
Leipzig - Drohnen-Camp zeigt große Preis- und Leistungsunterschiede bei Drohnenversicherungen. Für die Analyse wurden 24 Tarife von sieben unabhängigen Versicherern und Vermittlern mit insgesamt 41 Preisvarianten untersucht. Bei privaten Drohnenversicherungen mit fünf Millionen Euro Deckung kostet der teuerste untersuchte Tarif mehr als doppelt so viel wie der günstigste.
Gleichzeitig werden Drohnen heute so vielseitig eingesetzt wie nie: bei der Rehkitzrettung, durch Feuerwehren und Rettungskräfte, bei der Inspektion von Solaranlagen oder für Foto-, Video- und Social-Media-Projekte. Mit den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten verändern sich auch die Anforderungen an den Versicherungsschutz. Genau hier liegt das Problem: Viele Piloten vergleichen Preise und Deckungssummen, bevor sie geklärt haben, welche Absicherung sie für ihren konkreten Einsatz überhaupt benötigen.
Vor diesem Hintergrund hat Drohnen-Camp seine Informationsseite zur Drohnenversicherung erweitert. Dort finden Piloten Informationen zu Versicherungsarten, gesetzlichen Anforderungen und typischen Fehlerquellen sowie einen neuen Spezialrechner. Dieser setzt bereits vor dem eigentlichen Tarifvergleich an und hilft zunächst dabei, den individuellen Versicherungsbedarf einzugrenzen.
Wer in Deutschland eine Drohne im Freien betreibt, benötigt eine Haftpflichtversicherung. Doch versichert zu sein bedeutet nicht automatisch, für jeden geplanten Einsatz passend abgesichert zu sein.
„In unseren Schulungen erleben wir regelmäßig Teilnehmer, die bereits eine Versicherung abgeschlossen haben, aber nicht genau wissen, welche Risiken tatsächlich abgedeckt sind“, sagt Francis Markert, Mitgründer von Drohnen-Camp, vom Luftfahrtbundesamt anerkannter Prüfer für A2- und STS-Fernpilotenzeugnisse sowie Co-Autor des Fachbuchs „Drohnen – die große Fotoschule“.
Ob der Tarif zur tatsächlichen Nutzung der Drohne passt, hängt jedoch von weiteren Faktoren ab: Wo wird geflogen? Erfolgt die Nutzung ausschließlich privat? Werden mehrere Drohnen eingesetzt? Sind besondere Einsätze geplant? Und gilt der Versicherungsschutz auch im Ausland?
Wie groß die Unterschiede sein können, zeigt bereits der Blick auf den Preis. Bei den untersuchten Privatversicherungen mit fünf Millionen Euro Deckung reicht der Jahresbeitrag von 46,41 Euro bis 95,20 Euro. Trotz identischer Deckungssumme liegt der Unterschied damit bei mehr als 100 Prozent.
Auch bei besonderen Einsatzarten unterscheiden sich die Angebote deutlich. Flüge außerhalb der direkten Sichtweite, sogenannte BVLOS-Flüge, sind bei rund drei Viertel der untersuchten Varianten nicht versichert. 17 der 41 Varianten versichern nur eine einzige Drohne.
Noch deutlicher fällt der Unterschied bei landwirtschaftlichen Einsätzen aus: Streu- oder Sprühflüge sind bei rund 93 Prozent der untersuchten Varianten nicht standardmäßig eingeschlossen.
„Eine hohe Deckungssumme oder ein günstiger Beitrag bedeuten noch nicht automatisch, dass ein Tarif für den eigenen Einsatz geeignet ist. Entscheidend ist, was ich mit meiner Drohne tatsächlich machen möchte und ob genau diese Nutzung abgesichert ist“, sagt Markert.
Gerade weil sich viele Tarife auf den ersten Blick ähneln, halten sich einige Annahmen zur Drohnenversicherung hartnäckig:
Viele dieser Annahmen halten einer genaueren Prüfung nicht stand. Je nach Nutzungsart, Fluggebiet und Versicherungsbedingungen können sich die Anforderungen deutlich unterscheiden. Im Schadensfall können daraus Versicherungslücken oder Leistungsausschlüsse entstehen.
Besonders anschaulich wird das beim Auslandsschutz. Ein Tarif kann einen weltweiten Geltungsbereich ausweisen und dennoch einzelne Länder ausschließen. In der aktuellen Auswertung sind die USA und Kanada bei 36 von 41 Varianten nicht vom weltweiten Schutz umfasst.
Auch die Grenze zwischen privater und gewerblicher Nutzung kann relevant werden. Bei einzelnen untersuchten Privatpolicen ist eine nebenberufliche oder gewerbliche Tätigkeit beispielsweise nur bis zu einem Jahresumsatz von 20.000 Euro eingeschlossen. Wird diese Grenze überschritten, ist ein entsprechender Gewerbetarif erforderlich.
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Drohnenversicherungen zu vergleichen. Häufig stehen dabei Jahresbeitrag und Deckungssumme im Mittelpunkt. Wer ausschließlich danach auswählt, überspringt jedoch den wichtigsten Schritt: zunächst zu klären, welche Versicherung für den konkreten Einsatz überhaupt benötigt wird.
Ein Freizeitpilot stellt andere Anforderungen an seinen Versicherungsschutz als ein gewerblicher Nutzer. Wer seine Drohne im Ausland mitnimmt, muss andere Punkte beachten als jemand, der ausschließlich in Deutschland fliegt. Auch Rehkitzrettung, landwirtschaftliche Einsätze, Social-Media-Projekte oder der gleichzeitige Betrieb mehrerer Drohnen können Auswirkungen auf den benötigten Schutz haben.
Ein günstiger Tarif kann deshalb für einen Piloten genau richtig und für einen anderen ungeeignet sein. Der sinnvolle Vergleich beginnt nicht beim Preis, sondern beim eigenen Bedarf.
Genau an dieser Stelle setzt der neue Spezialrechner von Drohnen-Camp an. Statt lediglich vorhandene Tarife nach Preis und Deckungssumme gegenüberzustellen, können Nutzer zunächst ihren geplanten Einsatzzweck eingrenzen und ermitteln, welche Versicherungsart für ihren Anwendungsfall infrage kommt. Erst anschließend werden passende Angebote miteinander verglichen.
„Die wichtigste Frage lautet nicht: Welche Versicherung ist die günstigste? Die wichtigste Frage lautet: Welche Versicherung brauche ich überhaupt? Genau an dieser Stelle entstehen viele Fehlentscheidungen. Der Rechner hilft zunächst dabei, den tatsächlichen Versicherungsbedarf zu bestimmen. Erst danach werden passende Angebote verglichen“, erklärt Markert.
In den Vergleich fließen derzeit 24 eigenständige Tarife von sieben unabhängigen Versicherern und Vermittlern ein: Alte Leipziger, Degenia, GVO, HDI, Helden.de, NV Versicherung und Zurich. Insgesamt werden 41 Preisvarianten berücksichtigt, die sich unter anderem nach Deckungssumme und weiteren Tarifmerkmalen unterscheiden.
Ergänzend ist die Drohnen-Camp-Plus-Mitgliedschaft mit eigenen Versicherungsleistungen hinterlegt. Sie ist nicht in die Auswertung der sieben unabhängigen Anbieter eingeflossen.
Die Informationsseite zur Drohnenversicherung wurde ebenfalls erweitert. Unter https://drohnen-camp.de/drohnen-versicherung/ finden Drohnenpiloten Informationen zu Versicherungsarten, gesetzlichen Anforderungen und typischen Fehlerquellen sowie den neuen Spezialrechner.
„Viele Menschen investieren viel Zeit in die Wahl ihrer Drohne, aber nur wenig Zeit in die Wahl ihrer Versicherung. Dabei kann genau diese Entscheidung im Ernstfall wichtiger sein als jede technische Ausstattung“, so Markert.

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