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Aktuelle Umfrage: Freie Berufe fordern mehr Tempo bei Resilienz und Infrastruktur
Werkzeug ©Gerald Kaufmann
  • 08. Januar 2026

Aktuelle Umfrage: Freie Berufe fordern mehr Tempo bei Resilienz und Infrastruktur

Von Luca Samlidis | Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB)

BFB-Umfrage zeigt: Deutschland ist schlecht auf Krisen vorbereitet – deswegen fordert der Spitzenverband der Freien Berufe mehr Tempo bei Infrastruktur und Bürokratieabbau. Der Stromausfall in Berlin und seine gravierenden Folgen seien ein Vorgeschmack auf weitere Katastrophen, so Hauptgeschäftsführer Klotzki. Die Ergebnisse der Umfrage werden am 13. Januar auf der BFB-Neujahrskonferenz in Berlin diskutiert.

Freie Berufe fordern mehr Tempo bei Resilienz und Infrastruktur

BFB-Umfrage zeigt deutliche Zweifel an der Krisenvorbereitung Deutschlands – Neujahrskonferenz am 13. Januar in Berlin diskutiert auch Berliner Stromausfall.

Berlin, 8. Januar 2026. Deutschland ist auf einen Verteidigungs- oder Krisenfall unzureichend vorbereitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Kurzumfrage des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) unter seinen Mitgliedsorganisationen. Auf einer Skala von 1 bis 6 (6 = sehr gut vorbereitet) bewerten die teilnehmenden Spitzenverbände und Kammern den Vorbereitungsstand Deutschlands mit einem durchschnittlichen Wert von 2,2 – ein Ergebnis, das der BFB als „alarmierend“ einstuft. "Nicht zuletzt der Stromausfall in Berlin und seine Folgen haben gezeigt, wie ernst die Lage ist", warnt BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki. "Wenn wir nicht schnell resilienter werden, müssen wir mit immer häufiger auftretenden Katastrophen rechnen."

Die Betroffenheit der Freien Berufe von steigenden Anforderungen an Resilienz ist laut Umfrage hoch: Für die militärische Dimension liegt der Durchschnitt bei 4,0, bei ziviler Resilienz ähnlich. „Die Freien Berufe wissen um ihre Bedeutung für die demokratische Infrastruktur – in Medizin, Recht, Planung oder Bildung. Aber sie erwarten, dass der Staat schneller wird“, erklärt BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki. „Am Ende geht es um uns alle.“ Die Freien Berufe werden die Ergebnisse auf ihrer Neujahrskonferenz am 13. Januar diskutieren.

Bürokratieabbau statt Paragrafenkrieg

Als wichtigste Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit nannten die Befragten vor allem Bürokratieabbau, schnellere Entscheidungsprozesse und die Modernisierung kritischer Infrastruktur. „Wenn Resilienz gelingen soll, brauchen wir Effizienz statt Überregulierung und klare Zuständigkeiten statt Wirrwarr“, so Klotzki weiter. Außerdem dürfe Resilienz nicht gegen Bemühungen um mehr Klimaschutz ausgespielt werden: „Zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und Resilienz gibt es keinen Zielkonflikt. Beides funktioniert nur miteinander. Auch hierzu tragen die Freien Berufe maßgeblich bei.“

Die Umfrage erfasst auch Einschätzungen zu den wirtschaftlichen Effekten der gestiegenen Verteidigungsausgaben. Während ein gewisser positiver Effekt auf die Gesamtwirtschaft gesehen wird, bleibt der unmittelbare Nutzen für die jeweiligen Berufsgruppen deutlich geringer.

Der BFB veröffentlicht die Ergebnisse im Vorfeld seiner Neujahrskonferenz am 13. Januar 2026. Im Allianz Forum am Pariser Platz diskutieren Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter der Freien Berufe unter anderem Generalleutnant André Bodemann, Dr. Stephanie Bauer (Forschungszentrum Jülich), Bischof Dr. Bernhard Felmberg und der Militärhistoriker Dr. Sönke Neitzel über Resilienz, Verantwortung und die Rolle freier Professionen in unsicheren Zeiten.

Über den BFB:

Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstständige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern knapp zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie beschäftigen über 4,7 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter ca. 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe für Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit über ökonomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.

Über die Umfrage:

Die BFB-Kurzumfrage wurde im November und Dezember 2025 unter den Mitgliedsorganisationen des Bundesverbands der Freien Berufe e. V. (BFB) online durchgeführt. Die eingegangenen Antworten wurden gewichtet, um der jeweiligen Mitgliederstärke beziehungsweise Einwohnerzahl der Bundesländer Rechnung zu tragen. Die Ergebnisse verschaffen eine verlässliche Einordnung politischer Entwicklungen aus Sicht der Freien Berufe, sind jedoch nicht-repräsentativ und erheben keinen wissenschaftlichen Anspruch.


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