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Oh, wie schön ist Nachbarschaft!
Personengruppe Netzwerk Nachbarschaft
  • 11. März 2021

Oh, wie schön ist Nachbarschaft!

Von Karin Banduhn | Netzwerk Nachbarschaft

Hamburg – Mit seinen Bildern und Illustrationen unterstützt Janosch das Netzwerk Nachbarschaft seit vielen Jahren. Im Interview erzählt die Gründerin Erdtrud Mühlens, was sie mit dem weltberühmten Illustrator und Kinderbuchautor verbindet.

Frau Mühlens, wie haben Sie Janosch kennen gelernt?

ch traf Janosch zum ersten Mal 1991, um mit ihm ein Umweltmagazin für Kinder zu entwickeln. Janosch wohnte damals schon auf Teneriffa. Er zeigte mir die Insel, wir tranken Wein und aßen Fisch und entwickelten gemeinsam viele Ideen für das Magazin. Wir waren uns einig, Kinder muss man für den Umweltschutz begeistern, ohne belehrend zu wirken oder Angst zu schüren. Das Emil-Grünbär-Magazin sollte animieren und Mut machen.


Ein Bär spielte also auch hier die tragende Rolle?

Ja, das ist typisch für Janosch. Seine Idee, den Kindern eine tierische Umweltbande zur Seite zu stellen, war einfach genial. Emil Grünbär war ein mutiges Vorbild, der Häuptling für alle Umweltindianer. Furchtlos im Charakter, immer auf der Suche nach allem, was die Umwelt zerstört. Genial auch seine MitstreiterInnen: Dolli Einstein, die kluge Graugans, von besonderer Intelligenz, hervorragender körperlicher Schönheit, Erfinderin und Genie. Und: Rüdi von Lieberbaum, der Hund und Schnüffler, der Bäume liebt und mit seiner scharfen Nase alles riecht. Besonders Gift im Wasser, in der Luft und in der Erde. Komplett verarmter Adel, zahlt keine Hundesteuer. Diese Dreifaltigkeit – Tatkraft, Klugheit und Gespür – ist es, die auch Janosch als Künstler und Mensch auszeichnet.

Wie haben Sie Janosch als Förderer für das Netzwerk Nachbarschaft gewonnen?

Es war Janosch, der mir den Tipp für einen Ayurveda-Urlaub auf Sri Lanka gegeben hatte. Viele Jahre bin ich dort hingefahren und habe dort auch ein Schulprojekt unterstützt. Bei meinem zehnten Aufenthalt 2015 passierte das Unglück, der Tsunami. Ich kam mit dem Leben davon. Nach Deutschland zurückgekehrt, habe ich entschieden, mein Leben zu ändern. Weil mir das Thema Nachbarschaft am Herzen lag, hatte ich die Idee, ein bundesweites Netzwerk für Nachbarschaften zu gründen, als Dachverband und Aktionsbündnis für alle Aktiven vor Ort. Mit Janosch hatte ich die Idee weitergesponnen,
er war sofort begeistert und sagte mir seine Unterstützung zu. Er war immer zu jeder „Schandtat“ bereit.

Wie unterstützte Janosch die Gründung von Netzwerk Nachbarschaft?

Grundsätzlich war es sein großer Zuspruch und seine Rückendeckung, die mich bestärkte, diesen Weg zu gehen. Mir geht es da so wie vielen Nachbarn auch: Die konsequente Fürsprache macht Mut, neue Wege zu gehen. Janosch entwickelte für Netzwerk Nachbarschaft die Bildersprache, die fröhlich und zuversichtlich macht, gleichzeitig auch inspiriert und zu Aktionen anregt. Seine Illustrationen begleiten das Netzwerk vom Start weg und haben dazu beigetragen, so viele Menschen in die Handlung bringen. Mit den von ihm gestalteten Auszeichnungen und Urkunden drückt er seine Wertschätzung für die Menschen aus, die sich engagieren. Er spricht alle Generationen und Kulturen an. Er hat zudem die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge einfach und überzeugend mit ein paar Federstrichen darzustellen. Das von ihm entworfene Logo für Netzwerk Nachbarschaft sind zwei Häuser, die sich die Hand reichen, eine klare Botschaft!

Janosch selbst lebt zurückgezogen auf Teneriffa. Wie passt das zusammen?

Nun, er trägt diese Werte in sich. Er ist ein kluger und weitsichtiger Beobachter allen menschlichen Zusammenlebens. Mit seinem rebellischen Geist und Witz ist er ein Sprecher der Kämpfernaturen. Es gibt keinen lebenden Künstler, der mit seinem Werk so stark auf alle Generationen einzuwirken vermag, auf Kinder, Eltern und Großeltern. Janosch ist ein großer Streiter für soziale Nähe. Auch oder gerade weil er weit weg auf Teneriffa lebt.

Welchen Einfluss nimmt Janosch heute auf das Netzwerk Nachbarschaft?

Janosch ist der Schöpfer des Nachbar-Oskar und vieler Leit-Bilder für aktive Nachbarschaften, die als starke Bande agieren. Mit seinen Motiven wie etwa „Jede Wiese zählt!“ erreichen wir eine breite Öffentlichkeit. Janosch war schon viele Male bei den Preisverleihungen präsent, zur großen Freude seiner großen Fangemeinde. Mit ihm haben wir es geschafft, den negativen Schlagzeilen über Nachbarschaftsstreits die Idee der Selbsthilfe-Netzwerke im Wohnumfeld entgegenzusetzen. Wir zeigen, dass Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft friedlich und fröhlich miteinander leben und eine gemeinsame Zukunft aufbauen können – ganz im Sinne des Künstlers. Janosch sagt: „Liebt eure Nachbarn!“


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Das Drei-Hasen-Fenster ©Gerald Kaufmann

Das Drei-Hasen-Fenster

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Abdinghofkriche in Paderborn ©Gerald Kaufmann

Abdinghofkriche in Paderborn

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Paderborner Dom ©Gerald Kaufmann

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Käse und Käsemacher

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