Das Paderborner Projekt „New Norm“ findet weit über Westfalen hinaus Anklang – und das zurecht: Der Diskurs rund um Schönheitsideale und Körperbilder ist an keine Landesgrenzen gebunden. Frauen weltweit stehen vor ähnlichen Herausforderungen, wenn es um gesellschaftliche Normen und die eigene Wahrnehmung geht.
Mit dem Festival „Sulýlyq Salony: Creating New Norms“, das vom 8. bis 12. Juli 2025 in der 101.dump Galerie im Herzen Almatys in Kooperation mit dem Goethe-Institut Kasachstan stattfand, gelang es, diese Fragen eine Woche lang in einen internationalen, feministischen Kontext zu stellen.
Schönheitsideale beeinflussen maßgeblich sowohl das individuelle Selbstbild als auch die gesellschaftlichen Erwartungen an Körper und Erscheinung. Besonders Frauen sehen sich hierbei einem erheblichen Druck ausgesetzt, vorgegebene Normen zu erfüllen, die häufig eng gefasst und kulturell geprägt sind. Diese Standards bilden nur einen schmalen Ausschnitt der breiten Palette von Körpern ab und lassen oft wenig Raum für Individualität. Personen, die diesen Standards nicht entsprechen, erfahren häufig Selbstzweifel und strukturelle Benachteiligung, was eine eingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zur Folge haben kann.
Zeichnungen aus den New Norm Sessions in Almaty, Kasachstan ©New Norm
Hinter festen Schönheitsidealen verbergen sich häufig soziale Regeln, die bestimmen, wie Frauen auszusehen und sich zu verhalten haben – und damit traditionelle Geschlechterrollen festigen. Vor diesem Hintergrund gewinnt der internationale Austausch über neue, vielfältigere Vorstellungen von Schönheit zunehmende Bedeutung. Kunst, persönliche Geschichten und gemeinschaftliche Erfahrungen werden dabei als wirksame Mittel genutzt, um bestehende Normen kritisch zu hinterfragen und neue, stärkende Perspektiven auf Körper und Schönheit zu entwickeln. Auf diese Weise entsteht Raum für Selbstbestimmung und ein inklusiveres gesellschaftliches Miteinander. Das Projekt „New Norm“ repräsentiert einen solchen innovativen Ansatz, indem es kreative Räume schafft, in denen Frauen gesellschaftliche Zwänge kritisch reflektieren und alternative Narrative zur Körperlichkeit entwickeln können. Durch diese Herangehensweise wird nicht nur individuelle Selbstakzeptanz gefördert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel geleistet.
Der Titel des Festivals – „Sulýlyq salony: Creating new norms“ – nimmt Bezug auf den kasachischen Begriff für Schönheitssalon. Schönheitssalons stehen in Zentralasien wie anderswo für die Orte, an denen Schönheitsnormen besonders prägnant aufrecht erhalten werden. Gleichzeitig sind Schönheitssalons Orte des sozialen Austauschs unter Frauen. Programmatisch stellte das Festival somit die kritische Hinterfragung, das aktive Neudefinieren von gesellschaftlicher Schönheit als auch den Zusammenhalt ins Zentrum – und wurde so zur Bühne für empowernde Denkräume und kreativen Aufbruch.
Gemeinsam mit dem Goethe-Institut Kasachstan und zahlreichen Partnerinnen – darunter Zhanel Shakhan (multidisziplinäre Künstlerin, Kasachstan), Altyn Kapalova (Wissenschaftlerin, Künstlerin und Museumsleitung des „Central Asia's Museum of Feminist and Queer Art“, Kirgisistan) sowie Saralisa Volm (deutsche Filmemacherin und Autorin) – kuratierte das „New Norm“-Team eine facettenreiche Festivalwoche. Performances, Workshops, Ausstellungen, Lesungen und Panelgespräche bündelten die Stimmen zentralasiatischer und deutscher Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen. Der starke lokale Bezug und die transkulturelle Vernetzung machten die Themen des Festivals besonders greifbar.
Ein besonderes Highlight bildete das zweimal durchgeführte New Norm Aktzeichenformat: In diesen Sessions ließen Frauen im übertragenen und im wörtlichen Sinne ihre Hüllen fallen und ermöglichten sich so neue, vielfältige und kreative Sichtweisen auf das breite Spektrum weiblicher Körper. In geschützter Atmosphäre entstanden Zeichnungen, die halfen, verfestigte Schönheitsideale zu hinterfragen und einen selbstbestimmten Umgang mit Körperlichkeit zu entwickeln. „Wir sind begeistert, wie gut das New Norm-Format auch in Almaty funktioniert hat“, so Initiatorin Lea Hansjürgen. „Es zeigt uns, dass unsere Art und Weise, das Thema Schönheitsnormen ganzheitlich und künstlerisch zu bearbeiten, einen positiven Beitrag leistet. Im internationalen Schulterschluss mit Künstlerinnen, Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen aus verschiedensten Kontexten sowie mit dem Goethe-Institut als Partner konnten wir den Diskurs auf eine neue Ebene heben“.
Die Festivalwoche verstand sich ganz bewusst als Plattform, um mit und von lokalen Akteurinnen zu lernen und gemeinsam neue Impulse für den globalen Schönheitsdiskurs zu setzen. „Unsere Zusammenarbeit zeigt, wie fruchtbar und notwendig der Dialog im globalen Kontext ist. Das Festival fand mehrsprachig – in Russisch, Kasachisch, Englisch und Deutsch – statt, wodurch auf allen Ebenen gleiche Erfahrungen und Geschichten zu Körper, Schönheit, Herausforderungen und Stärke sichtbar wurden. Gerade die Perspektiven feministischer Aktivistinnen aus Zentralasien bereichern und erweitern unseren Blick über das Lokale hinaus. Die Galerie 101.dump wurde so zu einem pulsierenden Ort internationaler Begegnung und gleichberechtigten Austauschs“, so Johanna Leifeld.
Die Brücke zwischen Zentralasien und Westfalen bleibt bestehen: Die während der Almatyer Festivalwoche entstandenen Werke und die prämierten Fotografien des Fotowettbewerbs werden Ende September im „Raum für Kunst“ in Paderborn als Teil des nächsten New Norm Festivals (25.– 28.9.2025) ausgestellt. Am 26. September folgt ein weiterer Höhepunkt: Lea Hansjürgen und Johanna Leifeld werden für ihr Engagement mit der Kulturnadel der Stadt Paderborn ausgezeichnet – eine Anerkennung für ihren Beitrag zum kreativen Diskurs rund um Schönheits- und Körperbilder. Feministische Netzwerke – kreative Kollaboration als Zukunftsmodell
Mit der internationalen Festivalwoche in Almaty ist „New Norm“ zu einem Brückenbauer zwischen Paderborn und Zentralasien geworden. Das Projekt setzt so ein starkes Zeichen für die Wirkkraft feministischer Netzwerke, kreativen Austauschs und gelebter Vielfalt – eine Vision, die weit über die Grenzen einer Stadt und eines Landes hinausstrahlt
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