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Bienenretter werden: Ideen für Fensterbank, Balkon und Garten
Insektenfreundliches Gärtnern macht Freude und geht mit dem passenden Werkzeug ganz einfach. ©Fiskars.com
  • 11. Mai 2021

Bienenretter werden: Ideen für Fensterbank, Balkon und Garten

Von Sebastian Liese | tts agentur05 GmbH

Zum Weltbienentag am 20. Mai: Zu Hause Blumen pflanzen und neuen Lebensraum für Wildbienen schaffen

Eschborn — Am Donnerstag, 20. Mai 2021 ist Weltbienentag. Ein Tag, der auf den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringend benötigten Schutz der Bienen aufmerksam machen soll. Wie im Garten, auf dem Balkon und sogar auf der Fensterbank ein wenig Grün zum Erhalt der Bienen beitragen kann, wissen die Gartenexperten von Fiskars.

Bienen: Bedrohte Meister der Natur

Bienen pflegten lange Zeit ein unbeachtetes Dasein – zu Unrecht. Denn sie zählen zu den wichtigsten Nutztieren in Deutschland und können weit mehr als nur schmackhaften Honig zu produzieren. Wildbienen etwa sorgen in der Natur für die lebenswichtige Bestäubung von Pflanzen. Rund 80 Prozent unserer heimischen Wild- und Nutzpflanzen sind dabei auf die Bestäubung der Bienen angewiesen. Sie sorgen für den Erhalt der Pflanzenvielfalt und somit auch für eine Lebensgrundlage von Menschen und Tieren.

Doch fast jede zehnte Wildbienenart in Europa ist bedroht, denn ihre Lebensräume und Nahrungsquellen schwinden. So fehlen immer mehr strukturreiche Lebensräume wie Sandwege, Totholz- oder Steinhaufen und alte Hecken, die den Tieren als Nistplätze dienen. Auch werden freie Wiesenflächen zunehmend durch Straßen- oder Wohnungsbau versiegelt und somit das Angebot an Nahrungsquellen für die Bienen verringert. Hinzu kommt, dass durch die immer intensiver betriebene Landwirtschaft Monokulturen und Pestizide verbreitet werden. Die Folge: schwindende Pflanzenvielfalt und schwindende Bienen.  

Barbara Rossmann, Marketing Activation Managerin DACH von Fiskars, erklärt: „Jeder, der mitmacht, zählt. Bienenfreundliche Pflanzen lassen sich von Frühjahr bis Sommer ansäen. Dabei muss es nicht immer ein Garten sein – auch auf dem Balkon und sogar auf der Fensterbank können wir etwas für die Insekten tun. Mit den richtigen Pflanzen und dem passenden Werkzeug geht das einfach und hat eine nachhaltige Wirkung.“

Auf Fensterbank und Balkon: großes Nahrungsangebot auf kleinem Raum

Um Bienen Nahrung zu bieten, können freie Flächen auf der Fensterbank oder dem Balkon mit bienenfreundlichen Gewächsen bepflanzt werden. Wichtig ist bei der Auswahl der Pflanzen vor allem, dass sie zeitversetzt blühen. So finden die Bienen vom Frühling bis in den Herbst hinein durchgängig Nahrung. Als Nahrungsquelle eignen sich Kräuter ebenso wie nektarreiche Zierpflanzen. Als gute Nektarlieferanten gelten beispielsweise die Fächerblume, die Schneeflockenblume, Kapuzinerkresse und die Gewürztagetes. Auch Stauden machen sich auf einem bienenfreundlichen Balkon gut. Sie sind besonders praktisch, da sie nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden müssen. Die Buschmalve ist hier eine gute Wahl, ebenso wie der Scheinsonnenhut, der Storchschnabel oder die Hohe Fetthenne.

Bei den Kräutern liefern vor allem Oregano, Melisse, Thymian und Küchensalbei Nahrung für die gefährdeten Insekten. Mit Letzteren lohnt sich die angelegte Bienenweide nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich: denn frisch geerntete Kräuter sorgen in der Küche für die richtige Würze.

Die Blumenwiese im Garten richtig vorbereiten

Wer einen Garten sein Eigen nennt, kann direkt eine kleine Wiese anlegen. Die Vorbereitungen für eine nektar- und pollenreiche Blumenwiese beginnen zwischen Ende März und Ende Mai. Die geeignete Fläche sollte möglichst eben und unbewachsen sein. Manchmal soll die Blumenwiese an einer Stelle entstehen, an der noch Rasen wächst. In diesem Fall wird die Grasnarbe mit einem Spaten vollständig abgehoben, die Erde mit einem Spaten oder einer Grabegabel aufgelockert und Unkraut aus der Fläche entfernt. Der Boden sollte locker und feinkrümelig sein. Anschließend wird die Erde mit einem Brett oder einer Rasenwalze verdichtet. Nachdem unebene Stellen mit einer Harke oder einem Rechen ausgeglichen wurden, ist der Boden bereit für die Aussaat.

Aussaat und Pflege: Mit Sand säen und ein- bis zweimal jährlich mähen

Für die Aussaat der Blumenwiese werden die Samen in großen Schwüngen auf das vorbereitete Beet geworfen. Dabei empfiehlt es sich, die Samen mit etwas Sand zu vermengen. Denn das Saatgut ist sehr leicht und lässt sich so besser auf dem Beet verteilen. Durch den hellen Sand lässt sich außerdem besser erkennen, wo schon Samen liegen und wo noch etwas fehlt. Barbara Rossmann, Marketing Activation Managerin DACH von Fiskars: „Wichtig ist es, die Saat mit einem Rechen erst leicht, dann mit einer Rasenwalze gut in die Erde einzuarbeiten. Nur so kann sie zuverlässig keimen.“ Besonders zu Beginn der Aussaat und bei Trockenheit sollte die Erde immer feucht gehalten werden, damit sich die Saat gut entwickeln kann. Wenn die Blumenwiese steht, wird sie ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Wer nur einmal jährlich zur Sense greifen möchte, mäht Ende Juli. Dann bilden sich im Spätsommer und Herbst oft noch einmal neue Blüten. Wer zweimal mäht, legt seine Termine auf Anfang März und Ende Juni.

Ein weiteres Plus für Bienen: Das Hotel und die Wasserstelle

Steht etwas mehr Platz zur Verfügung, zum Beispiel auf einer großen Terrasse oder in einem Garten, bietet ein Bienenhotel den Bestäubern Schutz und einen Platz zum Nisten. Denn viele Wildbienen sind Einzelgänger und bevorzugen warme und trockene Plätze aus Holz oder Bambus, um ihren Nachwuchs heranzuziehen. Bienenhotels können selbst gebastelt werden oder finden sich schon fertig im Baumarkt.

Auch, wer eine Wasserstelle bereithält, tut den Bienen Gutes. Denn vor allem in den Städten fehlt es den Insekten oft an Nektar und an Wasser. Um in Ruhe zu trinken, suchen Bienen kleine Landeplätze direkt am Wasser. Diese können auch ganz einfach selbst hergestellt werden: einfach ein paar Steine oder Kiesel in einen Untersetzer oder eine flache Schale setzen und darüber Moosstücke oder ein paar Zweige verteilen. Diese dienen den Bienen als Landeplätze. Dann so viel Wasser in die Schale gießen, dass die Landeplätze noch im Trockenen liegen und die Bienentränke an einen geschützten und windstillen Platz stellen — und nicht vergessen, das Wasser regelmäßig aufzufüllen.


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