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Innenstadt kann mit richtigen Maßnahmen attraktiver werden
Auto vor der City ©Gerald Kaufmann
  • 28. Oktober 2021

Innenstadt kann mit richtigen Maßnahmen attraktiver werden

Von Christoph Rheinwald | ADAC Württemberg e.V.

ADAC Württemberg nimmt Stellung zu Beschluss des Gemeinderats zum geplanten Umbau der Stuttgarter Innenstadt.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung des Stuttgarter Gemeinderats hat diese Woche das Konzept „Lebenswerte Innenstadt“ beschlossen. Darin sind ein schrittweiser Abbau von öffentlichen Parkplätzen innerhalb des Cityrings sowie die ebenfalls schrittweise Einführung von Tempo 20 ab dem Jahr 2022 vorgesehen. Der ADAC Württemberg befürwortet Maßnahmen, um die Aufenthalts- und Lebensqualität in der Stuttgarter Innenstadt zu steigern. „Gleichzeitig müssen sowohl die Sicherheit als auch die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer Berücksichtigung finden“, sagt Dieter Roßkopf, Vorstandsvorsitzender des ADAC Württemberg. Nur so ließen sich eine Akzeptanz für die geplanten Regelungen und eine Aufwertung der Innenstadt für Bewohner wie für Touristen herstellen. „Mit dem Maßnahmenpaket kann es gelingen, dass der Bereich innerhalb des City-Rings zu einer attraktiveren Zone wird, aber er wird keinesfalls wirklich autofrei sein“, betont Roßkopf. So bleibe der Lieferverkehr weiterhin erhalten und auch für zahlreiche Veranstaltungen wie Feste, Märkte oder Konzerte müssten Autos und Lkw zum Auf- und Abbau in die Innenstadt fahren. Insgesamt wünscht sich der Vorsitzende des ADAC Württemberg eine stärker sachorientierte Diskussion zur Zukunft der Stuttgarter Innenstadt: „ Mobilität ist ein unverzichtbarer Teil unseres gesellschaftlichen Lebens, sie ist aber nicht von einzelnen öffentlichen Parkplätzen abhängig“, konstatiert Dieter Roßkopf.

Die verkehrspolitische Einschätzung des ADAC Württemberg zu den geplanten Maßnahmen des Konzepts "Lebenswerte Innenstadt":

Reduktion der öffentlichen Parkplätze

Bereits heute werden öffentliche Parkplätze abgebaut. Für eine weitere Reduktion in der Stuttgarter Innenstadt ist die Voraussetzung, dass für alle weiterhin notwendigen Fahrzeuge eigene Bereiche eingerichtet werden, beispielsweise Ladezonen für den Lieferverkehr. Im Idealfall könnte sich durch diese Maßnahmen der Parksuchverkehr – und die damit verbundene Lärm- und Schadstoffbelastung – erheblich reduzieren. Eine anzustrebende Lösung wäre die Möglichkeit, seinen Parkplatz schon vorab (online) in einem Parkhaus zu buchen und diesen dann direkt anzufahren. Tempo 20-Regelung

Die Einführung von Tempo 20 in den verbleibenden Straßen im Stuttgarter Innenstadtring sieht der ADAC Württemberg kritisch. Hier ist ein höherer Schadstoffausstoß bei den nach wie vor weit verbreiteten Verbrennungsmotoren zu erwarten. Mit Tempo 20 würden sie bei niedrigen Gängen in einem ineffizienten Bereich fahren. Zudem besteht im Hinblick auf die Verkehrssicherheit die Gefahr einer noch stärkeren Konkurrenz mit Radfahrern, die dann teilweise mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs wären. Der ADAC Württemberg empfiehlt aus diesen Gründen, bei der bewährten Tempo 30-Zone zu bleiben.

ÖPNV

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Stuttgart hätten für die zusätzlichen Fahrgäste, die nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt fahren wollen, noch genügend Kapazitäten. Zudem hat der ÖPNV durch die Tarifreform aus dem Jahr 2019 deutlich an Attraktivität gewonnen. Voraussetzung für eine verstärkte Nutzung sind aber deutlich mehr Umsteigepunkte sowie ein besseres Angebot an Park- and-Ride-Plätzen und Mobilitäts-Hubs in Stuttgart – insbesondere an den Einfallstraßen B10, B14 und B27.

Weiche Separierung

Die sogenannte Weiche Separierung, das Entfernen von Bordsteinkanten, ist nicht hilfreich und steigert sogar die Unfallgefahr. In einem Mischverkehr ist eine klare Trennung von Autos, Radfahrern, E-Scootern und Fußgängern dringend notwendig. Sie stellt vor allem den Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer sicher. Auch bei den Zufahrten zu Parkhäusern, Apotheken und Einzelhandel muss die Separierung beibehalten werden.

 


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