GRID LIST
Heizung ©shutterstock_781785535

Experte zum Plänen der…

Jan 10, 2022
Die Ampel-Parteien haben in ihrem Koalitionsvertrag den Umstieg auf die sogenannte…
Pfarrkirche St. Kilian Letmathe. (Foto: PV Letmathe)

Pfarrer Niemeier predigt über…

Jan 14, 2022
Rundfunkgottestdienst im Deutschlandfunk am Sonntag aus der Pfarrkirche St. Kilian…
 Tests haben gezeigt, ob Hautcremes gesunde Bakterien in ihrem Umfeld stärken oder hemmen. Je stärker die Hemmung, um so ausgeprägter der weiße Kreis um die Creme-Probe ©BELANO medical

Studie: Viele Hautcremes…

Jan 11, 2022
Hautpflege sollte sich an natürlichen Wirkweisen von Bakterien orientieren Hennigsdorf b.…
Benedikt Goesmann mit seinem Hund Bruno. Zusammen gehen sie auf eine Reise, um Leukämiepatienten in Südamerika zu unterstützen ©Sandra Czok

Eine Spendenradtour über…

Jan 20, 2022
— Ride for ALL „ALL – Akute Lymphatische Leukämie“. Diese Diagnose erhielt Alicia…
Bei Eis und Schnee müssen Bürgersteige geräumt werden. ©HUK-COBURG

Am Schneeschieben führt kein…

Jan 11, 2022
Wann ist der Griff zu Schaufel und Besen nötig und Wie oft muss geräumt werden? „Endlich…
Ein Joint ©Gerald Kaufmann

Suchtmediziner zur Cannabis-Legalisierung: "Ein Nullsummenspiel?"

  • Gerald Kaufmann
  • Themen

Furth im Wald - Es ist eine Frage, die in Deutschland heftig diskutiert wird. In den aktuellen Koalitionsverhandlungen scheint es eine Antwort zu geben: Soll der Erwerb und Besitz bestimmter Mengen von Cannabis in Deutschland legalisiert werden? In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap sprachen sich zuletzt, die aktuellsten verfügbaren Daten stammen aus dem Jahr 2018, 46 Prozent für eine legale, regulierte Cannabis-Abgabe aus, 52 Prozent waren dagegen. Der Suchtmediziner Professor Dr. Reinhart Schüppel ist überzeugt: "Die Legalisierung von Cannabis wird kommen und zwar aufgrund von gesellschaftspolitischen Veränderungen." Er hält die Freigabe aber für ein "Nullsummenspiel". Für jedes gelöste Problem werde wahrscheinlich ein neues entstehen, vermutet er.

Pro Jahr konsumieren sicher drei, wahrscheinlich eher fünf Millionen Menschen in Deutschland Cannabis und kommen dabei auf einen Verbrauch von etwa 250 Tonnen. "Der Cannabiskonsum hat längst breite Schichten der Bevölkerung erreicht", weiß der Chefarzt der Johannesbad Fachklinik in Furth im Wald, der größten stationären Einrichtung zur Behandlung von Suchterkrankungen in Bayern. "Keine Gesellschaft akzeptiert auf Dauer ein als illegal eingestuftes Verhalten von großen und wichtigen Gruppen", betont er. Wenn sich also der Konsum nicht reduzieren lasse, erfolge eine Anpassung in Richtung "legal" - also eher nach politischen als nach medizinischen Gesichtspunkten. 

Cannabis macht doppelt so häufig abhängig wie Alkohol

Immer wieder, so Professor Schüppel, werde auf die relative Harmlosigkeit von Cannabis als "weicher" Droge verwiesen, im Vergleich zu "harten" Drogen wie Kokain oder Heroin. Auch im Vergleich zu gesellschaftlich breit akzeptierten Produkten wie Alkohol oder Tabak werde auf weniger schwere Folgeerkrankungen Bezug genommen. Professor Schüppel gibt aber zu bedenken: Unter Berücksichtigung aller möglichen Schäden für Nutzer und das Umfeld belegt Cannabis unter den suchterzeugenden Substanzen Platz 8 und macht doppelt so häufig abhängig wie Alkohol.

Welche Folgen hätte die Freigabe von Cannabis? "Für jedes gelöste Problem würde wahrscheinlich ein neues entstehen", meint Professor Dr. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Johannesbad Fachklinik in Furth im Wald, der größten stationären Einrichtung zur Behandlung von Suchterkrankungen in Bayern. ©Johannesbad Gruppe

Keine Entlastung des Staats zu erwarten

Einen breiten Raum nimmt bei der Debatte um die Legalisierung die "Entkriminalisierung" ein. "Die Legalisierung von Cannabis wird dazu führen, dass Erwachsene ‚in Ruhe‘ ihrem Konsum nachgehen können, ohne deswegen juristische Konsequenzen fürchten zu müssen", so Professor Schüppel. Er rechnet dadurch bei Erwachsenen mit einer "mäßigen, aber sicher nicht dramatischen Steigerung der Fallzahlen und der Menge des Konsums". 

Eine Entlastung des Staates erwartet der Suchtmediziner hingegen nicht: "Zwar wird die Polizei entsprechende Drogendelikte nicht mehr verfolgen müssen, aber anders als bei Tabak und Alkohol werden Behörden engmaschige Kontrollen bei den Produzenten durchführen müssen", sagt der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Hinzu kommen nach seinen Worten Lizenzvergabe, Qualitätskontrollen, Vertrieb und Verkauf von Cannabis als Gebiete, die staatliche Regulierung und Kontrolle brauchen.  

Auch der Schwarzmarkt bleibt

Erfahrungen aus anderen Ländern - Kanada, einige amerikanische Bundesstaaten oder Uruguay - hätten nach Worten Professor Schüppels auch gezeigt: "Der Schwarzmarkt verschwindet danach nicht einfach, dazu ist er zu lukrativ." Über den weiterbestehenden illegalen Markt würden dann beispielsweise Bevölkerungsgruppen wie Jugendliche versorgt, die zum legalen keinen Zugang haben. "Und vom Schwarzmarkt werden mit Sicherheit ,Cannabis-Innovationen´ angeboten werden, die es im offiziellen deutschen Cannabis-Shop niemals zu kaufen gibt, etwa Cannabis mit sehr hohem Gehalt an Tetra-Hydro-Cannabinol (THC) oder die Kombination mit synthetischen Cannabinoiden", fürchtet der Suchtexperte.

Das Beispiel der Niederlande habe darüber hinaus gezeigt: Cannabis ist zwar nicht die befürchtete Einstiegsdroge in harte Substanzen. Aber das Beliefern der Coffeeshops mit Rohware beflügelte den Handel beispielsweise mit Kokain enorm - mit einer massiven Zunahme bislang unbekannter Bandenkriminalität als Folge.

Diskussion über Konsum im Straßenverkehr

Professor Schüppel vermisst in der aktuellen Diskussion um die Legalisierung vor allem eines: "Cannabis ist eine auf Gehirnfunktionen wirkende Substanz." Der künftig womöglich legale Umgang damit ändere nichts an der Pharmakologie dieses komplexen Substanzgemisches. "Das ist bei der Teilnahme am Straßenverkehr genauso zu beachten, wie bei der Bedienung von Maschinen oder bei Verantwortung für andere Menschen", betont der Mediziner. Die Gesellschaft müsse dann auch eine Debatte darüber führen, was - ähnlich zum "Promillewert" beim Alkohol - die angemessene Grenze beim Cannabiskonsum sein sollte. Aktuell liegt diese bei einem Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum und eine Anhebung wurde bereits gefordert.

Legalisierung: "Fatale Botschaft" für Jugendliche

Sorgen bereiten dem Suchtmediziner besonders die Jugendlichen: "Jede Form der Legalisierung von Cannabis zielt auf Erwachsene ab. Die Hauptgruppe der Konsumenten sind aber die 12- bis 17-Jährigen", weiß er. In diesem Alter kommen nach seinen Worten die Entwicklung von Psychosen oder Verzögerungen in der Gehirnentwicklung am häufigsten vor. 

Schon die Einführung von Cannabis als Medikament im Jahr 2017 habe bei der Pflanze zu einem deutlichen Imagewandel geführt. "Wenn sie nun auch noch legal ist, dann muss sie ja offensichtlich harmlos sein, so die wohl zu Recht anzunehmende Denkweise in dieser Altersgruppe", meint Professor Schüppel. Das hielte er für eine fatale Botschaft. "Ob, wie von manchen Experten vorgeschlagen, eine Anhebung des Mindestalters für legalen Erwerb und Besitz von Volljährigkeit auf 21 Jahre dieses Problem lösen würde, bleibt fraglich", so der Experte. Denn es werde immer einen älteren Bruder oder eine Bekannte mit Mindestalter geben, der oder die dann "etwas besorgen" könne. 

Begleitforschung ist der richtige Weg

"Die Legalisierung von Cannabis kommt ziemlich sicher", so die knappe Einschätzung des Suchtexperten. Es wird darauf ankommen, nicht nur die juristischen und organisatorischen Fragen zu klären, sondern eine umfassende und für alle Fragen offene Begleitforschung zu etablieren: "Nur dann wissen wir, welche Probleme tatsächlich gelöst wurden und welche hinzugekommen sein mögen."

Das Portal für Paderborn, Höxter und Warburg
  • Kloster Corvey ©Gerald Kaufmann

    Kloster Corvey, Stiftskirche

    Kloster Corvey war mit das größte Kloster hier im Hochstift. Beeindruckend ist, wie schon im vorletzten Jahrtausend mit dem Aufbau begonnen wurde.

  • Paderquellgebiet ©Gerald Kaufmann

    Paderquellgebiet

    Mit seinen 200 Quellen mitten in Paderborn im ist die Pader der kürzeste Fluss in Deutschland und mündet im benachbarten Schloß Neuhaus in die Lippe.

  • Rathaus Paderborn ©Gerald Kaufmann

    Rathaus Paderborn

    Rathaus im Stil der Weserrenaissance. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde ist wieder aufgebaut und ist noch heute Tagungsort des Stadtrates.

  • Das Drei-Hasen-Fenster ©Gerald Kaufmann

    Das Drei-Hasen-Fenster

    Das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms ist ein Wahrzeichen von Paderborn, und findet sich auch an vielen weiteren Orten in der Paderstadt wieder.

  • Abdinghofkriche in Paderborn ©Gerald Kaufmann

    Abdinghofkriche in Paderborn

    Abdinghofkriche ist ungefähr gleich alt wie der Dom und wurde als Klosterkirche gegründet. Heute ist sie so etwas wie der Evangelische Dom in Paderborn.

  • Paderborner Dom ©Gerald Kaufmann

    Paderborner Dom

  • Rathaus Höxter ©Gerald Kaufmann

    Rathaus Höxter

  • Wisent in Hardehausen ©Gerald Kaufmann

    Wisent in Hardehausen

  • Kleines Viadukt bei Altenbeken ©Gerald Kaufmann

    Kleines Viadukt bei Altenbeken

  • Waschfrauen an der Pader ©Gerald Kaufmann

    Waschfrauen an der Pader

  • Liboriuskapelle ©Gerald Kaufmann

    Liboriuskapelle

    Liboriuskapelle in Paderborn

  • Keiserpfalz ©Gerald Kaufmann

    Kaiserpfalz in Paderbortn

    Platz zwischen Dom und Kaiserpfalz. Im Hintergrund die

  • Kapuzinerkirche ©Gerald Kaufmann

    Kapuzinerkriche

    Die Kapuzinerkirche in Brakel entstand im 18. Jahrhundert und beinhaltet barocke als auch gotische Elemente.

  • Rathaus Brakel ©Gerald Kaufmann

    Rathaus Brakel

    Das Brakeler Rathaus im im Renaissance-Stil. Davor steht die Rolandssäule, welche auch als Pranger genutzt wurde.