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Cornelia Funke mit Karl Kübel Preis ausgezeichnet
Alle Medienpreisträger mit dem Stiftungsratsvorsitzenden v.r.: Matthias Wilkes, Renate Werner, Ilka aus der Mark, Christoph Goldbeck, Laura Krzikalla,Till Krause und weitere Mitglieder des Teams von SWR und WDR. ©Karl Kübel Stiftung/Thomas Neu
  • 29. September 2023

Cornelia Funke mit Karl Kübel Preis ausgezeichnet

Von Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zeichnete heute die bekannte Kinderbuchautorin Cornelia Funke für ihr vielfältiges Engagement im Bereich der Kinder- und Familienförderung mit dem Karl Kübel Preis aus. Darüber hinaus verlieh sie den Dietmar Heeg Medienpreis für drei heraus-ragende Beiträge zum Thema „Familie zählt – weil zusammen mehr geht!“

Wie wichtig, wohltuend und ermutigend Zusammenhalt ist, wurde bei der Preisverleihung im Musiktheater Rex in Bensheim sehr deutlich. „Der Karl Kübel Preisträgerin Cornelia Funke ist Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung ein großes Anliegen. In ihren Büchern geht es um Freundschaft und Miteinander. Und mit ihrer Stiftung Rim of Heaven ermöglicht sie in Italien Begegnungsorte, an denen Kinder und Künstler sich entfalten und Gemeinschaft erleben können“, würdigte Matthias Wilkes, Stiftungsratsvorsitzender der Karl Kübel Stiftung, das vielfältige Engagement der 64-Jährigen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro fließt in ihre Stiftung.

Sie freue sich sehr über die Auszeichnung mit dem Karl Kübel Preis, „weil er von einer Stiftung kommt, deren Arbeit ich bewundere und für unverzichtbar halte“, sagte Cornelia Funke und fügte hinzu: „Die Corona-Jahre haben leider bewiesen, wie wenig unsere Welt Kindern und ihren Familien durch schwere Zeiten hilft und wie sehr sie allein gelassen werden, obwohl sie unsere Zukunft bedeuten. Nun, da dieser Preis uns zusammengebracht hat, hoffe ich, dass er mir und der Karl Kübel Stiftung viele Ideen bescheren wird, wie wir gemeinsam Familien und all den Kindern und jungen Menschen, die diesen Mangel an Unterstützung und Wertschätzung jeden Tag schmerzlich verspüren, Orte schaffen, an denen sie sich nicht allein gelassen und gesehen fühlen.“

Wie wichtig Zusammenhalt gerade in schwierigen Situationen ist, zeigten auf besonders eindrucksvolle und berührende Art und Weise die mit dem Dietmar Heeg Medienpreis ausgezeichneten Beiträge. Aus rund 130 Bewerbungen hatte die Jury zwei TV-Dokumentationen und einen Hörfunk-Beitrag ausgewählt und mit je 3.000 Euro dotiert.

In der TV-Dokumentation „Marie will alles“ begleiten Christoph Goldbeck und Ilka aus der Mark 14 Jahre lang Marie und ihre Adoptivfamilie. Marie hat das Down-Syndrom und einen großen Wunsch: Sie möchte so leben wie alle anderen. Sie will eine Liebesbeziehung, in eine eigene Wohnung ziehen und einen Job, aber nicht in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Außerdem möchte sie irgendwann einmal Mutter werden. Manche ihrer Träume gehen in Erfüllung, andere bleiben auf der Warteliste. Der Weg ist nicht immer leicht. Weder für Marie noch für ihre Adoptiveltern. Die müssen fördern, fordern, begleiten und auch loslassen. „Was diese Familie zusammen auf die Beine stellt, zeigt echt beeindruckend, was familiäre Unterstützung bewirken kann“, so Jurymitglied Anke Makosso Makosso. Bemerkenswert sei auch, wie es dem Filmteam gelungen sei, mit Feingefühl und Respekt, aber auch ohne Angst vor schwierigen Fragen, diese Dokumentation zu produzieren.

In dem sechsteiligen Podcast „Die Flut – Warum musste Johanna sterben?“ geht es um die 22-jährige Johanna Orth, die bei der Flut im Ahrtal 2021 ums Leben kam. Anhand ihres Schicksals wird die Katastrophe und deren zum Teil mangel-hafte Aufarbeitung erzählt. Im Mittelpunkt stehen Johannas Eltern Ralph und Inka Orth, die den Verlust ihrer Tochter und die Katastrophe verarbeiten müssen. „Es entsteht aus Sicht der Jury ein großartiges, einfühlsames Hörbild“, so Jurymitglied Marc Wilhelm. Der Podcast sei „gesellschaftlich relevant, gleichzeitig temporeich, dramaturgisch wie journalistisch eine herausragende Leistung.“ Stellvertretend für das zwölfköpfige Team von SWR und WDR nahmen die beiden Headautoren Laura Krzikalla und Till Krause den Award in Empfang.

Um einen schweren Schicksalsschlag geht es auch in der TV-Doku-Serie „Stärker als der Tod“. Als Andrea Bizzotto erfährt, dass er eine unheilbare Krebserkrankung hat, ist seine Frau Maria im fünften Monat schwanger. Der 33-Jährige will seiner kleinen Tochter Giulia etwas Bleibendes hinterlassen. Er will ein Buch schreiben, damit Giulia später weiß, was für ein Mensch ihr Vater war. Für die Familie ist es eine Zeit des Ausnahmezustands. Aber sie schafft den Neubeginn. „Auch deshalb macht dieser Film wahnsinnig viel Mut und ist ein Plädoyer für das familiäre Netz – die Kraft, gemeinsam alles zu schaffen“, sagte Laudatorin Dr. Kerstin Humberg und würdigte die außergewöhnliche journalistische Leistung der Filmemacherin Renate Werner, die die Familie aus Witten vier Jahre lang mit der Kamera begleitet hat.

Weitere ermutigende Beispiele dafür, was Zusammenhalt alles bewirken kann, kamen in der abschließenden Talkrunde mit Cornelia Funke und Mitarbeitenden der Karl Kübel Stiftung zur Sprache. Bildungsreferentin Monika Gerz berichtete, wie Schüler*innen der Bensheimer Geschwister-Scholl-Schule aus vielen einzelnen Bildern zu den 17 Nachhaltigkeitszielen ein Gesamtkunstwerk schufen. „Gerade beim Thema Nachhaltigkeit wurde sehr deutlich, dass es viele Menschen braucht, um etwas zu verändern“, so Gerz. Gemeinsam mit Partnern Projekte umzusetzen, sei ein Prinzip der Arbeit der Karl Kübel Stiftung, sagte Vorstandsmitglied Dr. Aslak Petersen und fügte hinzu: „Wir freuen uns, wenn Organisationen und Institutionen gemeinsam mit uns starke Allianzen für Kinder und Familien bilden. Denn nur, wenn wir unsere Ressourcen – Know-how, Netzwerke und finanzielle Mittel – klug bündeln, können wir die Rahmenbedingungen für Kinder und Familien nachhaltig verbessern.“

Mit einem Feel-good-Medley der Musiker Nicolai Pfisterer und Peter Hinz klang die feierliche Preisverleihung aus. Sie wurde unterstützt von der Sparkasse Bensheim und Edeka Jakobi.

Für die Karl Kübel Preisträgerin war die Preisverleihung nicht der einzige Termin in der Region an diesem Tag. Begonnen hatte er für Cornelia Funke mit der Besichtigung des Drachenmuseums in Lindenfels sowie einem Besuch der dortigen Carl-Orff-Schule, wo sie Schüler*innen aus ihrem Buch „Drachenreiter“ vorlas und Fragen der Kinder beantwortete. Funke: „Für mich ist der Austausch mit Kindern immer die allergrößte Verzauberung.“


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