räumen Corvey, Delbrück-Hövelhof, Lippstadt, Paderborn, Schmallenberg-Eslohe, Südliches Siegerland und Warburg.
Ein Vespergottesdienst mit Weihbischof König im Paderborner Dom bildete für die Ordens-Christen sowie die Missionarinnen und Missionare den Abschluss „ihres“ Libori-Tages.
Im Erzbistum Paderborn sind verschiedene Institute des geweihten Lebens / Orden ansässig, die sich in zahlreichen Niederlassungen auf das gesamte Erzbistum verteilen. (Stand: Januar 2026)
Bei den 90 Ordensmännern bilden die Benediktiner und Franziskaner die größten Gemeinschaften mit annähernd 40 beziehungsweise 30 Ordensbrüdern. Die insgesamt über 700 Ordensfrauen verteilen sich auf fünf kontemplative Ordensgemeinschaften, auf zwölf Kongregationen als europäische Gründungen mit insgesamt 27 Niederlassungen, sechzehn Kongregationen der Weltkirche mit zurzeit 26 Konventen in Krankenhäusern sowie in Seniorenzentren, Alten- und Pflegeheimen.
Zudem gibt es im Erzbistum Paderborn zwei Säkularinstitute päpstlichen Rechts mit circa 50 Frauen, zwei Gesellschaften des Apostolischen Lebens diözesanen Recht mit circa 20 Frauen und eine Kirchliche Familie des geweihten Lebens mit rund 10 Ordensschwestern und Ordensbrüdern. Einen Überblick über die Vielfalt gibt es hier.

Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

Rathaus im Stil der Weserrenaissance. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde ist wieder aufgebaut und ist noch heute Tagungsort des Stadtrates.

Das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms ist ein Wahrzeichen von Paderborn, und findet sich auch an vielen weiteren Orten in der Paderstadt wieder.

Abdinghofkriche ist ungefähr gleich alt wie der Dom und wurde als Klosterkirche gegründet. Heute ist sie so etwas wie der Evangelische Dom in Paderborn.






Liboriuskapelle in Paderborn

Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

Das Brakeler Rathaus im im Renaissance-Stil. Davor steht die Rolandssäule, welche auch als Pranger genutzt wurde.

Der Käsemarkt in Nieheim ist sehenswert. Internationale Käsehersteller treffen hier zusammen und bieten ihren Käse an.

Käsehersteller aus dem Brezenzer Wald zu Gast in Nieheim!

Warburg liegt ziemlich mit am äußersten Rand vom Hochstift Paderborn, Höxter.
