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Fronleichnam – „Lebensweg freudig und gelassen gehen“
Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck erteilt den Gläubigen zum Abschluss der Fronleichnamsprozession im Paderborner Dom den sakramentalen Segen ©Benjamin Krysmann / Erzbistum Paderborn
  • 08. Juni 2023

Fronleichnam – „Lebensweg freudig und gelassen gehen“

Von Presse-Team des Erzbistums Paderborn | Erzbischöfliches Generalvikariat

Gläubige feiern das Hochfest des Leibes und Blutes Christi mit Gottesdienst und Prozession

Paderborn (pdp). Das Feiern von Fronleichnam mit festlichen Gottesdiensten und den Prozessionen durch die Städte und Dörfer ist für Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck kein „triumphales Gehabe“. Vielmehr steht es „für die Grundhaltung, in der Christinnen und Christen leben dürfen“, sagte der derzeitige Leiter des Erzbistums Paderborn am Donnerstag, 8. Juni, im Paderborner Dom.

„Wir können unseren Lebensweg freudig und gelassen gehen, weil Jesus selbst den gesamten Weg des Lebens mitgeht“, erklärte Diözesanadministrator Dr. Bredeck. Jesus sei nicht nur der Weg, er gehe ihn auch mit, „bis hinein in die dunkelsten Winkel und Schluchten, die keinem Menschen im Leben ganz erspart bleiben“. Diese christliche Haltung, die sich an Fronleichnam öffentlich zeige, „ist nicht triumphal, sondern vertrauend und hoffend“.

Fronleichnam neu entdecken

Darum biete gerade in herausfordernden Zeiten Fronleichnam heute die Chance, dieses Fest neu zu entdecken. „Wir ziehen hinaus und wollen Christus in unsere normalen Bezüge tragen, in unsere Welt, um Gott unsere Sorgen und Nöte hinzuhalten und sie verwandeln zu lassen“, betonte Diözesanadministrator Dr. Bredeck. Dabei gehe es nicht nur um die eigenen Anliegen, sondern auch um die Anliegen „der vielen Menschen, für die wir stellvertretend da sind und beten“.

Entscheidend für die Kirche sei die „Verbundenheit mit dem Lebensumfeld“, „nicht im Bewusstsein besonderer Ansprüche, wohl aber im Bewusstsein eines besonderen Beschenkt-Seins“: Jesus Christus „in der leicht übersehbaren und zerbrechlichen Gestalt des Brotes“. „Ihn und seine Liebe in den konkreten Situationen des Lebens zu erfahren, damit Jesus Christus die Lebenssituationen verwandelt und mit seiner Liebe erfüllt“, lautete darum der Wunsch des derzeitigen Leiters des Erzbistums Paderborn zum Fronleichnamstag.

Diözesanadministrator Dr. Bredeck zeigte sich überzeugt: „Was wir im Sakrament der Eucharistie an Ehrfurcht entgegenbringen, das wird von diesem Sakrament in reichem Maße zurück strömen auf uns. Und es soll überströmen auf unsere Umgebung, auf die Menschen und die Schöpfung, die wir nicht selten doch so ehrfurchtslos behandeln und behandelt haben.“

Fronleichnam ein „aktuelles“ Fest

Darum ist Fronleichnam für den derzeitigen Leiter des Erzbistums Paderborn ein „aktuelles“ Fest: „Wer einen Sinn für die Ehrfurcht den Menschen und der Schöpfung, dem Leben gegenüber hat, der findet auch einen Zugang zum Fronleichnamsfest, das schlicht und ergreifend bezeugt, dass in einem Stück Brot Gott selbst zu begegnen ist.“ Das zeige auch die Prozession am heutigen Tag. „Wir sind immer auf dem Weg, niemals fertig, immer suchend und voller Sehnsucht auf ein Ziel hin, das die Erfüllung dieser Sehnsucht ist und das wir in Jesus Christus im Glauben erkennen.“

Nach der Feier der heiligen Messe fand die traditionelle Fronleichnamsprozession durch die Innenstadt von Paderborn statt. Bei strahlendem Sonnenschein führte der Weg durch das Paradiesportal hinaus aus dem Paderborner Dom über den Domplatz am Amts- und Landgericht sowie dem Bischofshaus am Kamp vorbei hin zur Universitäts- und Marktkirche. Nach der ersten Station führte der Weg weiter am historischen Rathaus, über dem Marienplatz am Stadthaus vorbei zum Abdinghof. Hier folgte die zweite Station. Anschließend zog die Prozession weiter an den Schulen St. Michael vorbei zurück über den Markt- und Domplatz wieder hinein in den Dom. Hier erteilte Diözesanadministrator Dr. Bredeck abschließend den sakramentale Segen.

Musikalisch gestaltete den festlichen Gottesdienst und die feierliche Prozession die Paderborner Dommusik mit dem Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning, der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkantor Patrik Cellnik und dem Domorganisten Tobias Aehlig. Zudem unterstützten die Bläser der Dommusik die musikalische Gestaltung.

Über das Fronleichnamsfest
An Fronleichnam wird das Hochfest des Leibes und Blutes Christi gefeiert. Der ungewöhnliche Name stammt aus dem Mittelalter. „Vron“ bedeutet so viel wie „göttlich“, und meint das, was Gott bzw. den Herrn betrifft. „Lichnam“ steht für den Leib, den Körper. Übersetzt werden könnte Fronleichnam also mit „Der Leib des Herrn“. Das erinnert an den engen Zusammenhang des Fronleichnamsfestes mit dem Gründonnerstag in der Karwoche vor Ostern und dem letzten Abendmahl.

Auch am Gründonnerstag wird das Versprechen Jesu an seine Jünger gefeiert, dass er in den Zeichen von Brot und Wein immer wirklich bei ihnen sein wird, sooft sie Eucharistie feiern. Weil an Gründonnerstag aber die ganze Ostergeschichte im Mittelpunkt steht, wird an Fronleichnam die Gegenwart Jesu in den gewandelten Gaben von Brot und Wein noch einmal eigens gefeiert. Im liturgischen Kalender ist Fronleichnam jedes Jahr am Donnerstag in der zweiten Woche nach Pfingsten oder am darauf folgenden Sonntag vorgesehen.

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19) hatte Jesus seinen Jüngern aufgetragen und schenkte der Kirche damit das Sakrament der Eucharistie. Diesen Auftrag Jesu erfüllt die Gemeinschaft der Gläubigen bis heute. Die Feier der Eucharistie ist Danksagung, Erinnerung und Lobpreis zugleich. Sie ist konstitutiv für die Kirche: „Empfangt, was ihr seid: Leib Christi, damit ihr werdet, was ihr empfangt: Leib Christi“, lautet darum ein dem Denken des Kirchenvaters Augustinus angelehntes Wort.

Das Fronleichnamsfest geht auf Visionen der Ordensfrau Juliana von Lüttich zurück. 1209 sah sie den Mond, der an einer Stelle verdunkelt war. Für sie war der Mond das Symbol für das Kirchenjahr, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes zu Ehren des Altarsakraments. Urban IV., der zuvor Erzdiakon in Lüttich war, führte dieses Fest 1264 für die gesamte römisch-katholische Kirche ein. Bekannt ist dieser Feiertag besonders durch die reich geschmückten Prozessionen, bei denen das eucharistische Brot, der Leib Christi, durch die Straßen getragen wird.




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