
Paderborn (pdp). Libori beginnt mit der Erhebung der Reliquien – doch am Vorabend zeigen sich bereits vielfältige Glaubens-Gesichter: Beim traditionellen „Abend der Weltkirche“ trafen sich am Freitag, 24. Juli 2026, auf Einladung des Paderborner Metropolitankapitels Menschen aus unterschiedlichen Kulturen im Garten des Konrad-Martin-Hauses. Gemeinsam setzten sie ein Zeichen für die Vielfalt des Christseins. Bewegender Höhepunkt: Erzbischof Jacques Mourad aus Homs in Syrien berichtete über die die Situation in seiner Heimat – und über seine eigene Gefangennahme durch den Islamischen Staat.
Dompropst Monsignore Joachim Göbel hieß die zahlreichen Gäste im Festzelt des Libori-Missionsgartens willkommen: „Besonders begrüße ich den Nachfolger des heiligen Liborius auf dem Bischofsstuhl von Le Mans, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin, sagte der Dompropst. „Eigentlich sind Sie und Ihre große Delegation schon gar kein Gast mehr. In der jetzigen Heimat des heiligen Liborius dürfen Sie sich zuhause fühlen.“ Auch den Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz begrüßte der Dompropst besonders. Susanne Föller, Leiterin des Referats Weltkirche im Erzbischöflichen Generalvikariat, freute sich, Aktive und Verantwortliche der Freiwilligendienste vorstellen zu können, die in aller Welt im Einsatz sind.
Syrien stand an diesem Abend besonders im Fokus. Ein Film fasste die Geschichte des Landes kurz zusammen: Syrien ist ein Land, das viel älter ist als die vielfach bekannten Nachrichtenbilder vom zerstörerischen Krieg – und somit ein Land zwischen einer reichen kulturellen Vergangenheit und tiefen Wunden durch den Bürgerkrieg.
Was der Film in Bild und Ton vermittelt hatte, verkörperte Erzbischof Jacques Mourad aus der Erzdiözese Homs in Syrien anschließend durch sein authentisches Zeugnis. Der syrisch-katholische Ordensmann, der von den beiden Ordensschwestern Schwester Annie und Schwester Helen begleitet wurde, ist 2015 von Kämpfern des Islamischen Staats aus seinem Kloster im syrischen Qaryatayn entführt und fünf Monate gefangen gehalten worden. Im Gespräch mit Weihbischof Matthias König, im Erzbistum Paderborn Bischofsvikar für die Aufgaben der Weltkirche und Weltmission, berichtete er berührend über seine Gefangenschaft und die heutige Situation in Syrien.
Auch viele junge Menschen waren zu Gast im Libori-Missionsgarten und gaben der Weltkirche ihr Gesicht. Foto: Maria Aßhauer / Erzbistum Paderborn
„Lassen Sie mich zunächst sagen: Ich fühle mich bei Ihnen wie im Himmel, weil sich Menschen aus vielen Völkern hier friedlich zusammenfinden“, bekannte Erzbischof Mourad zu Beginn seines Gesprächs mit Weihbischof König. Aus heutiger Sicht betrachte er seine Gefangenschaft als „Geschenk von Gott“ und als „tiefe geistliche Erfahrung“. Nicht nur er, sondern auch 250 weitere Christinnen und Christen – Kinder, Familien und Ältere – konnten mit der Hilfe von muslimischen Mitbürgern aus der Gefangenschaft fliehen. „Es wurde mir gedroht, dass ich getötet werde, wenn ich nicht zum Islam konvertiere“, schilderte Erzbischof Mourad. Aber er habe im Gebet für alle, die ihm verbunden waren, die Gnade Gottes gespürt – ebenso, wie er deren starke Gebete gespürt habe.
Nach seiner Befreiung habe er drei Jahre in einem Kloster seiner Ordensgemeinschaft im Irak verbracht, bevor er in sein Kloster in Syrien zurückgekehrt sei, berichtete Erzbischof Mourad weiter. „Im Kloster im Irak hielten sich viele christliche Familien auf, die wie ich entführt worden waren und tiefe seelische Wunden erlitten hatten. So konnte ich dort helfen.“ Heute sei die Situation in Syrien auch nach dem Sturz des Assad-Regimes schwierig: „Der islamistische Präsident hat von Beginn an gesagt, dass er seinem Volk nicht traut. Die Regierung hat noch nie von Demokratie gesprochen. Aber die Menschen in Syrien wollen die Demokratie.“
Viele Christinnen und Christen, die zum Teil gut ausgebildet seien, würden aufgrund der zunehmenden Islamisierung des Landes – etwa von Schulen und Institutionen – „wenige Zeichen der Hoffnung“ sehen. Sie seien bereit, das Land zu verlassen. „Syrien ist kein sicheres Land“, machte Erzbischof Mourad unmissverständlich klar. „Was kann Kirche tun, um die Menschen in Syrien zu unterstützen?“, fragte Weihbischof Matthias König abschließend. Zum einen gelte es, die Stimme für Syrien auch gegenüber der Politik in Deutschland und in der Welt zu erheben, antwortete Erzbischof Mourad. „Zum anderen kann Kirche helfen, für gute Bildung und Berufe zu sorgen, Krankenhäuser aufzubauen und im Ausland qualifizierte syrische Ärzte wieder zurück in ihre Heimat zu schicken – irgendwann zumindest“, blickte Erzbischof Jaques Mourad realistisch in die Zukunft.
Zahlreiche weitere bischöfliche Gäste aus der ganzen Weltkirche waren in den Garten des Konrad-Martin-Hauses gekommen. Weihbischof Matthias König nutzte das Ende des offiziellen Teils vom Abend der Weltkirche, um die Gäste aus vier Kontinenten launig und namentlich zu begrüßen. Im Anschluss war der Raum offen für Begegnung und Austausch – über den Bericht aus Syrien, aber auch in Vorfreude auf die gemeinsamen Libori-Tage.
Feiern und Gutes tun, ist ein Kennzeichen des Missionsgartens am Konrad-Martin-Haus. Das konnten auch die Gäste des Abends der Weltkirche durch eine Spende für das Paderborner Gasthaus PaderMahlZeit, das bedürftigen Menschen warme Mahlzeiten und soziale Begegnung ermöglicht. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Metropolitankapitels.

Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

Rathaus im Stil der Weserrenaissance. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde ist wieder aufgebaut und ist noch heute Tagungsort des Stadtrates.

Das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms ist ein Wahrzeichen von Paderborn, und findet sich auch an vielen weiteren Orten in der Paderstadt wieder.

Abdinghofkriche ist ungefähr gleich alt wie der Dom und wurde als Klosterkirche gegründet. Heute ist sie so etwas wie der Evangelische Dom in Paderborn.






Liboriuskapelle in Paderborn

Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

Das Brakeler Rathaus im im Renaissance-Stil. Davor steht die Rolandssäule, welche auch als Pranger genutzt wurde.

Der Käsemarkt in Nieheim ist sehenswert. Internationale Käsehersteller treffen hier zusammen und bieten ihren Käse an.

Käsehersteller aus dem Brezenzer Wald zu Gast in Nieheim!

Warburg liegt ziemlich mit am äußersten Rand vom Hochstift Paderborn, Höxter.
