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Vorbildliches ehrenamtliches Engagement ist Basis für Gemeinschaftserlebnis
Am Ziel der Lichterprozession angekommen: Weihbischof Matthias König Mitte und die Gläubigen bei der Lourdes-Madonna im Pfarrgarten ©Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn
  • 18. August 2026

Vorbildliches ehrenamtliches Engagement ist Basis für Gemeinschaftserlebnis

Von Gerald Kaufmann

17. Erneuerung der Marienweihe in Ostenland führt Hunderte zusammen

Paderborn (pdp) Wenn dörfliche Gemeinschaft und kirchliche Tradition zusammenkommen, dann entsteht oftmals Großes. Ostenland, Ortsteil der Stadt Delbrück, ist hier beispielhaft. Alljährlich am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt wird der Ort von einem Lichtermeer geflutet. Die Menschen rücken zusammen und feiern die Erneuerung der Marienweihe ihres Heimatortes.

Dabei handelt es sich für Ostenland noch um eine sehr junge Tradition. Erst vor 17 Jahren hat sich das Dorf zum ersten Mal der Gottesmutter geweiht. Heute zählt die Erneuerung der Weihe zu den Höhepunkten im örtlichen Jahreskalender.

Das Licht ist dabei ein zentrales Symbol. Und wenn viele hundert Lichter leuchten, dann ist die Strahlkraft umso größer. Die eindrucksvolle Lichterprozession in Ostenland war nun einer der sichtbaren Höhepunkte des feierlichen Geschehens, das erneut Ehrenamt und Glaube vereinte.

Primizsegen

Den ganzen Sonntag, 16. August 2026, über stand die Erneuerung der Marienweihe im Vordergrund. Zunächst gab es am Nachmittag eine Segensandacht für Senioren und Kranke. Die frühabendliche Barmherzigkeitsstunde mit Beichtgelegenheit stieß ebenso auf großes Interesse. Hier spendete der gebürtige Delbrücker und in diesem Jahr von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum Priester geweihte Viktor Schefer den Primizsegen.

Zwischenzeitlich trafen auch zwei große Busse im Ort ein. Sie brachten Pilgernde aus Bad Wünnenberg und Sievernich nach Ostenland. Ohnehin ist die Ostenländer Erneuerung der Marienweihe längst weit über die Grenzen der Region bekannt und wird sogar von Gästen aus dem europäischen Ausland besucht.

Zu Pferde und zu Fahrrad

Unvergesslich wird der Abend für die Kommunionkinder der Gemeinde sein. Sie begrüßten an der Marienkapelle außerhalb des Dorfes Weihbischof Matthias König, der von hier aus – auch das ist Tradition – mit einer Pferdekutsche zur Pfarrkirche gefahren wurde. Die Kinder folgten per Fahrrad und bildeten so die erste Prozession des Tages. Am Pfarrheim standen dann Abordnungen des Schützenvereins und weiterer Institutionen Spalier. Weihbischof König nahm sich Zeit für das eine und andere persönliche Gespräch, bevor alle in die bis auf den letzten Platz gefüllte Pfarrkirche St. Joseph wechselten.

Hier vollzog Matthias König die Weihe-Erneuerung von Ostenland an die Gottesmutter. Zuvor ließ er es sich nicht nehmen, den Beteiligten für die perfekte Organisation und die akribische Vorbereitung des Festes zu danken.

Positive Antwort auf Gottes Anruf

In seiner Predigt blickte er unter anderem auf aktuelle technische Entwicklungen. „Die Technik bindet die Hingabe von Menschen, dass wir nur staunen können. Manchmal zählt es mehr als die menschliche Kommunikation. Viele, nicht mehr nur junge Menschen, haben sich ganz den sozialen Netzwerken verschrieben. Die Süchte und krankmachende Abhängigkeiten werden mehr“, sagte Weihbischof Matthias König. „Positiv betrachtet setzt Hingabe – ein sich Verschreiben an eine Sache – viele Kräfte frei. Menschen werden zusammengeführt und können in der Welt vieles bewegen. Denken Sie an die aktiven Friedensstifter, die in unseren Tagen mehr denn je gefordert sind.“

Damit schlug der Weihbischof den Bogen zur Erneuerung der Marienweihe in Ostenland: „Wir dürfen diese Gemeinde, ihre Menschen, unser Erzbistum, die Kirche insgesamt im Umfeld des Hochfestes Mariä Himmelfahrt erneut der Gottesmutter hinhalten und alles ihrer mächtigen Fürsprache empfehlen. Wir weihen uns ihr, der Königin des Himmels. Hier finden wir, was wir in dieser Feier erhoffen – auch für unser Land und für unsere Gesellschaft, die so gottvergessen ist: Dass unsere positive Antwort auf Gottes Anruf letztlich Christus noch mehr zu den Menschen bringt.“

Gänsehaut-Moment

Die anschließende Eucharistische Anbetung mit folgendem sakramentalem Segen führte hin zum erwarteten Höhepunkt. Während sich der Tag langsam dem Ende zuneigte und die Dämmerung begann, versammelten sich im Ort Hunderte Menschen zur Prozession. Lichter in vielerlei Gestalt wiesen den Weg von der Pfarrkirche St. Joseph durch Ort und Feldflur bis zur Lourdes-Madonna im Pfarrgarten. Am späten Abend erklang hier ein vielstimmiges „Großer Gott, wir loben dich“ und zeitgleich läuteten die Glocken der Pfarrkirche – viele Besucher sprachen von einem „Gänsehaut-Moment, der die Menschen stimmungsvoll zusammenbringt“.

Wie sehr den Gläubigen die Marienweihe in Ostenland mittlerweile ans Herz gewachsen ist, zeigen das große ehrenamtliche Engagement und die Unterstützung lokaler Sponsoren rund um die Veranstaltung. Ein vielköpfiges Projektteam hat für unzählige Wohlfühlmomente gesorgt und auf diese Weise die Dorfgemeinschaft nachhaltig vereint. Auch Neu-Ostenländerinnen und Ostenländer wurden – erfüllt von bleibenden Eindrückenden – integriert. Dörfliches Miteinander im ländlichen Raum: Die Marienweihe bildet eine wichtige Klammer.




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Käse und Käsemacher

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Warburg am Tag! ©Gerald Kaufmann

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