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VIER PFOTEN gibt Tipps, wie man Igeln in Not helfen kann
Igel im Wald © VIER PFOTEN | TIERART
  • 29. Oktober 2020

VIER PFOTEN gibt Tipps, wie man Igeln in Not helfen kann

Von Susanne von Pölnitz | VIER PFOTEN

Der Winter naht

Hamburg – Igel werden erst im Spätsommer geboren und müssen bis zum Spätherbst ausreichend Gewicht zugelegt haben, um in den Winterschlaf gehen zu können. Auf der Suche nach Futter und einem Schlafplatz wandern daher derzeit viele kleine Stacheltiere durch Gärten, Parks, Wiesen und Wälder. Doch Straßen und Verkehr aber auch Gartenarbeiten mit Sensen, Spaten oder Rasenmähern können den Tieren zum Verhängnis werden. VIER PFOTEN Wildtierexpertin Katharina Erdmann, Leiterin des Wildtier- und Artenschutzzentrums nordwestlich von Hamburg, gibt Tipps, wie man Igel in der kalten Jahreszeit helfen kann.

Igel sind Fleischfresser

Im Winter begeben sich Igel in den Winterschlaf. Dabei werden ihre Körperfunktionen auf ein Minimum herabgesetzt. Mithilfe ihrer angefressenen Energiereserven können sie dann über mehrere Monate ohne Futter auskommen. „Igel sind Fleischfresser und essen kein Obst, Gemüse oder Nüsse. Sie benötigen eiweißreiche Nahrung. Damit die Tiere vor dem Winter genug Speck auf die Hüften bekommen, kann man zum Beispiel Katzenfutter oder spezielles Igelfutter bereitstellen. Milch sollte man generell nicht anbieten, denn die vertragen Igel nicht und auch rohes Hackfleisch ist aufgrund möglicher Krankheitsüberträger problematisch“, rät Katharina Erdmann.

Nicht zu früh eingreifen

„Wenn man einen kleinen Igel in seinem Garten beobachtet, sollte man ihn nicht gleich einsammeln“, betont Erdmann. „Man sollte sich stattdessen Zeit nehmen und das Tier beobachten. Wenn es sehr klein ist, handelt es sich um ein Jungtier und oft ist dann die Mutter nicht fern. Sammelt man einen kleinen Igel zu früh ein, läuft man Gefahr, ihn eventuell aus seiner Familie zu reißen.“

Da Igel nacht- und dämmerungsaktiv sind, sollte man aber aufmerksam werden, wenn sie sich tagsüber sehen lassen und einen schwachen Eindruck machen. „Ein gesunder und unverletzter Igel kann mit 400 Gramm in den Winterschlaf gehen“, so die Expertin. „Wer aber ein sehr schwaches oder auch verletztes Tier findet, sollte sich an eine Igelfachstelle in der Nähe oder eine Wildtierstation wenden.“

Igelfreundlicher Garten

Im Wildtier- und Artenschutzzentrum kümmern sich die Wildtierpfleger derzeit um rund 50 Igelwaisen. „Wer etwas für Igel tun möchte, sollte seinen Garten so naturnah wie möglich gestalten und den ein oder anderen Laubhaufen auch mal liegen lassen“, rät Wildtierexpertin Erdmann. In Komposthaufen, Gehölz oder dichtem Blattwerk finden Igel Schutz vor Kälte und Regen sowie einen Unterschlupf für den Winter. Zudem kann man mit Kisten oder Paletten sichere Zonen schaffen, unter denen sich Igel verstecken können. „Zäune sind oftmals unüberwindbare Barrieren für die Tiere, kleine Löcher und Durchschlupfmöglichkeiten helfen ihnen bei ihrer Suche nach Futter.“

Herabfallende Blätter können Wasseroberflächen manchmal vollkommen bedecken und so unsichtbar machen. „Fällt ein Igel in einen Gartenteich, kommt er aus eigener Kraft meist nicht heraus. Die Teichfolien sind zu glatt für die kleinen Pfoten. Dicke Äste oder andere Kletterhilfen in Ufernähe im Teich platziert, können daher lebensrettend für Wildtiere sein“, sagt Erdmann.

Über das Wildtier- und Artenschutzzentrum
VIER PFOTEN fördert das Wildtier- und Artenschutzzentrum nordwestlich von Hamburg mit jährlich mindestens 100.000 Euro. Pro Jahr werden hier mehr als 2200 in Not geratene, heimische Wildtiere abgegeben, aufgezogen, medizinisch versorgt und wieder ausgewildert. Weitere Informationen erfahren Sie hier.


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