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Deutsch-französische Freundschaft oder was heißt Kurzschluss auf Französisch?
v.l.n.r.: Torsten Frewer, Warren Boura, Ilibn Bacoco, Nick Selalmazidis und David Zülow
  • 06. März 2024

Deutsch-französische Freundschaft oder was heißt Kurzschluss auf Französisch?

Von Jörg Schwarz | Journalismus, PR & Lyrik

Zwölf Berufsschüler aus La Réunion lernen deutsche Arbeitskultur und den Rheinischen Karneval kennen

Französisch Lernen unter Palmen und dabei nicht nur Land und Leute, sondern auch das Arbeitsleben einer anderen Kultur kennenlernen: Klingt wie ein Traum? Für zwölf Schüler des Heinrich-Hertz-Berufskollegs Düsseldorf wurde er im Dezember 2023 wahr: Vier Wochen lang waren sie im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft auf La Réunion, einer Insel im Pazifischen Ozean. Als französisches Überseedepartment ist das Eiland, das 800 Kilometer östlich von Madagaskar liegt, Teil der Europäischen Union.

Jetzt erfolgte der Gegenbesuch von zwölf Austauschschülern aus La Réunion. In Düsseldorf, Neuss und Hilden absolvierten die 18- bis 20-Jährigen Praktika in Betrieben wie zum Beispiel den Stadtwerken Düsseldorf, 3M Hilden, der Zülow AG in Neuss, einem Dienstleister der Elektrobranche, und am Flughafen Düsseldorf, büffelten im Tandem-Sprachkurs Deutsch und lernten deutsches Kulturgut wie unter anderem den Kölner Dom und den Rheinischen Karneval kennen.

Der 18-jährige Warren Boura aus La Réunion, der ein Praktikum bei der Zülow AG absolviert, erzählt begeistert: „Ich habe hier Sachen gesehen, die es bei uns nicht gibt: den Kölner Dom, ein Eishockeyspiel. Und im Fußballstadion waren wir auch.“

Sein Tandem-Partner, Nick Selalmazidis, 21 Jahre, Auszubildender zum Elektroniker mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik im dritten Lehrjahr bei der Zülow AG, der bei dem Austausch auf La Réunion dabei war, sagt: „So ist es mir auch ergangen. In La Réunion habe ich eine vollkommen andere Welt kennengelernt. Die Menschen dort sind offen, entspannt und viel fröhlicher als hier.“ Sein Fazit: „Der Aufenthalt hat mir einen anderen Blickwinkel eröffnet und mich auch flexibler gemacht.“

Wissenshorizont erweitern und Sprachkompetenz verbessern

Internationalisierung ist ein Schwerpunkt am Heinrich-Hertz-Berufskollegs (HHBK) in Düsseldorf. Natascha Heet, Ansprechpartnerin des HHBK für Internationalisierung, erklärt:  „Auslandspraktika bieten jungen Menschen neue fachliche Kompetenzen und sind eine ideale Vorbereitung auf den internationalen Arbeitsmarkt. Nicht zuletzt aber soll die Neugier auf fremde Länder geweckt und Empathie für andere Kulturen gefördert werden.“ Sie ergänzt: „Ein Austausch bietet die Möglichkeit, ‚über den Tellerrand zu schauen‘, den Horizont zu erweitern und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.“

Ermöglicht werden solche Austauschprojekte von Erasmus+, einem EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport, und ProTandem, einer deutsch-französischen Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung.

Aber auch die Unternehmen, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, profitieren. „In Zeiten des Fachkräftemangels sind wir auf Zuwanderung angewiesen“, betont David Zülow, geschäftsführender Gesellschafter der Zülow AG.

Aber nicht nur das: Torsten Frewer, Bildungsgangleiter EEG Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik des Heinrich-Hertz-Berufskollegs, erläutert: „Die Schüler:innen aus La Réunion lernen hier andere Normen und Materialien kennen. Sie machen die wichtige Erfahrung, dass es mehrere Wege gibt, die zum Ziel führen. Das haben auch unsere Auszubildenden in La Réunion gelernt.“

Eins ist sicher: Das internationale Austauschprogramm macht die berufliche Ausbildung attraktiver. Es zeigt: Man kann auch ohne Studium im Ausland arbeiten.

Und das Beste: Viele Tandems wollen den Kontakt über den Austausch hinaus halten. Auch in Sachen Völkerverständigung ist das Projekt ein voller Erfolg!


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