
Kaum ein Haus, in dem kein Weihnachtsbaum steht. Für den Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. (VNWB) ist dies Anlass genug, hier die wichtigsten Infos und Tipps zusammenzustellen.
In schwierigen Zeiten kommt dem Weihnachtsfest als Zeit der Gemeinschaft und des Friedens seit jeher eine besondere Bedeutung zu. Allen krisenbedingten Widrigkeiten zum Trotz, stehen auch in diesem Jahr wieder genügend formschön gewachsene Weihnachtsbäume zur Verfügung.
Die Weihnachtsbaumerzeuger bieten den Haushalten trotz allgemein steigender Kosten zum Weihnachtsfest 2022 erschwingliche Bäume an. Branchenexperten nennen einen Laufmeterpreis für Nordmanntannen von 21 bis 27 Euro, für Blautannen von 12 bis 16 Euro und für Fichten von 9 bis 12 Euro.
Jedes Jahr stellen sich die Menschen dieselbe Frage: Welcher Weihnachtsbaum kommt diesen Winter in die gute Stube? Dabei ist die Auswahl gar nicht so schwer: Es sind fünf Baumarten, die die Europäer besonders häufig nachfragen. 80 Prozent der Käuferinnen und Käufer entscheiden sich für die Nordmanntanne. Sie wächst gerade und gleichmäßig wie im Bilderbuch und verliert auch nach Wochen im Wohnzimmer kaum Nadeln. Mit einem Marktanteil von 10 Prozent liegt die Blaufichte schon mit großem Abstand auf dem zweiten Platz, gefolgt von Rotfichte, Edeltanne und Schwarzkiefer.
Schon beim Kauf kann der Baum ständerfertig gemacht werden. Hierbei wird der Stamm etwas gekürzt, sodass eine frische Schnittfläche entsteht, die Wasser aufnehmen kann – ähnlich wie bei Schnittblumen. Dem Weihnachtsbaum tut ein schrittweiser Übergang vom Kalten ins Warme gut. Also besser nicht direkt nach dem Kauf ins beheizte Zimmer stellen, sondern ihn 24 Stunden in der Garage oder im Hausflur in einem Eimer mit kaltem Wasser aufbewahren. Sobald die Tanne oder Fichte im Zimmer steht, braucht sie weiterhin Wasser und sollte regelmäßig gegossen werden. Von Zusätzen wie Zucker rät der Verband ab. Weitere Tipps gibt es unter www.vnwb.de.
Die größten Trends, die sich auch in Umfragen abzeichnen, sind der „Adventsbaum“ und der „Zweitbaum“. Zum einen werden die Bäume immer früher gekauft, was gerade bei der gut haltbaren Nordmanntanne kein Problem darstellt. Zum anderen geht der Trend dahin, sich einen Baum in den Garten oder auf den Balkon, bzw. die Terrasse zu stellen. Ein weiterer Trend ist das „Plastikfasten“, also der vollkommene oder zumindest teilweise Verzicht auf Plastikprodukte. Das gilt auch für den Baum samt Schmuck, der aus Glas, Metall oder Naturprodukten wie Trockenobst und Nüssen bestehen kann.
In puncto Ökobilanz, Kreislaufwirtschaft und Artenvielfalt ist dem natürlichen Weihnachtsbaum keiner gewachsen. Der Baum entzieht der Luft Kohlenstoffdioxid (CO2) und spaltet es durch Fotosynthese in Kohlenstoff und lebenswichtigen Sauerstoff. Den Kohlenstoff speichert er ab und nutzt ihn zum Wachstum. So filtert ein Hektar Weihnachtsbaumkultur während der üblichen zehn Jahre Standzeit bis zu 149 Tonnen CO2 aus der Luft und gibt ihr etwa 100 Tonnen Sauerstoff zurück. Wenn der Weihnachtsbaum nach dem Fest kompostiert oder verbrannt wird, gibt er nicht mehr CO2 ab, als er gespeichert hatte.
„Knapp 2.000 in Deutschland heimische Familienbetriebe kümmern sich hierzulande um einen naturschonenden Anbau“, weiß Saskia Blümel, zweite Vorsitzende des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum e.V. Viele von ihnen erfüllen mit dem Naturbaum-Siegel strenge Kriterien, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeben. Dazu gehören unter anderem das Anlegen von Blühflächen für Insekten und Nistmöglichkeiten für Vögel sowie der Einsatz alternativer Energien. Da Weihnachtsbäume für viele Jahre wachsen, entstehen auf den Flächen einzigartige Ökosysteme für seltene Tierarten. Durch Nachpflanzungen bleiben sie trotz regelmäßiger Ernte über viele Jahrzehnte erhalten.

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