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Volle Straßen, voller Terminkalender
Tempo 30 Zone Schule ©TNM / AdobeStock / Home Stock
  • 21. August 2026

Volle Straßen, voller Terminkalender

Von Sabrina Kautz | PickMeUp Communications GmbH

TÜV NORD erklärt, warum Zeitdruck am Steuer oft unterschätzt wird

Ein Lieferwagen steht in zweiter Reihe, die Kita-Einfahrt ist zugeparkt, und ein Abc-Schütze löst sich aus der Hand seiner Mutter und läuft los. Willkommen zurück im Alltag. Wenn Schul- und Berufsverkehr wieder zusammenkommen, wird der Morgen für viele Fahrerinnen und Fahrer überraschend fordernd. Was sich dabei im Kopf abspielt, ist mindestens genau so entscheidend wie das, was auf der Straße passiert.

Wer morgens dann auch noch unter Zeitdruck steht, kann sich nicht mehr vollständig auf das Fahrgeschehen konzentrieren. Nach der ruhigen Ferienzeit wirkt der Verkehr zudem dichter und unübersichtlicher. Michael Schlüting, Leiter der TÜV NORD Station Paderborn kennt den Mechanismus und erklärt: „Wer dann keinen Puffer eingeplant hat, startet gestresst, bevor man überhaupt im Auto sitzt.“

Schneller fahren löst das Problem nicht

Unter Zeitdruck neigen viele dazu, unbewusst schneller zu fahren. Nicht aus Kalkül, sondern weil das Gehirn Geschwindigkeit als Ventil nutzt. Schlüting: „Ich komme zu spät, ich schaffe etwas nicht – das erzeugt Druck. Und diesem Druck folgen wir, indem wir versuchen, die Kontrolle zurückzuerlangen; oft, indem wir unbewusst Gas geben." Im dichten Stadtverkehr lässt sich dadurch allerdings kaum Zeit sparen. Durch höheres Tempo spürbar früher anzukommen, ist eine Illusion.

Besonders riskant wird es an Ampeln: Die Schlange zieht an, die Phase wechselt – und wer unter Zeitdruck steht, folgt dem Hintermann noch bei Rot, getrieben von dem Impuls „ich muss das noch schaffen". Bleibt dies folgenlos, verbucht das Gehirn es unterbewusst als Erfolg. „Das ist eine Gefahr, in die wir alle geraten können: Wenn Fehlverhalten unbestraft bleibt, wird es zum Verstärker", sagt der Stationsleiter. Schulzonen, Kitas, Lieferverkehr – alles auf einmal

Genau dort, wo der Morgenverkehr am dichtesten ist, lauern die größten Risiken. Vor Schulen und Kitas stauen sich Bringfahrzeuge, Lieferwagen blockieren Spuren, und Kinder verhalten sich so, wie Kinder eben sind: spontan und schwer vorhersehbar. Wer sich in solchen Momenten über den falsch parkenden Lieferwagen oder das zögerliche Elterntaxi ärgert, kann mit einem einfachen Mittel gegensteuern: dem Perspektivwechsel. Wer kurz überlegt, warum der andere so handelt, reagiert häufig gelassener – und sicherer. Michael Schlüting macht den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Reaktionsweg konkret: „Wenn ich in einer Tempo-30-Zone mit 35 km/h fahre, verlängert sich im Falle einer Notbremsung der Anhalteweg um rund drei Meter. Und das sind genau die drei Meter, die entscheiden können, ob ich mit einem Kind zusammenstoße oder nicht."

Vorbereitung beginnt am Vorabend

Die wirksamste Gegenmaßnahme ist ein ausreichender Zeitpuffer – und der entsteht am Abend davor. Wer gedanklich durchgeht, wo auf der Strecke Baustellen oder Engpässe liegen und prüft, ob es eine ruhigere Alternative gibt, startet entspannter. Schlüting betont: „Stellt man den Wecker auf die spätestmögliche Zeit, ist das Stresslevel schon hochgesetzt, bevor man überhaupt am Steuer sitzt."

Besteht die Möglichkeit, sollte insbesondere in den ersten Tagen nach dem Urlaub auch über Alternativen wie Park-and-Ride oder das Fahrrad nachgedacht werden – nicht als Verzicht, sondern als Möglichkeit, dem stressigsten Teil des Morgenverkehrs aus dem Weg zu gehen. Michael Schlüting fasst zusammen: „Sicher ankommen sollte das Credo sein, wenn ich ins Auto einsteige. Es geht nicht primär darum, zu einer bestimmten Zeit an der Arbeitsstelle anzukommen, sondern dass ich ankomme – und zwar sicher und unfallfrei."




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Käse und Käsemacher

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