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Schnee in Bayern: Wetter oder Klimawandel?
München Hauptbahnhof: Nichts geht mehr. Eine Wetterlage wie am vergangenen Wochenende hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben und wird es auch in Zukunft geben ©WetterOnline
  • 05. Dezember 2023

Schnee in Bayern: Wetter oder Klimawandel?

Von Birgit Heck | WetterOnline GmbH

Eine meteorologische Einordnung

Anhaltende, starke Schneefälle zum Start ins vergangene Wochenende haben in Bayern für Chaos gesorgt. Ein halber Meter Neuschnee rund um München - so viel wie noch nie seit Messbeginn in einem Dezember, tagelanges Verkehrschaos und Schulausfälle. Der diesjährige Winteranfang bricht Rekorde. Doch was hat der Klimawandel damit zu tun?

Gleich zu Beginn des ersten Wintermonats bricht der diesjährige Frühwinter Rekorde. Seit Beginn der Messungen hat es rund um München noch nie so viel Schnee in einem Dezember gegeben. Gut 50 Zentimeter Schnee sorgten für Schulausfälle und ein Verkehrschaos. Der Flugverkehr kam zum Erliegen, der öffentliche Nahverkehr stand weitgehend still.

Angesichts dieses extremen Wetterereignisses stellt sich für viele die Frage, welchen Einfluss der zweifellos allgegenwärtige Klimawandel auf solche Schneeereignisse hat. Denn Schnee und Kälte passen doch eigentlich nicht zu dem, was man von dem Begriff „Klimaerwärmung“ erwartet, oder etwa dennoch?

Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline: „Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei diesem Extremereignis, das wir in den letzten Tagen im Süden des Landes erlebt haben, um Wetter und nicht um Klima handelt. Es wäre grundfalsch, den Klimawandel allein für solche Wetterlagen verantwortlich zu machen. Wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, dass der Klimawandel bei fast allen Wetterereignissen seine Finger im Spiel hat“.

Eine Wetterlage wie am vergangenen Wochenende hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben und wird es auch in Zukunft geben. Vieles von dem, was wir gesehen haben, ist zunächst schlichtweg Wetter.

Diese meteorologischen Faktoren führten zu den Schneefällen:

Eine Luftmassengrenze lag zu Beginn des vergangenen Wochenendes über weiten Teilen Mitteleuropas. Sie trennte polare Kaltluft im Norden von warmer Mittelmeerluft im Süden.

Im Übergangsbereich beider Luftmassen kam es zu anhaltenden und ergiebigen Schneefällen. So weit, so normal.

Klimawandel erhöht das Feuchteangebot

Doch es gibt ein Aber: Bedenkt man nun, dass sich die warme Luft aus dem Süden über dem zum Teil deutlich überdurchschnittlich warmen Mittelmeer mit Feuchtigkeit vollsaugen konnte, so wird klar, dass überdurchschnittlich viel Wasser zur Verfügung stand. Entsprechend fielen die Niederschläge im Bereich der Luftmassengrenze kräftiger aus als im Mittel solcher Wetterlagen.

Auch die Luftmasse war mit hoher Wahrscheinlichkeit milder als bei einer vergleichbaren Wetterlage ohne Klimawandel. Ob minus 5 Grad oder minus 2 Grad - solange es kalt genug ist, fällt auch Schnee - im Fall des vergangenen Wetterereignisses in Bayern allerdings vor allem zu Beginn extrem nasser Schnee.

„Durch den Klimawandel und das damit verbundene überdurchschnittliche Feuchteangebot sind vielleicht ein paar Zentimeter mehr Schnee vom Himmel gefallen als ohne Klimawandel. Am Ende des Tages ist es aber egal, ob der Klimawandel nun für ein paar Zentimeter mehr Schnee gesorgt hat - Chaos hätte diese Wetterlage auch vor 30 Jahren gebracht“, erklärt der Meteorologe.

Fazit
Als Fazit bleibt festzuhalten: In Zukunft wird es wegen des Klimawandels seltener schneien, dafür werden die Neuschneemengen wahrscheinlich zunehmen. Aus diesem Grund passen Klimawandel und kalte Witterungsabschnitte mit viel Schnee sehr gut ins Bild.




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