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Weihbischof betont vor den anstehenden Wahlen die unverhandelbare Würde jedes Mensche
Weihbischof Josef Holtkotte betont in seinem Beitrag, dass die Würde des Menschen nicht verhandelbar ist ©Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
  • 02. September 2026

Weihbischof betont vor den anstehenden Wahlen die unverhandelbare Würde jedes Mensche

Von Presse-Team des Erzbistums Paderborn

Weihbischof Josef Holtkotte betont vor den anstehenden Wahlen die unverhandelbare Würde jedes Menschen in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft

Paderborn (pdp). „Wofür setze ich mein Kreuz? Was will ich mit meiner Stimme unterstützen und ermöglichen – oder auch verhindern?“ Das fragt Weihbischof Josef Holtkotte vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin in einem Beitrag auf dem Mitarbeitendenportal des Erzbistums Paderborn. „Die Würde eines jeden Menschen ist nicht verhandelbar“, betont der Paderborner Weihbischof. „Gelingt es uns, diese Überzeugung in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft nicht nur mit unserem Wahl-Kreuz, sondern auch mit unserer Haltung und unserem Engagement sichtbar zu machen?“

Während das Wahl-Kreuz für Eindeutigkeit stehe, sei das Kreuz Jesu ein eindeutiges „Heils-Zeichen“. Die durch den Kreuzestod Jesu bezeugte Liebe Gottes zu den Menschen sei „existenziell“, erklärt der Weihbischof Holtkotte. Sie frage nicht, woher jemand komme, und urteile nicht nach Verdiensten und Leistungsfähigkeit. „Sie blickt auf den Menschen in seiner von Gott verliehenen Würde – unbesehen aller Kriterien, die in unserem menschlichen Empfinden als nützlich, berechtigt, gerechtfertigt oder gerecht gelten.“ Dies verbinde alle Menschen als Kinder Gottes, erläutert Weihbischof Holtkotte: „Das gilt ausnahmslos – auch wenn manche politische Äußerungen in ihrer Schärfe und Unerbittlichkeit den Eindruck vermitteln, manche Menschen seien mehr wert als andere.“

Komplexe Herausforderungen

An eine Welt ohne jegliche Unterschiede zu glauben, sei jedoch naiv, führt der Paderborner Weihbischof weiter aus: „Es gab und gibt noch immer gravierende Unterschiede, was Wohlstand, Bildung oder Nahrungsversorgung angeht. Es ist bis heute nicht gelungen, Armut flächendeckend und nachhaltig zu überwinden. Ebenso wenig sind die sozialen Umstände verschwunden, die bei Menschen Sorgen, Neid und Missgunst gegenüber ihren Mitmenschen auslösen.“ Die Bearbeitung dieser Herausforderungen bleibe eine Daueraufgabe für politisch Verantwortliche, zeigt sich Weihbischof Holtkotte überzeugt.

Wie bei allen komplexen Herausforderungen würden schnelle Lösungen, die mit Ausgrenzung und Abwertung von Menschen spielen, jedoch nichts bringen. „Mein Eindruck ist: Manche vermeintlich einfachen Antworten auf politisch komplizierte Sachfragen haben einzig die Absicht, Empörungsmechanismen zu schüren“, so der Paderborner Weihbischof.

Die Menschenwürde zur Geltung bringen

Christinnen und Christen könnten in diesem Kontext einen unerlässlichen Beitrag leisten: „Bringen wir in der gesellschaftlichen Gemengelage aus diffusen Ängsten und Sorgen, die schnell zu Konfrontation, Ablehnung und Polarisierung führen kann, immer wieder die Menschenwürde zur Geltung.“ Wer den Nächsten achte und respektiere, blicke mit den Augen Jesu auf ihn und auf die Welt. „Das ist nur ein kleiner, aber wichtiger Perspektivwechsel, um unser Miteinander und die Schöpfung ein Stück besser zu machen“, veranschaulicht Weihbischof Holtkotte. Wer den Blick von sich selbst auf den Mitmenschen in seiner Würde verschiebe, werde erfahren, „dass wir lieber genauer hinsehen sollten, bevor wir Vorurteile und eine Abwehrhaltung entwickeln – und vielleicht einer Partei unsere Stimme geben, die Ausgrenzung proklamiert und damit wider die Menschenwürde handelt.

Überzeugen und Zuhören

Eine Feststellung sei ihm sehr wichtig, betont Weihbischof Holtkotte: „Lautstarke Kritik allein genügt nicht, um die Stimmen derer zu übertönen, die christlichen Werten entgegenstehen.“ Es brauche Überzeugung durch Argumente, das Berühren der Herzen durch die Frohe Botschaft des Glaubens und ein Hören auf die Sorgen, Nöte und Unzufriedenheiten der Menschen. „Bleiben wir beteiligt an offenen gesellschaftlichen Debatten über Migration, Klimaschutz, Sozialpolitik, Bildung, Generationengerechtigkeit und viele weitere Themen – aber immer auf dem Fundament der Achtsamkeit und des Respektes jedem Menschen gegenüber“, appelliert der Paderborner Weihbischof.

Die Achtung der Menschenwürde sei keine Kleinigkeit oder Nebensächlichkeit, unterstreicht Weihbischof Josef Holtkotte zum Abschluss seines Beitrags: „Hier geht es um Fundamentales und Grundsätzliches. Deshalb muss sich jede und jeder der Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst sein. Darauf sollte eine reife, gewissenhafte Wahlentscheidung erfolgen.“


Ressort: Hochstift

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Käse und Käsemacher

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