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VIER PFOTEN bringt Babylöwen Nikola von Montenegro in die Niederlande
In Sicherheit: Löwe Nikola ist wohlbehalten im FELIDA Großkatzenschutzzentrum von VIER PFOTEN angekommen ©VIER PFOTEN | Jeanine Noordermeer
  • 28. Juni 2022

VIER PFOTEN bringt Babylöwen Nikola von Montenegro in die Niederlande

Von Susanne von Pölnitz | VIER PFOTEN

— Aus dem illegalen Wildtierhandel gerettet

Hamburg - Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat erfolgreich ein Löwenjunges, das aus illegaler Privathaltung in Montenegro gerettet wurde, in ihr FELIDA Großkatzenschutzzentrum in den Niederlanden überführt. Die Reise führte über Kroatien durch Slowenien, Österreich und Deutschland. Am 21. Juni erreichte Löwe Nikola schließlich sein neues Zuhause.
Der mittlerweile neun Monate alte Löwe wurde von den montenegrinischen Behörden im Februar 2022 gefunden. Er war aus seinem Zuhause entwischt und streunte zehn Tage lang durch die Straßen bei Budva an der Adria. VIER PFOTEN unterstützte bei der Suche und Rettung des erschöpften und ausgehungerten kleinen Löwen und half bei der vorübergehenden Versorgung vor Ort.

Aktuell werden immer öfter Fälle von jungen Großkatzen in Südosteuropa bekannt, die als Haustiere oder zu Unterhaltungszwecken zum Verkauf angeboten werden. Diese Tiere sind Opfer des illegalen Wildtierhandels, der jedes Jahr das Leid von Millionen von Wildtieren weltweit verursacht.

VIER PFOTEN kooperierte mit der montenegrinischen Umweltverwaltung (EPA) und der lokalen NGO „Center for the Protection and Research of Birds of Montenegro“ (CZIP), um Nikola vorübergehend vor Ort zu versorgen und unterzubringen. Während der Vorbereitung des Transfers in die Niederlande reisten VIER PFOTEN Expert:innen mehrmals nach Montenegro, um Nikola zu untersuchen und eine kleine, aber dringende Operation durchzuführen.

Am 20. Juni machte sich ein VIER PFOTEN Team gemeinsam mit einer Wildtierärztin vom Leibnitz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) mit Nikola auf den Weg in sein neues Zuhause. Nach über zweitausend Kilometern Fahrt und sechs Ländergrenzen traf er wohlbehalten im Großkatzenschutzzentrum ein.

„Wir sind den montenegrinischen Behörden und CZIP dankbar für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit, die zu einer Lösung für den kleinen Nikola geführt haben. Obwohl er vor Ort beherzt versorgt wurde, gibt es in Montenegro einfach keine geeignete Unterbringung für einen jungen Löwen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Nikola in FELIDA nun die Pflege erhält, die er benötigt. Er kann sich von den turbulenten ersten Lebensmonaten erholen und zu einem gesunden Löwen heranwachsen“, sagt Barbara van Genne, verantwortlich für Wildtierrettungen bei VIER PFOTEN.

Der illegale Wildtierhandel in Südosteuropa nimmt zu

„Dieser Fall ist Teil des viel größeren Problems, das die illegale und kommerzielle Privathaltung, Zucht und den Handel mit Großkatzen in ganz Südosteuropa umfasst. Der kommerzielle Handel hat Abnehmer:innen in den Bereichen Interaktionen, wie zum Beispiel Streichelzoos, Privathaltung oder Zirkusshows und ist in den meisten europäischen Ländern legal. Er dient jedoch oft als Deckmantel für illegale Aktivitäten. In den vergangenen Monaten haben wir diverse Berichte über junge Löwen und Tiger erhalten, die im Kosovo, in Albanien, in Montenegro und in Nordmazedonien zum Verkauf angeboten oder privat gehalten wurden. Wir gehen davon aus, dass die Tiere zwischen den Ländern illegal gehandelt werden. Wir fordern die Regierungen auf, effiziente Gesetze einzuführen und sie strikt umzusetzen, um Wildtiere vor Ausbeutung zu schützen“, erklärt Sven Wirth, Teamleiter Kampagnen bei VIER PFOTEN.

In Montenegro dürfen Wildtiere in Zirkussen, in Zoos und privat gehalten werden, sofern eine Lizenz der EPA vorliegt und Mindeststandards erfüllt werden. VIER PFOTEN fordert ein Verbot für Wildtiere wie Löwen, Tiger und Bären in Zirkussen und Privathaltung. Außerdem muss ein klares Lizensierungssystem eingeführt werden, das sich auf Zoos und Zirkusse beschränkt. VIER PFOTEN und EPA wollen dies gemeinsam in Montenegro durchsetzen.

Ein Zuhause für traumatisierte Großkatzen
Das FELIDA Großkatzenschutzzentrum in den Niederlanden ist eines der Tierschutzzentren für gerettete Wildtiere, die VIER PFOTEN weltweit führt. Es fungiert als spezielles Pflegezentrum für körperlich und geistig traumatisierte Großkatzen. Die Großkatzen, die sich von ihrer Vergangenheit erholen, können in das LIONSROCK Großkatzen-Schutzzentrum in Südafrika gebracht werden. Andere brauchen eine lebenslange Spezialpflege und bleiben dauerhaft in FELIDA. Neben Neuankömmling Nikola leben in FELIDA derzeit acht gerettete Löwen und ein Tiger.


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