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Neuer Weihbischof will dem Evangelium Kraft verleihen
Der neue Weihbischof Josef Holtkotte schreitet im Anschluss an das Pontifikalamt durch die Reihe der Kolping-Abordnungen, die zur Weihe ihres langjährigen Bundespräses nach Paderborn gekommen waren. Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn.
  • 27. September 2021

Neuer Weihbischof will dem Evangelium Kraft verleihen

Von Presse-Team des Erzbistums Paderborn | Erzbischöfliches Generalvikariat

Pfarrer Josef Holtkotte wurde im Paderborner Dom zum Bischof geweiht

Paderborn (pdp) Pfarrer Josef Holtkotte wurde am heutigen Sonntag, 26. September 2021, von Erzbischof Hans-Josef Becker im Paderborner Dom zum Bischof geweiht – er ist damit neuer Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Er wolle durch seinem bischöflichen Dienst deutlich machen, wie sehr gerade in Umbruchzeiten das Evangelium als „bleibende Kraftquelle“ nötig sei, erklärte Weihbischof Josef Holtkotte im Weihegottesdienst. Am 23. Juni 2021 hatte Papst Franziskus den 58-jährigen Priester und bisherigen Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland zum Titularbischof von Simingi und zum neuen Weihbischof im Erzbistum Paderborn ernannt. Der festliche Weihegottesdienst wurde unter Corona-Bedingungen von einer reduzierten Zahl von geladenen Gästen im Dom und von zahlreichen Menschen im Live-Stream mitgefeiert.

In seinen bisherigen Aufgaben habe er die Liebe Gottes erfahrbar machen und mit den Menschen Glaubenswege suchen und gehen wollen, erklärte Josef Holtkotte in seinen ersten Worten als neuer Weihbischof. Kirche müsse aus der Gegenwart Gottes leben und das Leben der Menschen ernstnehmen. „Nur dann kann sie Weg und Bewegung sein und einen Glauben verkünden, der vertrauensvoll, getröstet und froh leben lässt“, zeigte sich der neue Weihbischof überzeugt. Er wolle diesen Weg im Miteinander und Füreinander gehen: „Nicht als einer, der meint, den Glauben besitzen zu können, sondern als einer, der Glauben erfahren hat und davon erzählen will.“

Der neue Weihbischof Josef Holtkotte nach seiner Weihe vor dem Paderborner Dom. Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn.

Emmauserzählung als Schlüsseltext

Weihbischof Josef Holtkotte hat einen Satz der Emmauserzählung aus dem Lukas-Evangelium zu seinem bischöflichen Wahlspruch gemacht: „Da wurden ihre Augen aufgetan“ (Lk 24,31a). Diese Worte drücken seine tiefe innere Verbindung zu dieser biblischen Erzählung aus, die ihm auf seinem eigenen Glaubensweg wichtig geworden ist. Auch seine Insignien – Bischofsring, Bischofsstab und Mitra –, die Josef Holtkotte während seiner Weihe überreicht wurden, sowie sein Wappen sind von den biblischen Emmaus-Jüngern auf ihrem Weg mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus geprägt. Der Glaube schaffe ein Sehen, das Perspektiven verändere, erklärte der neue Weihbischof: „Die Jünger leben aus der Freude und der Kraft des Auferstandenen. Wir dürfen ihm vertrauen, uns mit ihm auf den Weg machen und auf dem Weg bleiben.“ 

Auf dem Bischofsstab von Josef Holtkotte sind auch der heilige Josef als Namenspatron und der selige Adolph Kolping als Wegbegleiter und Wegweiser abgebildet. Für die Zukunft zeigt sich Weihbischof Josef Holtkotte zuversichtlich: „Es ist meine feste Überzeugung, dass wir eine gute Zukunft haben, wenn wir mit Jesus unterwegs bleiben. Wenn wir uns an ihm festmachen und stets seine Gemeinschaft suchen.“

Bischofsweihe fordert Vergewisserung

In einer für die Kirche „sensiblen Zeit“ fordere eine Bischofsweihe eine „Vergewisserung unseres Standortes auf dem Weg des persönlichen Glaubens und des Erzbistums Paderborn“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt. Das Christentum rücke den einzelnen Mensch konsequent in den Mittelpunkt: „Jeder Mensch ist Gottes Ebenbild und kein Zufallsprodukt. Jeder Mensch ist Mensch, nicht der eine mehr oder der andere weniger.“ Auch nach 2.000 Jahren müssten Christen der Würde jedes Menschen unbedingte Geltung verschaffen. Zudem präge die „Treue zur Erde“ den christlichen Glauben, unterstrich der Paderborner Erzbischof die christliche Verantwortung für die Schöpfung.

Christen dürften niemals vergessen, wo ihre Geschichte dem Evangelium nicht entsprochen habe oder entspreche, stellte Erzbischof Becker klar. Es gebe jedoch keinen Grund, sich mit dem christlichen Glauben zu verstecken. „Das Evangelium ist ein Schatz, zu dem es nach unserer Überzeugung keine Alternative gibt“, so der Paderborner Erzbischof. Der auferstandene Jesus sei als Wegbegleiter an der Seite der Menschen. Das bestärke den neuen Weihbischof Josef Holtkotte, aber auch das Erzbistum Paderborn, „das mit allen Männern und Frauen guten Willens im Vertrauen auf die Stärke Gottes in die Zukunft blickt“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker zum Abschluss seiner Predigt. 

Ausgestreckt vor Gott und der Gemeinde

Josef Holtkotte wurde von zwei Mitbrüdern seines Priester-Weihekurses – Domkapitular Pfarrer Benedikt Fischer, Dechant des Dekanates Paderborn, und Pfarrer Martin Beisler, Leiter des Pastoralverbundes Salzkotten – am Beginn des Gottesdienstes zum Paderborner Erzbischof geleitet. Domkapitular Fischer bat Erzbischof Becker um die Weihe von Josef Holtkotte, bevor Generalvikar Alfons Hardt die päpstliche Ernennungsurkunde verlas. Bei der eigentlichen Weihezeremonie gab der Weihekandidat zunächst sein Treueversprechen ab, als Bischof seine Pflichten für die Kirche zu erfüllen. Beim Gebet der Allerheiligen-Litanei legte sich Josef Holtkotte ausgestreckt auf den Boden der Paderborner Bischofskirche – bei jeder Weiheliturgie ein Zeichen der Hingabe an Gott. 

Weihe durch Handauflegung

Als Erzbischof Hans-Josef Becker und anschließend die Mitkonsekratoren Weihbischof Mattias König und Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB sowie alle anwesenden Bischöfe Josef Holtkotte ihre Hände auflegten und Erzbischof Becker anschließend das Weihegebet sprach, wurde aus dem Weihekandidat der neue Weihbischof für das Erzbistum Paderborn. Beim Weihegebet wurde die Verkündigung der Frohen Botschaft als eine der wichtigsten Pflichten eines Bischofs sichtbar: Zwei Diakone hielten dabei das geöffnete Evangelienbuch über den neuen Weihbischof.

Nachdem Weihbischof Josef Holtkotte mit Chrisam gesalbt wurde –Zeichen der Teilhabe am Hohepriestertum Christi – und ihm das Evangelienbuch überreicht wurde, empfing Holtkotte mit Bischofsring, Mitra und Bischofsstab seine Insignien für den bischöflichen Dienst: Während der Ring die unverbrüchliche Treue des Bischofs zur Kirche symbolisiert, sind Mitra und Bischofsstab Zeichen des Hirtenamtes. Abgeschlossen wurde die Weihehandlung durch die Umarmung, die Josef Holtkotte von seinen Mitbrüdern im bischöflichen Amt erhielt – äußeres Zeichen dafür, dass er ins Bischofskollegium aufgenommen ist. Als weiteres Zeichen dafür wurde Weihbischof Holtkotte nach dem Schlusssegen von Weihbischof Mattias König und Weihbischof Dominicus durch den Dom geleitet, wobei er als neuer Weihbischof die Gottesdienstgemeinde segnete. 

Zahlreiche Menschen per Übertragung dabei

Aufgrund der Pandemie-Lage konnten nur geladene Gäste im Hohen Dom die Weiheliturgie unmittelbar mitfeiern. Zahlreiche Menschen hatten allerdings die Weihe per Übertragung in der Gaukirche sowie in der Universitäts- und Marktkirche in Paderborn, in Josef Holtkottes Heimatkirche Heilig Kreuz in Castrop-Rauxel sowie im Live-Stream miterlebt und so den neuen Weihbischof begleitet.

Die Weihefeier klang am Abend mit einem Empfang aus, an dem aufgrund der Pandemie-Lage ebenfalls nur eine reduzierte Zahl von Gästen teilnehmen konnte. Generalvikar Alfons Hardt begrüßte die Gäste.

Kollekte fördert karitative Projekte

Die Kollekte zur Bischofsweihe kommt auf Wunsch von Weihbischof Josef Holtkotte zwei karitativen Projekten des Kolpingwerkes zu Gute: Das Kolpingwerk Mexiko finanziert Sauerstoffflaschen für Familien, die ihre Corona-Erkrankten zu Hause pflegen müssen. Der Kolpingwerk Diözesanverband Paderborn unterstützt mit einer Aktion Opfer der Fluthilfe und ermöglicht mit Freizeitangeboten für Familien eine Auszeit vom belastenden Alltag.

 

Vita: Weihbischof Josef Holtkotte

1963 in Castrop-Rauxel geboren, studierte Josef Holtkotte nach dem Abitur in Paderborn und Wien Philosophie und Theologie. 1990 empfing er in Paderborn die Priesterweihe. Es folgten Jahre als Vikar in Verl und Paderborn. Von 1997 bis 2005 war er als Diözesanpräses des Kolpingwerkes Diözesanverband Paderborn tätig, ehe er Pfarrer der Pfarrei St. Jodokus in Bielefeld und Studierendenseelsorger in der ostwestfälischen Stadt wurde. Seit 2012 ist Pfarrer Holtkotte mit Sitz in Köln Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland und seit 2014 zugleich Europapräses des Kolpingwerkes Europa. In seinen Ämtern ist er Mitglied der Synodalversammlung des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland.


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