
„Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus.“ Alexander von Humboldt (1769-1859), Naturforscher und Forschungsreisender
Oft heißt es, die MINT-Fächer seien unbeliebt. Ein ganz anderes Bild bot sich am Tag des Wasserstoffs auf Gut Gnadental, zu dem der der Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss / Rheinland e. V. bereits zum vierten Mal eingeladen hatte. Mit Begeisterung nahmen rund 130 Schüler von sechs Schulen aus dem Rhein-Kreis Neuss und einer Schule aus Köln-Pulheim an dem vielfältigen Programm teil, das die Veranstalter auf die Beine gestellt hatten. Auch Unternehmerin und Hausherrin Jutta Zülow bestätigte: „Naturwissenschaften sind, wenn man’s spannend macht, bei jungen Menschen ganz weit vorn.“
Der Tag startete mit einer explosiven Feuershow von Joachim Jungsbluth vom Zentrum für BrennstoffzellenTechnik GmbH. „Weltweit wächst der Energiebedarf“, begann er seine Ausführungen. Als einer der Energieträger der Zukunft gilt Wasserstoff, was genau sich aber hinter dem kleinsten und leichtesten Element verbirgt, dazu hatte der Experte, der sich seit 30 Jahren mit dem Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen beschäftigt, eine Menge Wissenswertes zu berichten – etwa, dass bei der Verbrennung des in der Regel gasförmigen Elements Wasser entsteht. Zudem führte Jungsbluth in praxisnahen Experimenten vor, wann das explosive Gas „puff“ und wann es „peng“ macht. Die Mischung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Jungsbluth: „Wenn ‚nur‘ reiner Wasserstoff brennt, macht es ‚puff‘, wenn eine Mischung von Luft und Wasserstoff brennt, macht es ‚peng‘.“
Danach ging es für die Schüler in Kleingruppen auf einen Rundgang durch verschiedene Räume, in denen sich zahlreiche Unternehmen und Institutionen vorstellten. Hier konnten sich die die Schüler beispielsweise das Wasserstoffvorhaben für das Rheinische Revier als dreieinhalb Quadratmeter großes LEGO-Modell anschauen – gebaut von den Forschern des „Helmholtz-Cluster Wasserstoff HC-H2“. Im Wasserstofflabor des BBZ (Berufsbildungszentrum) Dormagen erfuhren sie, wie man mit Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und damit ein kleines ferngesteuertes Modellauto betankt.
Große Aufmerksamkeit erregte im Innenhof der 16-Tonnen-Radbagger mit einem H2-Verbrenner der DEUTZ AG, und viele Schülerinnen und Schüler ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ins Führerhaus der mobilen Maschine zu klettern. Daniel Dammer von der DEUTZ AG, stellte die DEUTZ AG als modernes Unternehmen mit stolzer Vergangenheit vor und erklärte den Wasserstoffverbrennungsmotor, der im Bagger zum Einsatz kommt: „Er basiert auf den millionenfach bewährten DEUTZ Dieselmotoren – nur dass er eben Wasserstoff verbrennt.“ Die innovative Antriebslösung ist bereits seit einigen Jahren erprobt und serienreif.
Auch Mitarbeit war gefordert: In einem Quiz hatten die Schüler Gelegenheit, ihr neu erworbenes Wissen anzuwenden und zahlreiche Fragen der Experten zu beantworten. Bei der Zülow GmbH konnten sie unter Anleitung eigene Schaltungen bauen. Wenn es klappte, leuchtete eine rote Lampe auf. Was für ein Erfolgserlebnis!
Weitere Unternehmen und Institutionen mit Informationsständen vor Ort waren: KWS Knowledge eG, Siemens Energy, Stadtwerke Neuss, Westnetz.
Am Abend lud der Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland e. V. in Kooperation mit der Digitalen Stadt Düsseldorf zum DigiTalk „Wasserstoff im Realitäts-Check – Wo stehen wir, wo geht es hin?“.
Die Begrüßungsansprache hielt Sandra Lohr, stellvertretende Landrätin des Rhein-Kreises Neuss, die die Bedeutung der Wasserstoffwirtschaft als einen der Bausteine für das Gelingen des Strukturwandels im Rheinischen Revier und für die Transformation des Industriestandorts Nordrhein-Westfalen hervorhob. „Langfristig kann die Wasserstoffwirtschaft dazu beitragen, vorhandene Arbeits- und Ausbildungsplätze bei uns vor Ort zu sichern und weitere zu schaffen. Zugleich leistet sie einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Das Gute daran: Von alledem profitieren die Menschen bei uns im Kreis“, so Lohr. Ziel sei es nun, die bestehende Infrastruktur gemeinsam voranzubringen.
Im Talk ging es u.a. um Fragen wie: Wo steht der Wasserstoffhochlauf tatsächlich – und was braucht es, damit aus Strategien, Ankündigungen und Projekten ein tragfähiger Markt wird? Es diskutierten: Dr. Dieter Steinkamp, Vorsitzender des Beirats, Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss / Rheinland e.V., Andreas Rimkus, H2-Botschafter und Präsident des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung e.V., und Vincent Daub, Vice President, Greenlyte Carbon Technologies.
Wie kann der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft gelingen? „Es braucht neben weitgehend bereits existierenden technologischen Lösungen den möglichst parallelen Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes“, betonte Dr. Dieter Steinkamp. Eine notwendige Voraussetzung: Wasserstoff müsse bezahlbar sein.
Andreas Rimkus brachte es so auf den Punkt: „Wir haben kein technisches Problem, sondern ein Umsetzungsproblem. Wir brauchen einfachere Regelungen, müssen pragmatischer vorgehen.“ Dem pflichtete Dr. Steinkamp bei: „Wir wünschen uns von der Politik, dass die Sachen einfacher gemacht werden.“
Entscheidend aber sei nicht Wasserstoff um jeden Preis, sondern der gezielte Einsatz, wo er sinnvoll ist, lautete ein Beitrag aus dem lebhaft mitdiskutierenden Publikum.
Vincent Daub, Director of Business Development des gerade erst vier Jahre alt gewordenen Start-ups Greenlyte Carbon Technologies, das mittlerweile 80 Leute beschäftigt, sagte: „Neben der direkten Elektrifizierung, wo immer möglich, und dem Einsatz von grünem Wasserstoff in spezifischen Anwendungsfällen spielen synthetische Kohlenwasserstoffe – wie Sustainable Aviation Fuel und E-Methanol – eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung schwer dekarbonisierbarer Sektoren, insbesondere in der Luft- und Schifffahrt.“
In einem chemisch basierten DAC-Verfahren (Direct-Air-Capture) filtert das Unternehmen CO2 aus der Luft. Bei dem Prozess entsteht als Nebenprodukt Wasserstoff, während das absorbierte und aufbereitete CO2 unter anderem in E-Fuels umgewandelt wird. Vincent Daub: „Wir machen die Luft zum Ölfeld der Zukunft.“
Einig waren sich alle, dass man auf einem guten Weg sei. „Ich glaube, die Zukunft ist schon da“, fand Dr. Dieter Steinkamp. Bemängelt wurde jedoch allgemein, dass in Deutschland die Infrastruktur fehle. Fazit: Die Technik steht, entscheidend sind jetzt Infrastruktur und Kosten.
Die sachkundige Moderation lag in den Händen von Stephan Schneider, Digitale Stadt Düsseldorf.
Der Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland e. V. vernetzt Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Politik und Verwaltung rund um Wasserstofftechnologien und Wasserstoffinfrastruktur. Ziel ist es, den Strukturwandel der Region zu gestalten und neue Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze im Bereich klimafreundlicher Energietechnologien zu schaffen. Gegründet wurde der Wasserstoff Hub RKN/Rheinland e. V. 2020 von der Neusser Unternehmerin Jutta Zülow. Als Vorstandsvorsitzender fungiert Dr. Dieter Ostermann, promovierter Physiker und Vorstand der Neusser neoxid hydrogen AG. Inzwischen verfügt der Verein über mehr als 160 Mitglieder. Weitere Infos unter: https://www.h2-hub-rheinland.de/

Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

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Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

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Der Käsemarkt in Nieheim ist sehenswert. Internationale Käsehersteller treffen hier zusammen und bieten ihren Käse an.

Käsehersteller aus dem Brezenzer Wald zu Gast in Nieheim!

Warburg liegt ziemlich mit am äußersten Rand vom Hochstift Paderborn, Höxter.
