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Vom Spätsommer in den Altweibersommer
Zwischen Mitte September und Anfang Oktober stellt sich bei uns immer mal wieder eine sonnige und warme Wetterlage ein: der Altweibersommer. Die Herkunft des Begriffes ist wahrscheinlich mit den Spinnen verwoben ©Shutterstock
  • 13. September 2023

Vom Spätsommer in den Altweibersommer

Von Niklas Weise | WetterOnline

Sonniges Wochenende steht bevor

Der Altweibersommer kommt: Auf kühle Nächte und Nebelschwaden am Morgen folgen warme und sonnige Nachmittage. Obwohl der Begriff des Altweibersommers weit verbreitet ist, gibt es zur Herkunft keine eindeutige Erklärung.

Nach dem Hoch ist vor dem Hoch: Ab Donnerstag steht die nächste Schönwetterphase an, die mindestens bis Sonntag andauert. Die Höchstwerte erreichen bei viel Sonnenschein häufig um 25 Grad, direkt an den Küsten bleibt es etwas kühler.

Björn Goldhausen, Meteorologe von WetterOnline: „Eigentlich sind es meteorologische Singularitäten, doch fühlen sich Spätsommer und Altweibersommer häufig ganz anders an. Während wir zuletzt den Spätsommer mit aller Macht gespürt haben, übernimmt nun der Altweibersommer. Besonders in den Nächten merken wir dies an den deutlich frischeren Temperaturen. Keine Singularität, aber wichtig: Jetzt beginnt auch die Zeit des gemeinen Übergangsjäckchens.“

Das ist der Altweibersommer

Als Altweibersommer bezeichnet man im Allgemeinen eine Periode sonniger und warmer Tage zwischen Mitte September und Anfang Oktober. Als Kriterien gelten Höchsttemperaturen über 20 Grad, mindestens drei sonnige und warme Tage und mindestens 7 bis 8 Sonnenstunden pro Tag.

Der Begriff Altweibersommer und was Spinnen damit zu tun haben

Sonniges Wetter weckt oft positive Erinnerungen an den vergangenen Sommer. Für Menschen, die Angst vor Spinnen haben, ist der Altweibersommer dagegen eine Herausforderung, denn in dieser Zeit scheint die Zahl der Spinnen und der von ihnen gebauten Netze zuzunehmen. Dem ist aber nicht so. Die Spinnen sind nach dem Sommer ausgewachsen und daher besser zu sehen.

Da die Nächte nach den relativ warmen Tagen sehr kühl werden, bildet sich Tau. Dieser haftet auch an den Bauten der Spinnen, die dadurch besser sichtbar werden. Das gilt auch für die Gespinste der winzigen, nur wenige Millimeter großen Baldachinspinnen. Im Gegensatz zu anderen Spinnen nutzen sie ihre Fäden auch als erwachsene Tiere, um sich mithilfe von Wind und Thermik durch die Luft treiben zu lassen. Auf ihrem Flug hinterlassen sie überall auffällige Fäden.

Dieses Phänomen könnte ein Motiv für den Namen „Altweibersommer“ sein. Möglicherweise leitet sich der Wortteil „weiber“ vom althochdeutschen Wort „weibon“ ab, das „umhertreiben“ oder „sich hin und her bewegen“ bedeutet. Vielleicht erinnern die umhertreibenden Fäden an die weißen Haare „alter Weiber“?

Regional gibt es für den "Altweibersommer" auch Bezeichnungen wie "Witwensommer" oder "Ähndlsommer", was mit "Ahnensommer" oder "Großvatersommer" übersetzt werden kann. Manche Sprachwissenschaftler vermuten hinter dem Begriff den „zweiten Frühling“ älterer Menschen.

Vieles zum Begriff „Altweibersommer“ ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. So kann jeder die Erklärung für richtig halten, die ihm am nächsten kommt.




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