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Realität überholt Pariser Abkommen
Das Ziel des Pariser Klimaabkommens wird voraussichtlich bereits 2030 überholt. Die Maßnahmen zum Klimaschutz sind bisher eher „ein Tropfen auf den heißen Stein“.
  • 26. Oktober 2021

Realität überholt Pariser Abkommen

Von Birgit Heck | WetterOnline GmbH

Die Weltgemeinschaft befindet sich mit ihren Maßnahmen gegen die Erderwämung in einem Wettlauf mit der Zeit. Aktuell hat die Klimaerwärmung einen deutlichen Vorsprung und schon 2030 kann sich die Erdoberfläche um durchschnittliche 1,5 Grad erwärmt haben. Das Pariser 1,5 Grad-Ziel würde damit bereits zeitnah erreicht.

Strategiewechsel erforderlich

Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher und auch die Erkenntnis, dass die angestrebten Ziele des Pariser Klimaabkommens realistisch betrachtet längst überholt sind. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, erklärt: „Wenn die globalen Treibhausemissionen nicht sofort drastisch sinken, ist die Erde bereits 2030 im Durchschnitt um 1,5 Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit. Das Pariser Abkommen aber strebt eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad beziehungsweise unter 2 Grad zum Ende des Jahrhunderts an. Man würde demnach also bereits 70 Jahre früher die untere Ziellinie überrennen. Und dieses Szenario ist sehr wahrscheinlich, da die bisherigen Maßnahmen zum Klimaschutz nicht ausreichen. Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer müssen gemeinsam an der Begrenzung des Klimawandels arbeiten. Dieser Strategiewechsel ist genauso erforderlich wie komplex und wird leider nicht von heute auf morgen gelingen, auch wenn dies dringend nötig wäre.“ 

Klimafolgen durch Treibhauseffekt eindeutig

Der Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Weltklimarat) kommt in einem Bericht vom August 2021 zu dem Ergebnis, dass Klimafolgen wie Extremwetterereignisse eindeutig auf den menschengemachten Treibhauseffekt zurückzuführen sind. Goldhausen: „Die Intensität und Häufigkeit von Extremwetterereignissen, insbesondere von Hitzewellen, haben zugenommen. Laut dem Bericht des Weltklimarates ist neben vielen anderen Veränderungen der weltweite Temperaturanstieg schneller eingetreten als jemals in den letzen 20.000 Jahren zuvor.“ Die anthropogenen Treibhausemmissionen werden auch für die weitere immer schnellere Veränderung des Klimasystems verantwortlich sein. 

Anstieg der globalen mittleren Oberflächentemperatur

Dem Weltklimarat zufolge wird Anfang der 2030er Jahre der Anstieg der globalen mittleren Oberflächentemperatur den Wert von 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erreichen. Mehrere berechnete Szenarien zeigen übereinstimmend einen Anstieg zwischen 1,6 und 2,4 Grad bis zum Jahr 2050 an. Bis 2100 ergeben fast alle Berechnungen einen Temperaturanstieg um 1,8 bis 4,4 Grad. Die Aussichten für die Zukunft sind für den Meteorologen Björn Goldhausen beunruhigend: „Die weltweiten Folgen wären immens, zumal sich der Anstieg nicht überall gleichermaßen zeigt. So ist es durchaus möglich, dass es bis zum Jahr 2100 in manchen Regionen der Erde um mehr als 5 Grad wärmer ist als vor Beginn der Industrialisierung.“ 

Informationen zum Klimawandel finden Sie auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home, ausgezeichnet mit dem „German Design Award 2020“ und dem „German Innovation Award 2020“. Mit dem WetterOnline Skill für Amazon Alexa sowie der WetterOnline Action für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.


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